Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 42 (11.10.1842)
- Date
- 1842-10-11
- Page
- Spalte 661-662 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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661 Das Buch der Sagen und Legenden jüd. Vorzeit. Von Abr. Tendlau. 662 bearbeiteten talmudischen Sagen, mit denen er wetteifernd die Siegespalme errang, nachstehende einer spätern Periode angehörenden Legenden und Sagen, auf die man bisher wenig aufmerksam war. Der Herausgeber hat in den beigeft'igten Anmerkungen die Quellen der hier gesammelten Sagen angegeben undmanche Notiz angeknüpft. Es hält uns schwer, aus diesem kostbaren Sagenschmuck die schönste Perle hervorzuheben, denn alle glänzen im herrlichsten Farbenglanze der poetischen Darstellung, und die kostbarsten Rahmen geben manchem Schattengebilde Licht und Glanz; wir begnügen uns daher, nur die nachtalmudischen Sagen dem Leser vorzuführen. Solche sind: No. 2. Der unsichtbare Baumeister. Als Quelle giebt der Verfasser das bekannte Volkslied rp,T TOn an, von Zsai bar Mordechai verfaßt und von Moses P a ppenheim trefflich übersetzt. Diese Legende findet sich übrigens schon in der Sagensammlung von R. Niffim Gaon (vgl. Rap. Wiog. Anm. 31). No. 3. Die Amrams - Kirche. Nach Sch. Ha-Kab. Fol. 27. No. 4. Der Golem des Hoch-Nabbi-Löb. Dem Herausgeber nur durch mündliche Tradition bekannt. Gern hätten wir diese Sage, an die sich keine geschichtliche Erinnerung knüpft, die auch keinen ethischen Gehalt hat, hier vermißt. Ein Seitenstück hierzu wird übrigens schon im Talmud (Sanh. 65) gesunden. Nr. 5. Der Pabft Elchanan. Nach Maase-Buch K. 188. Nr. 12. Die beiden Freunde. Nach Sch. Ha-Kab. 47,2. Nr. 13. Des Weibes Kleinod. Nach Ialkut 17. Mid. Cant. cap. 1. Diese Sage hat auch Dr. Krafft, unter der Aufschrift „Die Ehescheidung" bearbeitet, die aber in jeder Hinsicht der vorliegenden nachsteht. Beide Herausgeber haben es unterlassen, auf die Aehnlichkeit dieser Sage mit dem bekannten Gedichte Bürgers „Die Weiber von Wemsberg" aufmerksam zu machen. Nr. 15. Rabbi Mose und sein treues Weib. Nach Sefer Ha-Kab. des Raabed. Nr. 16. Der König und der Weise. Nach Schalsch. Ha-Kab. 44, 2. Nr. 17. Amnon. ihid. Von Stein wurde diese Sage in seinen Stufengesängen zu sehr dramatisch behandelt. Nr. 18. Die frühreifen Feigen. ibid. 30. Nr. 20, Zertritt mir die Würmchen nicht! Nach Kab Ha-Laschar. c. 52. Nr. 26* Hoch-Rabbi -Lob. Siehe Nr. 4. Nr. 28. Der Kamzer. Nach Kab ha-I. e. 25. Nr. 29. Wiesel und Brunnen als Zeugen. Nach Rasch: zu Taanit. 8. Aruch rad. Chalad* Nr. 31. R. Juda Halewi und sein Eidam. Nach Sch. ha-K. Fol. 31. Die hier vom Herausgeber mitgctheilte Ernendation des Wortes ist schon längst an geeigneteren Stellen gemacht worden. Nr. 32. Das ist Bein von meinem Wein. Nach Simchat Ha-Nesesch p. 12. In dieser vom Herausgeber angegebenen Quelle ist diese Wunderprobe Saadja zageschrieben, in dem Schristchen riDb&y aber dem König Salomo. Nr. 42. Die Wette der Dämonen. Nach Maase-Buch 210. Vermissen wir auch bei der bunten Zusammenstellung talmudischer und midraschischer Sagen und Legenden mit denen, die einer viel jüngern Periode angchören, und die zuweilen einen mystisch - kabbalistischen Charakter haben, eine chronologische Ordnung, so dürfen wir nicht außer Acht lassen, daß der Herausgeber keine Sagengeschichte zu geben beabsichtigte. Auch sind viele der gegebenen Sagen bloße Züge aus dem Leben tugendhafter Männer, deren periodische Eintheilung zwecklos sein würde. Gern hätten wir hingegen die Sage Nr. 9 vermißt, in welcher der Herausgeber die beabsichtigte Untreue Beruria's mit romantisch glühender Sprache erzählt, und die beschönigenden Worte ihrem sündhaften Gelüste beifügt: Verzeihlich ist's, wenn ein sich dränget. Ein Blick voll Liebe, ein Händedruck; — Hat doch die Gottheit eingezwänget In diesen Leib der Seele Schmuck! — Ebenso ist die Aufnahme der Sagen Nr. 21 u. 23, denen noch außerdem die poetische Hülle fehlt, sehr zu tadeln. Von der Erzählung Nr. 8 giebt es in der Sagen-Sammlung von R. Nissim Gaon eine andere Version, nach welcher die Söhne des R. Meir, aus dem Schutte der Mauer, die auf sie einstürzte, zuletzt wohlbehalten hervorgezogen wurden. (Vgl. Rap. Biog. Anm. 33.) Können wir auch nicht bestimmen, ob historische Wahrheit dieser Abweichung zu Grunde liegt, so hätten wir doch gewünscht, diese Sage nach derselben dargestellt zu sehen, weil die vorliegende ohnehin genug der Bearbeiter zählt. Wir können vom Verfasser nicht scheiden, ohne den gewiß'allgemeinen Wunsch auszudrücken, daß er fortfahren möge, die vielen kostbaren Sagenperten, die m den heiligen Fluthen der jüdischen Literatur verborgen liegen, mit dem Zauberstabe der Poesie heraufzuzkehen. K—m. Apergn über eine reichhaltige philosophisch-kabbalistische Handschrift der Kön. Bibliothek zu Münchm. (Schluß.) 13) □'“WA IW '’S (k- 240, a. — 264, a.), ein philosophischer Commentar zum Hohenliede, beginnend, wie folgt: „Es spricht Ben-Salomo i8): Ich bin gewillt, diese Megilla 18) Die Handschr. verderbt: 'Mi m noblü p H3N. 42*