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Der Jude · 1833-10-01 · Heft 19 (1.10.1833) · p. Seite 156

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 19 (1.10.1833)
Date
1833-10-01
Page
Seite 156 (sequence 8)
Language
German
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156 von Stimmen für eine solche Wahl zu vereinigen, folgt daraus der Schatten einer Vermuthung für eine dem Prinzip der Rechtsgleichheit oder seiner Anwendung ungünstige Meinung? Zst der^zufällige, ganz gleichgültige Erfolg des Einzelnen identisch mit dem Rechte Aller? Oder ist die Stellung des Der putirten etwa die einzige, um welche es sich bei der Frage der Rechtsgleichheit handelt? Sind Herrn Str. die notorischen, so häufig wiederholten Thatr sachen unbekannt geblieben, daß vor wenigen Zähren die Französische Armee 35 Offiziere jüdischen Glaubens, worunter zwei Generale, zahlte,- daß eine verhaltnißmäßrge Anzahl von Juden in Municipal-Aemtern und den verschiedenen Zweigen des Staatsdiem stes fungirt? Kann er unter den unzähligen Aeußerungen der täglichen Organe der öffentlichen Meinung in jenem Lande irgend ein Symptom der Unzufriedenheit mit solchen Wahlen, mit solchen Anwendungen des Prinzips der Rechtsgleichheit anführen? Kann er die Autorität der Zeugnisse bestreiten, welche im allergünstigsten Sinne von der Tribüne herab von Rächen des Königs, wie von Vertretern des Volkes ertheilt worden? Aber jene Eine Deputirten - Wahl ist von der Kammer vernichtet worden, und Hr. Str- -,läßt es dahin gestellt sein, ob es bloß wegen mangelhafter Form geschehen." So redet Einer, der gern lügen möchte, aber nicht den Much dazu hat. Entweder hat Hr. Str. von den Verhandlungen, die in der Kammer und in den Journalen über die Wahl des Banquier Fould Statt fanden, nicht die mindeste Notiz genommen oder er ist so fest, wie ich und wie jeder Andere, der die Sache mehr oder weniger genau in's Auge gefaßt, überzeugt, daß auch nicht der Schatten eines Grundes zu einem Verdachte vorhanden ist, daß ein Motiv'der Intoleranz bei der Annullirung der Wahl mitgewirkt haben könnte, zu einem Verdachte, welcher unter anderen auch den Zweifel mit sich führt, ob die Majorität der Deputirten-Kammer aus ehrlichen Leuten oder aus Schurken bestand: denn das ist der Name, welcher Denen gebühren würde, die, als Mitglieder einer Behörde, ihre Entscheidung in solchem Falle durch ein geheimes, persönliches, vom Gesetze verworfenes Motiv leiten ließen *). Auch sprechen alle Thatsachen, die sich auf diese Wahl ber ziehen, laut das Gegentheil aus. Die Journale des Ministeriums halten die Wahl Fould's, welcher für den ministeriellen unter zwei Kandidaten galt, unterstützt; die der Opposition, unter ihnen der National, erklärten, als die Wahl Fould's vom Bureau anerkannt war, daß, so sehr sie die Niederlage des Kandidaten der Opposition bedauerten, sie sich doch jener Wahl freuten, weil sie einen neuen Beleg darbiete, wie sehr die Grundsätze der Gewissensfreiheit die Französischen Sitten durchdrungen hatten. Ich fordre Hrn. Str. auf, aus irgend einem der Organe der öffentlichen oder der Partei - Meinungen Frankreichs in ihren allerverschiedensten Nüancen, von der Oaxetle de France und dem Journal des Dehats bis auf bie Tribüne, die leiseste Aeußerung im entgegengesetzten Sinne, die mindeste Andeutung einer Unzufriedenheit mit der Wahl aus Gründen der Unduldsamkeit anzuführen: nur muß ich die Autorität s. g. Pariser Korrespondenzartikel in einigen Deutschen Zeitungen dabei rekufl'ren, von denen Jedermann weiß, daß sie den Boden Frankreichs, eben so wenig, wie der allerschlechteste nachgemachte Champagner, je gesehen haben. *) Die Sache drehte sich bekanntlich dämm, daß eine vorhergegangene Wahl, wo Fould's Mitbewerber eine Stimme mehr gehabt hatte, eines billet blanc wegen auf illegale Weise vom Bureau annullirt worden war. (Die Fortsetzung folgt.) Es wird von dieser Zeitschrift bis Ende dieses Jahres abermals eine Reihe von 26 Nummern erscheinen. Der Abonne- -mentspreis, welcher erst bei Ablieferung der letzten Nummer bezahlt wird, für den Band ist 2 Rthlr. 12 gr. (in Hamburg 5 A), zu welchem Preise diese Zeitschrift durch alle löbl. Postämter und sammtliche Buchhandlungen Deutschlands und der Schweiz bezogen werden kann. Buchhandlungen, bei denen Subscriptionen eingehen, werden ersucht, sich an den Unterzeichneten zu wenden; Andere, die sich für die Verbreitung des Unternehmens interessiren, können sich auch an den Herausgeber wenden» 2. JF. Hümmerich. Gedruckt bei Hammerich und Lesser in Altona. -

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