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Der junge Jude · 1930-02-01 · Heft 6 (Februar 1930) · page 21

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 6 (Februar 1930)
Date
1930-02-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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\ \\ Die Gemeinschaft forderte für sieh Bestätigruns und erlebte sich als Einheit anderen Gemeinschaften gegenüber. Jedes Mitglied der Gemeinschaft erlebte sie für sich und wertete die Bestätigung für sein "Leben. Die „legitimierte46 Gemeinschaft beginnt zu arbeiten: Sie wird zur bewußten Mitträgerin des ganzen Kinderhauses. Die Idee des Sozialarbeiters entsteht. Die Berührung mit den Sozialideen und mit der nationalen Bewegung differenziert die Gruppen der Volksarbeiter. Es bilden sich sozialistisch-zionistische und jiddisch-sozialistische Gruppen. Mit dieser letzten Wendung verloren wir den Anspruch, Erzieher unserer Jugend zu sein. Das Leben des Volkes selbst wird weiter an unserer Jugend bilden. Unsere Aufgabe war es nur, die Einzelnen zu sammeln, ihnen den Mut und den Glauben und das Vertrauen an die Menschheit und ihre eigene Zukunft wieder zu geben. Nun, da sie den Anschluß gefunden haben, wird das Leben und das Volk sie weiter führen. (Erstdruck: Zeitschrift jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik Februar 1930.) MIT A. D. GORDON. Von Ch. K. (Aus dem Sammelbueh „Divrei Poaloth".) Es war in den Tagen von Ohassan-Beek*) in Kinereth. Im Hause eines der Kolonisten hatte man die „politischen" Gefangenen gesammelt. Das Zimmer war voll von Menschen. Keine Hand konnte man rühren. Und im Zimmer nebenan — wurde geschlagen. Jedesmal führt man einen anderen in „jenes" Zimmer. Schon hat man M. B» und A. S. geschlagen. Sie schwiegen, als sie die „Fallikke''**) empfingen. Hinter der Wand hört man Schreie — man schlägt Ch. M. Die Männer schweigen. Keiner spricht ein Wort. Alle fühlen, daß das Ende herannaht. Das Schicksal des Jischuw ist besiegelt, Verzweiflung in den Augen Aller. Unter den Gefangenen ist auch A. D. Gordon. Ist er verhaftet oder kam er von selbst? Den Männern scheint es jeden Moment, daß man üxn in jenes Zimmer rufen wird; denn man wählt gerade die Alten und Angesehenen zum Schlagen____ Da plötzlich erhebt sich der „Alte", hebt seine Hände in einer Tanzbewegung, spreizt die Finger und beginnt sich unter den Gedrängten einen Weg zu bahnen, während seinem Munde das Lied entströmt: „Un as inen zapt vun mir des Blut arois men mutsehet mich pamelech, lach ich sich gut von meine Sonem ois un sing mir gor a freilaohs"***) Die Augen der Jungen wenden sich dem singenden „Alten" zu. Ein Zittern erfaßt alle. Deutsch von G. St. *) dem grausamen -türkischen Befehlshaber. *■*) Schläge der Türken auf die nackten Fußsohlen. ***) Und zapft man mir das Blut auch aus und quält mich sehr allmählich, dann lach' ich meine Feinde aus und sing' mir zu ganz fröhlich. 1»

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