Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 38 (13.9.1842)
- Date
- 1842-09-13
- Page
- Spalte 593-594 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ftUvatuvMatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Wische Geschichte und Meralur. M 38. Leipzig, den 13. September 1842. Predigt-Literatur. Israelitische Predigtbibliothek rc. von L i ep m ann s so h n; nebst einem Verzeichniß verschiedener bei der Nedaction ekngegangenen Homiletischen Erzeugnisse. — Polemik. Beleuchtung des Sendschreibens an den Herrn Dr. Z. Frankel rc. von Dr. Salomon, und der Erwiederung auf dieses Sendschreiben von Dr. Frankel. Von Dr. Iolowicz. (Beschluß.) - Schulrecht. Ueber das Verhaltniß des Lehrers und der Schule in den früheren jüd. Gemeinden nach dem rabbinisch'en Rechte u. dem alteren Herkommen (Fortsetzung). - Literarische Ankündigungen. — Hierzu eine Beilage. Predigt - Literatur. Israelitische Predigtbibliothek, nebst Aussätzen über Cultus- Angelegenheiten. Ein Handbuch für Geistliche, Lehrer, Gemeinde-Vorsteher, Fawilien-Väter, überhaupt für jeden Israeliten. Im Vereine mehrerer isr. Prediger u. Religionslehrer herausgegeben v. S. L. Liepm anns so h n. Erster Bd. Lippstadt 1842. 8. H. Lange. Drei Gründe giebt der in der homiletischen und asketischen Literatur hinlänglich bekannte Herausgeber in dem Vorworte an, welche das Erscheinen einer Predigt- Bibliothek, worin die moralisch-religiöse Seite des Judenthums zum Gegenstände der wissenschaftlichen Besprechung gemacht wird, rechtfertigen und als zeitgemäß Herausstellen. Nämlich erstens das fühlbare Bedürfniß nach einem Blatte oder Archive, worin die passenden Arbeiten auf diesem Gebiete der jüdisch-theologischen Literatur niedergelegtwerden können; zweitens das Bedürfniß nach einem Hilfsmittel sowohl für ins Amt tretende Candidaten des Predigtamtes als für die im Amte Stehenden; endlich das Verlangen nach einer Hauspostille, welche durch den steten Zuwachs, wie es im Charakter einer periodischen Erscheinung liegt, immer neue und kräftigfrische Nahrung erhalten kann. Diese drei Gründe, die ich hier nur schärfer, bestimmter und klarer ausgeführt, sind allerdings überzeugend und treffend und jeder unbefangene Beobachter der vielfachen Strömungen im jüdischreligiösen Leben wird vollkommen das Erscheinen eines solchen periodischen Werkes als gerechtfertigt ansehen. Denn ist auch das Wort, welches von heiliger Stätte zur Stärkung und Erkräftigung der frommen Gemüther herabtönt, unendlich mannigfach und vielfarbig, treibt das religiöse Leben in seiner heiligen Weihe und glühenden Begeisterung auch tausend verschiedene Blüthen, so wird doch kein Gebildeter läugnen, daß alle diese Mannigfaltigkeiten aus einem Mittelpunkt, aus einem einheitlichen religiösen Grundgedanken hervorgehen müssen, weil die Wahrheit der Erbauung und der religiösen Begeisterung nur in einer umgrenzten Einheit liegt, und eine solche scharfe Umgrenzung giebt wieder nur die wissenschaftliche Forschung an die Hand. Aas Ergebniß des dritten Grundes, nämlich einer solchen Bibliothek auch Elemente einer Hauspostille zu geben, kann, wenn überhaupt in diesen Gründen ein überlegter einheitlicher Gedanke waltet, höchstens eine Zugabe oder dieAusführung der beiden ersten sein/ um gleichsam praktisch zu verkörpern, was die Resultate der beiden ersten Gründe theoretisch an den Tag fördern. Als Inhalt der Predigt-Bibliothek würde sich demnach Herausstellen: 1) Abhandlungen, kritisch - historische Aufsätze über jüdische Homiletik, Forschungen über die religiöse Literatur der Juden-rc. 2) Homiletische Studien, homiletische Regeln über die jüdisch-religiöse Beredtsamkeit, Predigt-Entwürfe rc. 3) Musterpredigten, gleichsam als praktische Belege zu den zwei ersten Rubriken. Gehen wir nach diesem Schema zu dem Inhalte des ersten Heftes dieser Bibliothek und sehen zu, welcher Parthie ein Genüge geleistet wurde. Der Inhalt des 1. Heftes hat 8 Nummern und zwar in folgender Ordnung: 1. Neujahrspredigt. '— 2. Vortrag über Abot 1. §. 12. — 3. Vortrag über eine Stelle in der Sidra Chaje Sara. — 4. Traurede v. Woldemar Wolfsohn. — 5. Eine gleiche von Demselben. — 6. Confirmationsrede von Demselben. —- 71 Das Ganze einer isr. Confirmation v. Herausgeber. Anrede und Religionsprüsung. —■ 8. Ueber die Zulässigkeit, die Gebetformeln nach Zeit und Verhältnissen in der Landessprache zu beten, und diese Gebete mit Instrumenten zu begleiten. — Wir sehen sieben Nummern aus der 3. unwesentlichen Rubrik und nur einen Artikel aus den zwei ersten, und es stellt sich klar heraus, ohne auf den Werth der Leistungen an und für sich einzugehen, daß die eigentliche Tendenz, und mithin auch deren Nothwendigkeit und Bedürfniß, erst in den folgenden Heften ihre Realisirung finden wird, obgleich wir dem Herausgeber zur Erzielung eines bessern Absatzes, die Erfüllung dieser Anforderungen schon im ersten Hefte gewünscht. Nicht die Herausgabe von Predigten ist ein Bedürfniß, sondern die einer Predigt-Bibliothek, und diese möge nach den angegebenen Tendenzen, die dem Herausgeber vorgeschwebt haben, für die Wissenschaft ein Gewinn und für den Absatz 38