Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 150 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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sich ganz ausgezeichnet gegen mich benommen. Ich werde mit ihm friedlich und einträchtig zusammen wirken. Meine hiesige Gemeinde ist rathlos. Sie möchte gern Dr. Sachs3) aus Berlin zu meinem Nachfolger haben, was aber kaum möglich ist. Die christliche Bevölkerung Leipzig nimmt an mir großen Antheil und bedauert allgemein meinen Abgang. Ich habe allerdings n"2 die Juden in Sachsen gehoben. George kann schon lesen und rechnen und ist sehr talentvoll, Emil ist faul und Lottchen ist hold wie ein Engel. Nun lade ich Sie ein, daß Sie mich mit Ihrer jungen Frau nach Pessach, während, der Ostermesse, hier in Leipzig besuchen. Ich habe hier mehr Zeit als in Wien; Dann sollen Sie Ihrer Frau die Leipziger Messe zeigen und endlich will ich Sie gerne in Leipzig bewirthen. Wenn Sie meinen Wunsch erfüllen und nach Pessach herkommen, so machen Sie mir eine Freude. Schreiben Sie mir überhaupt bald und oft, wie es Ihnen und Ihrer Gemeinde geht und womit ich Ihnen dienen kann. Gehen Sie mit dem Segen Gottes unter den Trauhimmel, blicken Sie vergnügt in die Zukunft! Ihr treu ergebener Jellinek. Anmerkungen« I. 3 Der Name der Stadt ist abgekürzt; das Wort ist nicht klar leserlich. 2 Rabb. David Oppenheim in Jamnitz, der Verf. van Artikeln: „Vergleichende Studien über den Talmud in Philippson: Allgem. Z. d. J. 1853. 8 Low Schwab geb. 1794—1857, Rabb. in Gewitseh u. Proßnitz (Gold: Juden Mährens, S. 501); seit 1836 Oberrab. in Pest. Seinen Briefwechsel mit Sal. Rosental anläßlich seiner Wahl zum Gberrabb. in Pest, habe ich in der hebr. Zeitschrift: Hazofeh, edd. Dr. Ludwig Blau u. Dr. Simon Hevessi, Budapest 1931, veröffentlicht. 4 Leopold Low, bedeutender Rabbiner u. Gelehrter, 1811—1875, seit 1850 Rabb. in Szegedin. 5 Samuel Feilbogen, Rabbiner in Straßnitz v. 1848—1886; stand mit Größten s. Zeit in pol. Korrespondenz. 6 Gemeint ist die Wiener Vierteljahrssehrift, herausgegeben von Dr. M. Letteris, 1853, S. 39, woselbst in einem Berichte des Dr. B. Feilbogen, betitelt: „Mähren" vom großen Prediger, dem „gefeierten Jellinekv die Rede ist. 7 Lehrer Leidersdorf wird in einem Berichte aus Wien bei Dr. Letteris: Beiträge z. Liter.- u. Kulturgeschichte der Israeliten, Wien, 1859, S. 54 lobend erwähnt. 150