Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1901-1902
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3504366-3504411-3504412--514-3524769- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Seesen 2× ep/1048106
- Goslar 1× ep/1044636
OCR text
11 und am zweiten. Tage in Harzburg einzutreffen. Die Klassen IV bis VI brachen am zweiten Tage auf und fahren nach Goslar oder Oker, wanderten von hier durch das Okerthal nach Romkerhall und über die Käste nach Harzburg. Hier vereinigte sich die ganze Schule nachmittags unter den Eichen und fuhr dann abends mit der Eisenbahn nach Seesen zurück, — Im zweiten Vierteljahre fiel der Unterricht am 14. September wegen des jüdischen Neujahrsfestes und am 23. September wegen des Versöhnungstages aus. Von Mittwoch den 25. September mittags bis Freitag den 27. September wurde die Hundertjahrfeier der Schule begangen. (Siehe den ausführlichen Bericht in der Beilage.) — Im vierten Vierteljahre hielt Herr Oberlehrer Dr. Münz er die Festrede zu Kaisers Geburtstag am 27. Januar; am 8. Februar gaben die Musikschüler unter Leitung des Herrn Lehrers Germer ein wohl gelungenes Konzert in der Turnhalle. Der Gesundheitszustand der Schüler wäre im ganzen Schuljahre ein durchaus befriedigender gewesen, wenn nicht gegen Ende des Sommers eine Scharlachepidemie in Seesen ausgebrochen wäre und auch die Schule in Mitleidenschaft gezogen hätte. Nachdem sogleich eine Anzahl Haus- und Stadtschüler von der Krankheit ergriffen war, konnte der weiteren Verbreitung der Ansteckung durch Schluss der Schule zu Michaelis wirksam gesteuert werden. Fast alle Hausschüler fuhren auf Hat der Direktion während der Herbstferien nach Hause 5 inzwischen wurden sämtliche Räume der Anstalt gründlich gereinigt und, soweit erforderlich, desinfiziert* Dies hatte auch den Erfolg, dass die Krankheit seitdem ihren epidemischen Charakter verloren hat. Es sind nur noch ganz vereinzelte Fälle unter Haus- und Stadtschülern aufgetreten. Dank der sofortigen Isolierung und ihrer sorgsamen Pflege durch zuverlässige Krankenwärterinnen sind unsere erkrankten Alumnen sämtlich bald genesen und haben auch unter keinen schlimmen Nachwirkungen zu leiden gehabt. Dagegen hatten wir den grossen Schmerz, dass uns einer unserer hoffnungsvollsten Stadtschüler durch die tückische Krankheit entrissen wurde. Karl Küster, Schüler unserer Tertia Bf verstarb am 19. Februar, wenige Tage, nachdem ihn das Schaiiachfieber auf das Krankenbett geworfen hatte. Die braven Eltern betrauern in ihm den einzigen heissgeliebten Sohn, die Schule einen Zögling, der durch musterhaftes Verhalten und unermüdlichen Fleiss ihr immer nur zur Freude gereicht hat und von dem wir alle dereinst das Beste erwartet hatten. Lehrer und Mitschüler erwiesen ihm die letzte Ehre; sein Andenken wird uns immer lebendig bleiben. Die allgemeine Teilnahme, die der traurige Fall erregt hat, möge den schwer geprüften Eltern einigen Trost gewähren! ' -■; ' 3. Leben im Alumnate. ..... Eine nennenswerte Neuerung ist hier nicht eingetreten. Im Winterhalbjahre wurde der Handarbeitsunterricht wiederum auf gewohnte Weise in drei je dreistündigen Kursen (Papp-, Schnitz- und Hobelarbeiten) von Herrn Wen dt erteilt. — Die zahnärztliche Untersuchung unserer Hausschüler ist seit vorigem Herbste Herrn A. Levinski, praktischem Zahnarzte in Holzminden, übertragen. , ,.. ■ .: \ ~ ■