Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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T AGUNGEN LANDESKONFERENZ DER DEUTSCHEN POALE-ZION. iZwei Fragen waren es, die die diesjährige Landeskonferenz der deutschen Poale-Zion im wesentlichen beschäftigten und die großes Interesse für diese Tagung hervorriefen: Die Stellungnahme zu den Ereignissen in Palästina, um die eine heftige Diskussion im deutschen Zionismus geführt worden war und die Lösung des Problems der Beziehung zur Z. V. f. D, waren die Hauptaufgaben der Konferenz. Um mit letzterem zu beginnen, kam hier der Konferenz eine entscheidende Rolle zu. Sie hatte zu entscheiden, ob die Poale-Zion isoliert und untätig sein sollte, oder ob sie endlich den Weg des Kampfes im deutschen Zionismus gehen sollte. Allen war es klar, daß eine Aenderung dieses Zustandes kommen mußte und nach einer monatelangen scharfen Auseinandersetzung waren die Ansichten soweit geklärt, daß man zu einem Kompromiß kommen konnte. Die Konferenz beschloß, zwar nicht kooperativ in die Z. V. f. D. einzutreten, aber den Beitritt jedem Chawer zu gestatten. Auf diese Weise wurde beiden Richtungen Rechnung getragen. Die Debatte über die Ereignisse in Palästina war ebenfalls sehr ein gehend und wurde durch ein großes Referat von Berl Kaznelson eingeleitet. Die Mehrheit der Konferenzteilnehmer erklärte ihr Einverständnis mit der Politik der Histadruth und wandte sich gegen Verzichtstimmungen, wie sie in verschiedenen zionistischen Kreisen aufgetaucht waren. Rein äußerlich gesehen war die Konferenz ein großer Erfolg, sie war stark besucht und besonders die Eröffnungssitzung, die mit einer Begrüßung für den achtzigjährigen Eduard Bernstein begann, nahm einen glänzenden Verlauf. Es besteht jetzt für alle Freunde des zionistischen Sozialismus die Hoffnung, daß die Poale-Zion aktiv den Kampf für -die palästinensische Arbeiterschajft auich in der Zionistischen Vereinigung für Deutschland führen wird. E. P. Wir bringen nachstehend die wichtigsten Resolutionen: Palästina. 1. Die Konferenz drückt ihre Solidarität mit der Stellungnahme und Tätigkeit der Histadruth während und 'nach den Ereignisse« aus. Die Konferenz dankt dem Selbstschutz, der die Existenz des Jischuw und .seine Würde gerettet hat. Die Konferenz sieht in der jüdischen Einwanderung und Kolonisation die Grundlagen des Fortschrittes und des Friedens im Lande und im jüdischen organisierten Arbeiter den Vorkämpfer für die Verständigung der beiden Völker und für ihren gemeinsamen Aufstieg. 2. Die Konferenz stellt mit großer Befriedigung fest, daß der Jischuw trotz der schweren Leiden sich nicht durch Stimmungen des Hasses und der Rachsucht hat 'beherrschen lassen und daß die Histadruth der Gemeinsamkeit der Lebensinteressen der arabischen Massen in Palästina und der jüdischen Arbeiterklasse Rechnung tragend, mit verdoppelter Energie ihre Bemühungen fortsetzt, die gemeinsame Basis für das Leben beider Völker zu schaffen. 3. Die Konferenz stellt (fest, daß die reaktionäre Gefahr der revisionistischen Bewegung sich in ihrem Verhalten vor den Ereignissen gezeigt hat. Der Revisionismus lenkt die jüdische Jugend vom Wege chaluzischen Schaffens ab, erzieht sie zum Hasse gegen die Arbeiterbewegung und im Geist chauvinistischer Phraseologie, die bei den Lebensbedingungen dm Lande geeignet ist, die Beziehungen -zwischen den Völkern zuzuspitzen und den Weg zur Verwirklichung des Zionismus zu erschweren. 4. Im Gegensatz zu Tendenzen, die in gewissen zionistischen und antizionistischen Kreisen aufgekommen sind und die zum Ziel haben, den Zionismus auf die Schaffung eines geistigen Zentrums in Palästina zu reduzieren — Tendenzen, 35