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Der Orient · 1842-11-29 · 49 (29.11.1842) · p. Spalte 769-770

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
49 (29.11.1842)
Date
1842-11-29
Page
Spalte 769-770 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studie» und Kritiken für : Wische Geschichte und Literatur. AI 49» Leipzig, den 29, November 1842» Jüdische Philosophie. Moses Mendelssohn und seine Schule u. ft w. Von Dr. S1 ei n h eim. Beurtheilt. — Homiletisch e Literatur. Predigten von Dr. Frankfurt er. Anzeige. — Lit. Nachrichten und. MiscelLen: Berichtigung. — Jüdische Altert humsk un d e. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkte. Die Ansicht Autenrieth's. Von Dr. B erg so n. — Literarische Ankündigungen. Jüdische Philosophie. Moses Me n del s sohrr und seine. Schure in ihrer. Beziehung zur Aufgabe des neuen Jahrhunderts der alten Zeitrechnung. Von Dr. Stein h eim. Hamburg, bei Hoffmann und Campe-. 1840. Es giebt Geister, deren Werke nicht einzeln jedes für sich, beurtheilt werden können, weil ihr Streben in Einem Punkte sich coneentrirt, und sie entschieden Einem bestimmten Ziele in allen ihren Bewegungen entgegenstreben. Die waltende Hand Gottes scheint sie für die Förderung eines nothwendigen Entwickelungsgrades geschaffen zu haben, und sie wirken und streben zu'erarbeiten und zu lösen die ihnen gestellte Aufgabe. Die Welt, die zwar. in Gegensätzen sich fortbewegt — die Mitte strebt nicht fort—, sich stets zwischen den äußersten Extremen hält, und die es gern sieht, daß, die Kluft sich erweitert, um sich frei zwischen den Grenzen der mannigfachen Anschauungen des menschlichen ' Geistes bewegen und ausbreiten zu können, nennt jede Kraft, die sich entfaltet und vorwärts strebt, wie sie notwendig eben weil sie Neues schafft, e t n A Seite angehört, in ihrer bekannten Art „einseitig"; sie bewundert, wenn's Bewunderung verdient, die kühne, vermessene Extravaganz des Genius, billigt aber nicht sein unheimliches Treiben. Wer aber nicht diesem z>onäu8 iners angehört, und selbst eine Richtung verfolgt, der wird entweder nicht so gelind oder nicht so hart ein solches Streben bezeichnen, sondern er wird entweder Lobgesänge anstimmen, oder die Verirrung des menschlichen Geistes beklagen. Er wird es beurtheilen, und eine.Basis angeben und begründen, von der aus es geschieht. Derjenige endlich , der das Objekt vorurtheilsfrei besprechen will, muß seine Richtung selbst für eine Weile verleugnen, er hat also nur den Fortschritt und hie Entwickelung, in die er sich selbst versetzt, und die ihm somit weder einseitig noch wahr oder falsch ist, zu betrachten. .Wie also die Mitte gar kein Urtheil hat, derjenige, der von seiner Stellung aus jede ihm zugewandte Bewegung lobt, jede entgegengesetzte tadelt, nur ein einseitiges Urtheil fällt, so.ist die letzte Weise die allein richtige, weil sie den wahren Werth bestimmt. Wenn daher die Werke eines solchen Geistes des Fortschrittes richtig und wahr beurtheilt werden sollen, so hat man zuvor die Gesammtheit seiner Ansicht zusammenzureihen, um den Leser auf einen richtigen Standpunkt, von dem-aus er jedes Werk gut übersehen kann, zu stellen. Au diesen Geistern gehört aber offenbar unser Verfasser, und wir haben , daher, wenn wir über obige Broschüre referiren wollen, . genau den Standpunkt des Verfassers anzugeben, weil ein einzelnes Weck desselben durchaus nicht richtig verstanden und in feiner Richtung sogar leicht mißverstanden werden kann. Eine beurteilende Kritik über den Fortschritt und die Meinung des Verfassers nach seinem Standpunkt behalten wir uns vor, in Balde bei Besprechung seines großen Werkes, das sicher nicht nach Verdienst genugsam verbreitet ist, zu geben. Dies kurze Referat darüber diene hier nur dazu, den Standpunkt anzugeben, und will keinesweges auf Vollständigkeit Anspruch machen. Der Verfasser desinirt den Begriff einer Offenbarung als einen Akt außerordentlicher Erscheinung, und meint, es sei darunter eine u n m i t t e l b a r e Mittheilung Gottes verstanden. Wie zwischen Gott und den Menschen eine Unmittelbarkeit, wie überhaupt eine Unmittelbarkeit gedacht werden kann, ist nicht nöthig.zu erörtern; es wird unter dem Begriff -,Wunder", das sicher doch eine Offenbarung ist, subsumirt, mit welchem Begriffe man. in der That das Unbegreifliche bezeichnet, oder das, was zur Zeit die gewöhnlichen Ansichten von der Erscheinung übersteigt. Aus dieser Vorstellung von der Offenbarung ergiebt sich als notwendiges Merkmal derselben, „wenn eine überhaupt stattgefunden", daß Etwas mit- 49

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