Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rückblick auf das Jahr 1856. 5 gung und Anerkennung unseren christlichen Mttbrüdern und Mitbürgern zu immer tieferem Bewußtsein kommt, während ein böser Geist der Neaetion, welcher die Welt unheimlich durchschreitet, die Wiederbeschränkung und Beeinträchtigung der Bürger jüdischen Glaubens in ihren heiligsten Rechten als eine Consequenz der Wiederbelebungsversuche des Mittelalters erachtet und anstrebt.— In Bayern wird das Pharaonische Matrikelwesen, nach welchem erst auf dem Grabe eines Israeliten ein Anderer den Hochzeitreigen aufführet» darf, immer noch aufrecht erhalten und wieder mit Schärfe gehandhabt. Dieser betrübenden Erscheinung tritt auch da die erhebende Thatsache gegenüber, daß wiederum, und zwar aus einein rein christlichen Bezirke, ein JSraelite in die bayerische Stände kam in er gewählt worden ist. — In den übrigen deutschen Landen sind unsere Zustände sich ziemlich gleich geblieben; in den hiesigen gesetzgebenden Körper sind wieder vier Israeliten gewählt worden. Zn England zeigt sich uns dieselbe Erscheinung, wie das Herz des Volks dem Juden sein Recht vmdicirt, während die wackelnden Häupter es ihnen noch streitig machen. Wieder hat die Judenemancipations-Bill im Unterhause den Sieg davon getragen, während sie an der Hartköpfigkeit des Oberhauses wiederum scheiterte. Doch fkngt auch der eine und andere Lord an, in dieser Sache mildere Gesinnungen zu fassen und zu äußern, was ihr den endlichen Sieg sicher verheißt. Dazu wird die günstige Meinung, welche der treffliche Lordmayor Satomons bei seinem Abtreten von dieser glänzendsten Stelle, womit der Bürger den Bürger auszeichnen kann, hinterlassen hat, gewiß nicht wenig beitragen. — In Frankreich und Belgien, wo die Rechte unserer Brüder unerschütterlich feststehen, obgleich beide gut christliche, gut katholische Länder sind, hat die Ordensverleihung an die Oberrabbiner zu Paris und Brüssel von dem, auch in den maßgebenden höheren Kreisen obwaltenden Gedanken der Gleichberechtigung einen neuen Beweis gegeben. Bei dem Kampfe und Siege der Weftmächte im Orient haben auch zahlreiche Franzosen jüdischen Glaubens durch ihre heldeuinüthige Todesverachtung und begeisterte Hingebung an den Nuhm der französischen Waffen sich