Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 208 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücher und Zeitschriften. Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutschösterreich, herausgegeben von der histor. Kommission der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. IX. Band. Die hebräische Publizistik in Wien in drei Teilen. I. Teil von Dr. Bernhard Wachstem, II. Teil von Dr. J. Taglicht, III. Teil von Dr. Alexander Kristianpoller. Wien. Selbstverlag der historischen Kommission 1930. I. Teil C + 296 Seiten, II. Teil X + 41 SS, III. Teil X + 105 SS, Generalregister 15 Seiten. Die hebr. Publizistik in Wien ist eine historische und bibliographische Darstellung, der in Wien in hebräischer Sprache publizierten periodischen Abhandlungen. Der behandelte Stoff in der Zeit vom 1821—1889 erscheint in drei Teile gegliedert. Der erste Teil, dessen gelehrter Verfasser Bernhard Wachstein ist, setzt mit dem Jahre 1820 ein, in welchem die Bikure ha-Ittim als Jahrbuch in Wien erscheinen. Sechsunddreißig Jahre früher ist ha-Meassef (= der Sammler) in Berlin erschienen, dessen Ziel und Zweck es war, die Haskala zu verbreiten, der Aufklärung das Wort zu reden, die Ideen Moses Mendelssohns den weitesten Kreisen, insbesondere dem hebräisch lesenden Publikum zugänglich zu machen. Ha- Meassef ist eingegangen, denn in Berlin, wo das Licht der Aufklärung aufgegangen, hat diese eine Fo<rm angenommen, vor welcher deren Schöpfern angst und bange werden mußte, das Interesse für die Sprache der Väter war doch nicht mehr vorhanden; Berlin wurde die Pflanzstätte des Abfalls und der Treulosigkeit. Ganz anders lagen die Verhältnisse in der österreichischen Monarchie, dort war noch Liebe für die hebräische Sprache, für die heilige Sprache vorhanden, durch diese sollte dem Judentume neues Leben eingepflanzt werden, sollte die Aufklärung ihre Früchte zeitigen. In SchaJorn Cohen, der seit 1819 als Korrektor des Druckers Anton Schmid in Wien lejbt, dem ersten Redakteur der Bikure ha-Ittim, vermutet Wachstein auch den Initiator, der den rührigen Druckherrn zur Herausgabe des jüdischen Jahrbuches animiert. Ihm folgt nach 3 Jahren in der Redaktion Mosse Landau, der Enkel des „in 208