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Der Orient · 1842-02-12 · Heft 7 (12.2.1842) · p. Seite 49

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 7 (12.2.1842)
Date
1842-02-12
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
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Dritter mm Jahrgang. Berichte, ®ttt§ien ßnh für i“»""»! jüdische Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und Hxrausa egeben allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Vr. Julius Fürst. Leipzig, den 12. Februar 1^4^» Orient. .(Palästina. Die Maßregeln der Judenmiffionen gegen das Judenthum.) — Deutschland. (Berlin. Das Jubelfest der< Gesellschaft der Freunde. Leipzig. Zustände der Juden in Sachsen in der Gegenwart. Eine Broschüre über jetzige Beschränkungen. Hannover. Verathungen über das Minimum einer Emancipation.) — Licht- und Schattenbilder aus der jüd. Geschichte der Gegenwart. Die Hamburger Tempelfrage. Gutachten des Dr. Frankel wider das Hamburger Gebetbuch. — LB. 'd. Or. ' Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zw ei Bogen, und zwar an jedem .Samstag regelmäßig. r i e n t ■ ' (FoctfetzungX Die schottischen, so wie die englischen Jude «Missionen sahen sich wegen des. kräftigen. Widerstandes der dortigen Juden genöthigt, nach einer andern 'Gewalt als der der Ueberzeugung sich umzusehen und diese sollte in der. Erhebung der evangelischen Kirche zu einer politischen den andern Kirchen des Reiches gleichen Macht liegen. Durch dieses Mittel glaubte die Gesellschaft die.Korporationsgewalt der Rajah's zu vernichten, dadurch die Oberhäupter der Juden zu verhindern, die zur evangelischen Religion Uebergegangenen hart und unerbittlich zu verfolgen, auszutreiben und einzukerkern, wie sie es mit den Bekehrten und Verkehrten in Konstantinopel, Tunis, u. a. O. gemacht und so alle Bemühungen der Missionen vernichtet hatten. Die jüd. Vorsteher in Jerusalem legten jeden Glaubensgenossen in den Bann, der sich nur im Entferntesten den Missionären zu nähern wagte, und die Abtrünnigen selbst wurden mit der glühenden Leidenschaft der Orientalen verabscheuet. Aber diese Macht war.nicht leicht zu erlangen, da . die Staatsgesetze Englands aller' Begeisterung fü'rdas Bekehrungswesen fremd sind, und man in^ dem Mifsionswesen' nur ein unschuldiges Werk der Frommen sieht. Die Staatsgesetze wissen, daß die schottische Kirche nach allen Theilen der Erde ihre Sendlinge mit Bibeln ausschickt; daß aber diese zu oft nur scheinheiligen Sendlinge lediglich die wunden Zustande des Judenrhuws in allenWelttheilen zu erforschen suchen, um es zu untergraben und zu vergiften, daß sie gleich Spionen in ihren Berichten gar nicht so delikat sind, vor der Lüge zurückzubeben, wenn sie nur das. zu ihrem Zwecke Dienliche ausgegattert, das konnten die Staatsgefetze nicht wissen. Es wurde consequent auch hier ein. unredlicher Weg eingeschlagen, in der Aussicht, daß der Zweck schon die unheiligen Mittel heiligen werde. Im Octobec des Jahres 1840 überreichte die schottische Mission dem britischen auswärtigen Ministerium eine' Bittschrift, worin das. Ministerium ersucht wurde: „Maßregeln .zu ergreifen zum Schutze des jüdischen Volkes im Orient überhaupt, besonders des Volkes Gottes in Palästina., damit es in dem eigenen Lande seiner Väter-nicht von den barbarischen VolkernJsmaels zertreten werde." In diesem Memorandum wurden die Gräuelthaten zu Damaskus und Rhodus, der herabwürdigende Zustand des Rajah's und die glanzenden Verheißungen des alten Testaments ausgebeutet, um nur ein günstiges Resultat zu erzielen. Freilich wurde beiläufig auch erwähnt, daß die Judenmissionäre nicht minder harte Prüfungen irrt Oriente zu bestehen hätten, weil sie von Geburt Juden seien, aber die einzige Tendenz dieser Denkschrift war „der Schutz der Juden", welche Stimme man aus vielen Gründen sehr gern hörte. Die Grauetscenen zu Damaskus haben in der That die gebildete Welt entsetzt, man weiß wie das englische Volk in Meetings für einen Schutz der Juden im Oriente sich, erhoben, und es ist natürlich, daß die Regierung, die ohnehin einen Halt in Syrien suchte, dieser Denkschrift ihre Aufmerk- 7

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