Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Zweierlei verfolgt sie im Hinblick auf das erschienene sowie das in Vorbereitung befindliche Werk „Die Juden und Judengemeinden Böhmens in Vergangenheit und Gegenwart'. Jene Gemeinden, welche seinerzeit infolge Unzulänglichkeit gewisser Quellen nicht die gebührende Würdigung fanden, sollen in wissenschaftlichen Beiträgen ergänzend bearbeitet werden. Nicht nur Mähren, sondern auch Böhmen, Schlesien, die Slowakei und Karpathorussland sollen in das Bereich dieser Arbeit eingegliedert werden, um den grossen Ring der Forschung, der die Juden der gesamten Republik umfassen soll, zu schliessen. Auch in den Nachbarstaaten wurde man durch unser Werk auf die Bedeutung der jüdischen Lokalgeschichte aufmerksam, und da die Juden aller Länder beinahe ein unzertrennliches Ganzes bilden, ist ein Zusammenschluss aller Kräfte erforderlich. Eine pietätlose Zeit ist angebrochen, die neue Generation stürmt, von Schlagworten geblendet, vorwärts; darum wollen wir, der alten Tradition getreu, retten, was sonst unwiederbringlich verloren geht. Unsere Zeitschrift soll vor allem eine Materialsammlung bieten, die dem künftigen Forscher wertvolle Dienste leisten wird, wenn er darangeht, die Zusammenhänge organisch zu binden. Vor allem soll ein breiter Raum der jüdischen Genealogie, der Familienforschung, zugestanden werden, einem geschichtlichen Zweige, der durch seine psychologische Verwurzelung der jüdische Geschichte als der Geschichte unserer Ahnen eine tiefere Gefühlsbasis geben soll; „A u s der Ver gan genneit für die Gegenwart und Z ukunf t", soll unsere Devise lauten. Die geschichtliche Kleinarbeit soll ferner in der Sammlung von bisher unbekannten und unveröffentlichten Quellenmaterialien, wie Dokumenten, Verordnungen, Erlässen, Grabinschriften und Bildern bestehen und soll so den Grundstock zu einem jüdischen Archiv unserer engeren Heimat, unseres Landes und unseres Staates legen. So wird unsere Zeitschrift ein wichtiges Vermittlungsblatt für Museen und Sammlungen werden, denen wir noch durch eine besondere Rubrik „Archivwesen" entgegenkommen wollen. Die für die jüdische Gegenwartsgeschichte so wichtige Bibliographie soll in unserer Zeitschrift eine entsprechende Würdigung finden, für Familienforscher soll eine eigene „Suchecke" eingerichtet werden. Die jüdische Folkloristik wird be- 2