Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 148 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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meine Bemühungen um die Synagoge anerkannt. Das Blatt, das ich Ihnen schickte, war die Gartenlaube; heute schickte ich Ihnen die Leipziger Illustrierte Zeitung. Im Sommer besuchte mich Albert Kohn3) aus Paris, der mir auch aus Jerusalem schrieb. Auch machte ich die Bekanntschaft von Rothschild aus Paris/) mit dem ich in einem Coupe nach Halle fuhr. Im Pariser Journal de Debats stand ein großer Artikel über eine Schrift von mir. Meine beiden Jungen sind wohl und sehr schön, ein drittes Kind ist auf dem Wege. Meine Frau grüßt Sie und wir sprechen oft von Ihnen. Nun zu Ihren Berichten, die mir sehr interessant waren. Allein warum schreiben Sie halb? Mit Brünn5) stehe ich in keiner Verbindung und Sie wissen mehr als ich. Bloß vor 1 y2 Jahren schrieb mir Professor Wessely in Prag,6) ich soll nach Brünn gehen. Ich habe auch bis jetzt keine Zeile aus Brünn erhalten. Das kann ich Ihnen sagen, daß der Gouverneur von Mähren, Graf Laschansky7) mich durch meinen Bruder Moriz kennt. Sein Neffe ist ein guter Bekannter von mir. Jedenfalls werden mich nähere Berichte interessieren und ich weiß Ihre treue Gesinnung zu schätzen. Was Wien betrifft, so gestehe ich offen, daß ich gerne hingehen möchte; allein ich mache mir keine Illusionen. In Wien ist Josef Wertheimer8) alles, der nicht sehr eingenommen für mich ist. Die Gemeinde wird nach Pessach einen Konkurs ausschreiben und ich melde mich grundsätzlich zu keiner Stelle.9) Eine Gemeinde wie Wien muß einen Prediger berufen, nicht konkurrieren lassen. Auch müssen Sie wissen, daß Philippson von Magdeburg sich um Wien bewirbt und Wertheimer für sich hat. Vielleicht können Sie erfahren, wie Wertheimer für mich gestimmt ist? Ist einmal Konkurs ausgeschrieben, so melde ich mich nicht, da ich keine Probepredigten halte. Sie haben Recht, daß möglicherweise Brünn auf Wien wirken kann. Am Ende ist Leipzig auch kein Nest und in Österreich müßte ich einen Theil meiner literarischen Thätigkeit opfern. Was Sie mir von dem Brief an Hirschler aus Pesth schrieben, interessiert mich sehr und ich bitte um nähere Aufklärung. Was heißt das: „Man schrieb von meiner Leichenrede in einer erträglichen Form?" So viel ich weiß, hat meine Leichenrede einen tiefen Eindruck gemacht. Allein ich sagte den Herren von der Chewra 148