Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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9 (Gandersheim), denen er nach bestandener Prüfung das Zeugnis der Reife für das Hochschulstudium in diesem in der Geschichte der Anstalt bedeutungsvollen Augenblick überreichen durfte. Herr Bürgermeister Finke überbrachte die Glückwünsche der Stadtverwaltung und hob hervor, daß sich der Stifter in der Stadt Seesen ein dauerndes Denkmai gesetzt habe. Dann sprach Herr Direktor W e i n b e r g - Dresden im Namen der alten Schüler von der herzlichen Kameradschaftlichkeit, die zu seiner Zeit auf der Schule herrschte, und ermahnte die neue lugend, in Treue, Einigkeit und Menschenliebe zum Heile des Vaterlandes zu einander zu stehen. Das Lied „Brüder reicht die Hand zum Bunde" schloß die schöne Feier. Bei dem Mittagsmahle im „Wilhelmsbade" an dem sich zahlreiche, vornehmlich auswärtige „Ehemalige1* mit ihren Damen beteiligten, klang aus den Tischreden zwar vielfach das Bedauern heraus, daß die Anstalt ihre frühere Unabhängkeit als Stiftungsschule verloren hätte, daß aber ihre Verstaatlichung bei dem wirtschaftlichen Niedergang eine unumgängliche Notwendigkeit war. Es wurde allgemein betont, daß auch unter den neuen Verhältnissen die Altschülerschaft im Sinne des Stifters wirken könne, indem sie Mittel zur Unterstützung von weniger bemittelten Schülern und zur Erhallung von Freistellen im Schülerheim schaffe. Um 21 * Uhr marschierte die Schulgemeinde in langem Zuge mit flatternden Fahnen und unter den Klängen einer Kapelle nach dem Sportplatz der Anstalt, wo sich bei herrlichem Sommerwetter ein fröhlicher Wettkampf in allerlei turnerischen und sportlichen Uebungen unter der Leitung der Herren Studienräte Harke und Hillebrecht entwickelte. Als Einleitung ließ Herr Studienrat Harke seine Turnklassen einige wohlgelungene Aufmarsch- und Freiübungen vorführen, die bei den Zuschauern allgemeine Anerkennung hervorriefen. Dem ersten Fünfkampfsieger K. Fahlbusch (Uli) überreichte Herr Oberbürgermeister Rohöe (Itzehoe), der Ehrenpräsident des Schülerturnvereins, einen von ihm gestifteten Chrenpreis und versprach, auch bei folgenden Stiftungsfesten seinen lieben Turnverein zu bedenken. Den musikalisch-theatralischen Darbietungen am Abend in Eberhagens Saalbau, der dicht gefüllt war, lag der Leitgedanke zu Grunde, die Zeitkultur, aus der die Schule hervorgegangen war, zum Ausdruck zu bringen. Daher die Auswahl der Gesänge des Schülerchors unter Leitung des Hrn. Oberlehrer Germer: Chöre aus „Orpheus1' von Gluck, „Schwertlied" und „Im Wald'1 von Weber und ein Klaviervortrag einer Schülerin : „Phantasie in D-moIl' von Mozart. In diesen Rahmen paßte auch die Aufführung der wesentlichsten Szenen aus Lessings „Nathan der Weise", die, mit großer Sorgfalt von Herrn Studienassessor Dr. Feinere eingeübt, von Schülern und Schülerinnen der oberen Klassen aufgeführt wurden. Das wirkungsvolle Szenenbild ist von einem ehe maligen Schüler, Herrn Kunstmaler Erich Glas, geschaffen worden. Der Aufführung ging ein einleitender Vortrag des Oberprimaners Karl Jacobs über „Lessing und die Aufklärung" voraus. Bei Tanz und in froher Geselligkeit blieben die Teilnehmer bis in die ersten fDorgenstunden beisammen, und am nächsten Tage trafen sich noch verschiedene Herren und Damen zu einer Plauderstunde in Bad Grund. 2) Sonstige Schulnachrichten. Das Schuljahr begann am 7. April 1926 mit der Aufnahmeprüfung einer Reihe von Schülern und Schülerinnen. Insgesamt sind im Laufe des Schuljahres außer den am 2. März 1926 aufgenommenen 24 Sextanern 34, darunter 7 Mädchen, in die verschiedenen Klassen eingetreten. Von diesen wurden 16 ins Schülerheim aufgenommen.