Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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lieh bekommen, erwachsene Arbeiter---und er habe kleine Schwestern---und man muß doch essen und sich ernähren — --und er bekommt 8---alles sei von AUah. In dieser Stunde klagte ich mich der schweren Schuld an, nicht arabisch isprechen gelernt zu haben. Wenn man doch reden könnte! Verwaister Arbeiter! Junger Bruder! Ob 'die Vermutung der Gelehrten zutrifft oder nicht, ob du mir blutsverwandt bist oder nicht, die Verantwortung für dich habe ich zu tragen. Habe ich doch die Pflicht, dir die Augen zu öffnen, dir menschliche Beziehungen aufzuzeigen! Nein, nicht das Veranstalten einer Revolution im Orient im Handumdrehen auf Befehl irgendeines Kommitees oder als Abgesandte einer sozialistischen Politik... dies gerade ist vielleicht nicht unsere Aufgabe. Dies werden wir vielleicht gerade gegen unseren Willen tun, aus Verzweiflung, da wir keine andere Wahl haben. Nein, nicht dies... sondern die Berührung von Mensch zu Mensch, von heute an.,. und im Laufe von Generationen... im Laufe langer Zeit..., und ohne jeden Zweck... ohne jede Absicht... außer der Absicht eines Bruders, eines Kameraden, eines Freundes ____ „Sei gegrüßt Herr", trennte sdch der Junge bald von mir, als er merkte, daß ich mit meinen Gedanken beschäftigt bin und die Unterhaltung abgebrochen war. Aber aus seinem Abschiedsgruß war doch eine große Befriedigung darüber zu hören, daß es ihm so unbeabsichtigt gelungen war, eine richtige Unterhaltung mit einem Erwachsenen zu führen und wie ein Alter und Erfahrener vernünftig zu sprechen. „Friede mit dir, mein Lieber", flüsterten meine Lippen und mein Herz bebte für ihn und für mich. Und weiter irrte ich in der Dämmerung umher. (Ins Deutsche übertragen von G. St.) DER TOD*). Von S. Keiohenstein—Ejn Charod. Jener furchtbare Unglücksfall, der seit einigen Tagen die gedrückte Stimmung im Lager verursachte, warf seinen Schatten auch auf den Kindergarten. Alle Bemühungen, diese furchtbare Stimmung dort nicht eindringen zu lassen, waren vergebens. Stolz und frei sprengte er in seiner hohen und erhabenen Sicherheit jede Scheidewand, die zitternde Erzieher und Erzieherinnen aufzurichten sich bemühten. Aber hier, in der Welt der Kinder, war ihm viel von seinem Stachel genommen und es kam etwas Leichtes, etwas kindlich Naives in den Gemütern dieser eifrigen Vier- und Fünfjährigen dazu. Das Häuflein entstellter Gliedmassen, die von der unbarmherzigen Maschine zermalmt worden waren und die gestern Abend auf dem grünen Abhänge zur Euhe gebettet worden waren — weckte in den Gemütern der Kinder eine Menge Fragen und abseits liegender *) Aus der Zeitschrift des Hakiibuz Hameuchad „Mibifnim'4. 11