Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Instanz mit ihrer hemmenden Hand mehr, als sie mit ihrer gebenden gewährt. 3. Für die Förderung des Genosse nischaftwese n?s. Auf dem Lande und in der Stadt. In der Produktion und im Konsufm. Nicht weil sie die rentabelste, sondern weil sie die erstrebenswerteste Form ist. Und wo und wann sie nicht rentabel ist, muß ihr dazu verholfe^n werden, bis sie die rentabelste wird. Die Kwuzah und der genossenschaftliche Moschaw, die Untei-nehmerkooperative und der Hamaschbir ist das Höchstgut, das das palästinensische Arbeiterwerk dem jüdischen Sozialismus und der jüdischen Befreiungsbewegung überhaupt, errungen hat. Und es ist Ehrenpflicht des jüdischen Sozialismus, diese Errungenschaften zu hüten, zu schützen und zu fördern. 4. Für die Anerkennung der Arbeiter - Histaliruth und der Autonomie ihrer Institutionen. Wenn die Arbeiterschaft Palästinas die verantwortliche Trägerin und Verwirklicherin des neuen Gemeindewesens im Lande werden soll, so kann es nicht und wird es nicht der auseinanjderfallende Arbeiterstaub sein, sondern die geschlossene und zielbewußte Arbeiterorganisation. Wenn die kolonisierende Instanz der Arbeiterschaft etwas zu gewähren hat, so gewährt sie es ihrer Organisation, und wenn sie Forderungen stellt, so fordert sie von dieser. Wenn Privatkapital ins Land kommt, und es Lohnarbeiter braucht, so nimmt es sie von der Gewerkschaft, schließt mit ihr den Kollektivvertrag, stellt an sie seine Forderungen und übernimmt ihr gegenüber seine Verpflichtungen. 5. Für die Kulturtätigkeit der Arbeiterschaft im Lande. Die geistige Vereinheitlichung der mosaikartig zusammengesetzten Arbeitereinwanderung aller Länder und Sprachen, die VVerwurzelung ihrer ajler in der Sprache und Kultur der Nation und in der Eigenart ihres Landes und Wirkungsstätte, die Umwandlung der Kulturgüter der Menschheit und des Volkes in Gemeingüter der arbeitenden Menschen im Lande, und die geistige Ermöglichung, die historische Aufgabe zu erfüllen, die der palästinensischen Arbeiterschaft zuteil geworden ist, braucht die besondere Hilfe und Mitwirkung all derer, die sich als beteiligt am Werk betrachten. Mehr als anderswo tut hier eine schützende und stützende Bruderhand not. 6. Für das friedliche Zusammenleben der jüdischen und arabischen Bevölkerung im Lande. Wir müssen uns alle darüber klar sein, .daß es unser historisches Geschick isit,t auch künftighin gemeinsam mit dem arabischen Volke im Lande zu leben. Und dieses Zusammenleben kann von uns nur auf Grundlagen der gegenseitigen Solidarität, der Hebung des Lebensniveaus des Nachbarvolkes und des aufrichtigen Wollens, die nationale Eigenart der beiden Völker vollauf zu wahren und zu fördern, gedacht sein. 7. Für die Hechaluzbewegung in der Diaspora. Sie liegt jenseits Palästinas, ist aber auf das engste mit der palästinensischen Arbeiterschaft verbunden. Sie ist die Arbeiterbewegung Palästinas von morgen. Und sie ist schon heute dem Schicksale der paiastinen** sischen Arbeiterschaft verfallen. Auch ihrer Stärkung und Ausbreitung, geistige und berufliche Ausbildung und Rüstung bedarf des besonderen Schutzes der Liga in der Diaspora. Dieses scheinen mir die ersten „sieben Gebote" zu sein, die elementarsten, die primitivsten und im 10