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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 185

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 185 (sequence 49)
Language
German
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nachher Holitsch, bei der Ankunft etliche von der Gemeinde mit ihrer Freundschaft wegen Spendage und Geldvorsteckung an sich gezohen habe, die ihm für einen Prediger erkannten und auf drei Jahre mit abermaliger Besoldung 2 FL 30 Kr. Wöchentlich von der Gemeinde- Cassa ohne anderen Unkosten aufgenommen haben. Welches uns ohnmöglich zu ertragen ist, solchen unnützen Last auf uns zu legen, wo doch andere umliegende Judenschaften, die in doppelte Mittel gegen uns stehen, ohne Prediger und dannoch nur mit einem Rabbiner vergnügt sind. Wie auch wirklich die Sassiner, Senitzer und Judengemeind Sobotischt vor dem Herrn Stuhlrichter Tomka, das solches wider die jüdische Ordnung ist, solchen unnützen Prediger aufzunehmen, öffentlich Kund gemacht haben. Auch irrgends herum bey Judenschaften gebräuchlich ist, einen Prediger zu halten, müssen jeder Rabbiner diesemgleich vorstehen kann. Wir aber ohnehin überlegen sind mit verschiedenen Gabereyen als uns. K. K. Renthamth, Portionen und Tolleranz, die wir zu dato nicht subsistiren können, gleich wie wir annoch wegen 40 Fl. durch 50 Tag von H. Teerpatak*) Exekution stehen haben. Nichtminder Euer Excelenz zu klagen haben, dass vor alter und bisherige Zeiten das Gemeindebuch bey dem Rabbiner gewesen, um bei allvierteljährig Auflaag als Haupt beizuwohnen und der Armetey**) das Recht zu halten, wie auch andere Unterschleif nicht zu dulden, von der Stunde aber, als der Aaron da ist, das Buch weggenommen worden und die Auflage nach Willkühr des Richters und seiner Freundschafts Anhang geschiehet. Auch ist der Wolf als ein unruhiger Mensch bei Euer Excellenz beschrieben worden, dass er weder Paletten***), noch sonst eine Zahlung leisten will, da er doch die Grösste Tolleranz-Auf lag traget, Jährlich 55 Fl. Und bei Erbauung der neuen Kirchhofen er allein 130 Fl. gezahlet hat. Schutzgeld aber in die ift die Reuthen 75 Fl. erleget. Dahers wenden wir zu Euer Excellenz unser fußfälligstes Bitten, sich unser Armen Juden zu erbarmen. Mittelst Höchst dero Gnädigster Resolution zu urtheilen, dass wir Holitscher Judenschaft insgesammt nur mit unseren bereits 27 Jahr dienenden und Vergnügenvollen (?) Rabinern so Privilegirt, ohne den un- *) Feherpataky. **) Armut. ***) Bolleten (ital.) Anweisungsscheine auf eine eintägige oder Samstagsverköstigunig durchreisender Armen, 185

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