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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1913-01-01 · Heft 1 · page 19

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1913-1914
Issue
Heft 1
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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IRI
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20 Römerkastells trennte sich der Unterzeichnete von seinem Kollegen und den Schülern, welche die alten Rheinstädte Worms und Speyer aufsuchten und die sonnige Pfalz teiiweise durchwanderten. Von Karlsruhe ging es nach Pforzheim und weiter zu Fuss durch den nördlichen Schwarz wald nach Baden-Baden, Hier schloss sich der Unterzeichnete der Reisegesellschaft wieder an und dann zog sie rüstig weiter über die Schwamvaldberge nach der Hornisgrinde, dem Mummelsee, nach Freudenstadt und Tri bürg. Den Rheinfall von Schaff hausen und das malerische Konstanz erreichte man mit der Bahn, und von da fuhren wir über den Bodensee nach Friedrichshafen, wo wir durch einen glücklichen Zufall Zeppelins 75, Geburtstag mitfeiern und den Meister in einem neuen Luftschiff aufsteigen und landen sehen konnten. Die Rückkehr erfolgte durch das Eisass, wo die Schüler Strassburg besichtigten. Von Mainz aus fuhren sie auf einem Rheindampfer eine grosse Strecke flussabwarts und in Köln trennten sich die Reisegefährten. Infolge des regnerischen Wetters musste der Wandertrieb öfters gehemmt und die Eisenbahn benutzt werden, was die Reise natürlich etwas verteuerte. Im übrigen setzten die Knaben ihren Stolz darein, recht hillig und recht spartanisch zu Jcben. Das „Hotel", auch dasjenige, wo man für 1,50 M. Nachtquartier, Abendessen und Frühstück bekam, wurde als eine - unnötige Einrichtung der europaischen Überkultur verächtlich — nach Möglichkeit — gemieden. Für 20—40 Pfg, pro Kopf wussteu unserö Quartiermacher eine Lagerstatt auf Stroh ausfindig zu machen; in Worms fanden die Knaben gastliche Aufnahme in der Kaserne. Man kochte auf offener Land Strasse oder nuf AViesen ab und teilte brüderlich seine Mund Vorräte, Ks waren herrliche Tage gesunden Katurl eben s, die in der Erinnerung der Teilnehmer imauslöschbare Eindrücke zurückgelassen haben. Erfrischt an Leib und Seele und bereichert mit wertvollen Kenntnissen über einen grossen and schönen Teil unseres deutschen Vaterlandes, sind die Jungen nach Hanse zurückgekehrt. Einer der Teilnehmer, der Schüler 0 b e r d o rf f, hat vor der Schülerschaft einen hübschen Vortrag über seine Reiseerlebnisse gehalten, wozu ein anderer Wandergefähite der Schüler Tom nie, durch zum Teii selbst aufgenommene Photographien die bildlichen Belege lieferte. Dem Kollegen, Herrn Dr. F ü s e r, gebührt aber vor allem Dank dafür, dass ei diese Schüler fahrt durch eine gründliche Vorbereitung des Keiseplaues mit den Teilnehmers und durch seine umsichtige Führung unterwegs zu einer lehr- und gen ussreichen gestaltet hat Zur Förderung der körperlichen Ausbildung, abgesehen von der ethisch-patriotische! Seite, dienen auch die Übungen und Veranstaltungen von „Jung-Deutschland", an denen unsec Schüler dank dem freund liehen Eni gegen k ommen des Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe des Herrn Amtsrichter Dr. Wolf, wiederholt teilnehmen konnten, An den zwei Kriegsspielei bei Güttingen und Harzburg und an dem Stiftungsfest am 15. d. Mts. beteiligten sie s;ch ini grosser Freude. Bei dem Sedanwetturnen des Kreises Gandersheim in Münchehof trugei sie an 50 Preise davon, darunter den 1. Preis in der oberen Jugendgruppo (Schüler Pabg' von der Olllr), Es ist ferner zu erwähnen, dass Herr Lehrer Bode im vergangenen Sommer einen Versuch mit Nacktturnen gemacht hat in der Weise, dass die Schüler mit entblösstem Oberkörper im Freien turnten. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht einmal in der Wirkung des Luft- und Sonnenbades, das ja als ein nervenstärkendes und abhärtendes Mittel allgemein gepriesen wird, andererseits auch darin, dass dabei auf die Körperhaltung der Knaben besonders geachtet werden kann,

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