Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1899
Issue
2 (1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 147 (sequence 61)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2642950-2642954-2642956--0455-3525442
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

147 — Spuren alter Bräuche erhalten sind, glaube ich die Herkunft desselben von einer deutschen vorchristlichen Xamengebungsfeier zum mindesten wahrscheinlich gemacht zu haben. Damit ist jedoch die Hulekreisch-Frage noch nicht erledigt. Vor allem wäre noch das Geltungsgebiet des Brauches genau zu begrenzen, über welches bisher nur Angaben aus Weilburg, Mainz, Frankfurt a. M., der Provinz Starkenbürg, dem Eisenacher Oberlande und aus Fürth vorliegen. Auch in Holland und Frankreich soll der Gebrauch bekannt sein. An der Lösung dieser Aufgabe sich zu betheiligen, möchte ich den Leserkreis dieser Zeitschrift hiermit eingeladen haben. Derartige Gebietsbestimmungen von Gebräuchen dürften vielleicht, auch für die Wanderungsgeschichtc der Juden manches worthvolle Resultat ergeben. 1)1\ A. Landau. 2) Jüdische Medaillen. In meiner Sammlung findet sich eine Anzahl Geldstücke, die einestlieils von einer Seite, anderntheils von beiden Seiten abgeschliffen und dann mit hebräischen Inschriften gravirt worden sind. Es sind dies die folgenden Stücke: 1. Sekelfalsum. Av. Räucliergefäss mit der Umschrift : שקל ישראל. Rev. der Buchstabe ה in grosser Ziersclirift. 2. Oesterreicliisclies 20 Kreuzerstück von Franz II. Av. der Reichsadler mit Umschrift. Rev. ebenso wie bei dem vorhergehenden Stück־. Da das ה auf diesen Stücken keine andere Bedeutung haben kann, als anstatt des Gottesnamen zu stehen, beide Stücke übrigens auch gelocht sind, so scheint es wohl sicher, dass sie dazu bestimmt waren, als Amulet getragen zu werden.1) Zu welchem Zwecke sind aber die weiter angeführten Stücke angefertigt worden? 3. Preussisclies 4 Gute Groschonstüek von Friedrich II. Av. Brustbild des Königs mit Umschrift. Rev. Inschrift in!Zeilen: י ישרא' בןריליב קראנקי. 4. Kupfer-Dreier. Av. abgeschliffen aber leer. Rev. Inschrift in 3 Zeilen: ר׳ בניבזן ה״ל. 5. Kupfer-Dreier (?). Av. Inschrift in 4 Zeilen: ה׳ קג׳ ה (zwischen dem 2. und 3. Buchstaben eine Tulpe) גריניגן תקע״ג לפ׳־ק. Rev. Unter einer Guirlande Inschrift in 3 Zeilen: י־יב בר ,1יב לעווארדן. b. Kupferscheibe2) (35 mm). Av. Inschrift in 3 Zeilen: ה ק מיה שני. Rev. Inschrift in 3 Zeilen: וואלוף בר ליב ס ה. 7. Kupferscheibe3) (35 mm). Av. In einem verzierten Doppelkreis Inselirift in 2 Zeilen: 71׳ק א״ב. Rev. Inschrift in 3 Zeilen: גארדי בת יעקב הורימאבר. 8. Messingscheibe (33 mm). Av. Inschrift in 2 Zeilen : ה ק ב א. Rev. Inschrift in 3 Zeilen: נהרס בן שלמה זעלענדר. 9. Messingscheibe (33 mm). Av. In einem einfachen Kreis Inschrift in 2 Zeilen: ה ק א״ב. Rev. Inschrift in 3 Zeilen: משה בן מאיי מינקראם. Die Abbreviatur: ה ק, die sieh auf allen den zuletzt genannten Stücken vorfindet, darf wohl mit ziemlicher Sicherheit הברה קדישא gelesen werden, und ebenso die Abbreviatur: ג״ה, die sieh bei Xo. 5 daneben findet als: גמילות הסד U Ein ganz ähnliches Stück (Sixpenee) befand sieh auch in der engh-jüd, Ausstellung von 1887 (Cat. Xo. 1887). -) Zur Anfertigung dieses Stückes und ebenso der folgenden scheint man keine Geldstücke, sondern glatte Schrötlinge verwendet zu haben. 3) Möglicherweise soll hier nicht א״ב sondern א ב gelesen werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.