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Esra · 1919-01-01 · Heft 8 · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 8
Date
1919-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Zionismus nach "Palästina trieb, der auch Uganda im Namen' eines dividendentüchtigen Pseudojudentums exploitiert hätte. Nicht aber um Klassenkampf handelt es sieb, nicht um europäische Wege zur Erringung der Menschlichkeit, nicht um Haß, sondern um die Unerbittlichkeit, um die Revolutionierung des jüdischen Gerechtigkeitsgefühls in den Massen, in 'denen es noch unverdeckt von Opportunismus schlummeit. Dieses Gerechtigkeitsgefühl, einmal wachgerufen, wird den richtigen Weg finden» die unsozialen Elemente von sich abzustoßen. Nicht aber Parteiprogramme proklamieren, sondern, wie sie sagten» meine Herren: zurück zum Judentum! Den Zionsgedanken reinigen von seinem geschäftstüchtigen Aussatz kann keine Partei, keine Dogmatik und auch nicht zehntausend Volksversammlungen; nur ein Bund der Jugend brächte dies zu Wege, — wenn die Jugend heute nicht auch so verdammt geschäftstüchtig wäre. * Palästina als Geschenk der Mächte zu empfangen ist schmählich und unklug, weil Mächte nicht altruistisch sein können. Auf die Weltrevolution hoffen, ist nicht ehrenvoller. In Zion aber als Agent des europäischen Imperialismus zu wohnen, diese Forderung kann nur dem Hirn von Freigelassenen entspringen. Nur der Freigelassene ist seiner eigenen Kraft nicht sicher. * Es gibt noch immer Menschen, und das sind Leute, die sich Führer nennen, die glauben, daß Palästina ein Mechanismus sei, den man einfach nach einem Plane aufbaut, der von Europäern oder, was schlimmer ist, von europäisierten Juden in Europa ausgedacht wurde. * In seiner ausgezeichneten neuen Schrift*) sagt Rabindranath tagore; > Wir dürfen in der gegenwärtigen Zeit nicht vergessen, daß die Menschen, die politische Freiheiten erlangt haben, darum noch nicht frei zu sein brauchen; sie sind nur mächtig.« Der Parteizionismus sollte diese Worte, in Stein gehauen, in jedes ^Nationalismus. Neuer Geist-Verlag. Leipzig. Diese neue Schrift des bedeutendsten orientalischen Kritikers Europas ist für das zionistische Judentum von ganz außerordentlicher Wichtigkeit. Man lese dieses Buch! 248

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