Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3476254-3476255-3476257--0385-3525591- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 35 Die Antipathie zwischen den beiden letzteren ist in der Regel grösser als zwischen den beiden ersteren; jede Section führt das * Leben ihres Geburtslandes. Die folgenden wenigen Thatsachen kennzeichnen die Situation : a) Das häusliche Leben der Juden ist nicht zerstört, obschon der Ein Auss des „Clublebens" sich fühlbar macht. * b) Die Frauen bewahren noch immer die alte Sittlichkeit/ (1er die Juden soviel verdanken; von den Männern kann dies nicht gesägt werden. €) Die von Religiosität und rituellem Geremoniell beeinflusste Lebensweise wird von der pecuniären Frage bedingt. d) Der grosse Hang zur Literatur seitens der continentialen Juden gibt sich bei der englischen Judenheit nicht kund. e) Die Juden sind grosse Gönner der Oper, Musik und der Concerthalle und das hat sich sogar bewährt, als eine reisende „Jargon Operetten-Truppe" sich für einige Zeit in London niederliess* ]f) Das Leben in den Provinzen ist wohlfeiler, als in London und haben dort die Juden gewöhnlich mehr Ideengemeinschaft, die freilich ■ unter den Mängeln kleiner Städte leidet, g) Unter den englischen Juden herrscht die Vorliebe für Pferderennen-Wetten, während die fremden Juden dem Karten- und ■ Würfelspiele huldigen. In England werden sehr wenig uneheliche jüdische Kinder -geboren, was gewiss den religiösen und moralischen Principien zuzuschreiben ist Ein anderer darauf bezughabender Umstand ist auch der Wunsch nach Ehe* Ein sehr langer und interessanter Bericht könnte über dieses Thema geschrieben werden; da jfdoch die jüdischen Ideen in dieser Hinsicht nur wenig variieren, ist es überflüssig, mehr als die folgenden Aufzeichnungen zu bringen: Unter den Armen sind die Heiraten häufiger als unter den Eeichen oder irgend einer anderen CJasse* Verschiedene Fonds unterstützen junge Paare, damit sich diese einen eigenen Herd gründen können, während die Gehören für das rituelle Trauungsceremoniell bedeutend herabgesetzt und in vielen Fällen gänzlich nachgesehen werden, um „stille Chaznoth" oder nach jüdischem, jedoch nicht naqh englischem Gesetze gestattete Ehen zu verhüten. Ehen'zwischen sehr jungen und ältereg Leuten kommen verhältnismässig unter Armen öfter vor, als unter den anderen Classen. Das ausländische Element ist entschieden gegen Junggesellen und alte Jungfern und spielt der Schadehen, wenn auch nicht in dem Masse wie früher, noch immer eine Eöljie. Die Mittelclassen haben am wenigsten Sinn für die Ehen und dürften die folgenden Aufzeichnungen mit Rücksicht auf diesen Punkt von Interesse sein: ' , j > ■ . V " ... . ' '; *• ' 1 " Die Durchschnittszahl jüdischerHeiraten, die j&hrliqh in England geschlossen werden, ist ungefähr 1.200, hievon: ■