Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1902-1903
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3504366-3504409-3504410--534-3524748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11 in freundschaftlichen Beziehungen gestanden haben — Herr Prof. Fels hat als Vorsitzender des Hamburger Vereins ehemaliger Jacobson-Schüler ganz besonders bei der Centenarfeier durch Wort, Schrift und Tat davon Zeugnis abgelegt —, so wird diese ihnen ein dauerndes ehrendes und dankbares Andenken bewahren. 2. Lehpplan. Die neuen preußischen Lehrpläne von 1901, die mit Beginn des Schuljahres 1903/04 auch für uns vollständig in Kraft treten, aber auch schon im laufenden Winterhalbjahre tunlichst berücksichtigt sind, bringen in der Lehrverfassung unserer Realschule nur unwesentliche Änderungen: in Kl. IV wird die wöchentliche Stundenzahl für Geschichte von 2 auf 3 erhöht und in KL III wird für Schüler mit schlechter Handschrift eine besondere Schreibstunde eingerichtet. Beides sind sehr erwünschte Neuerungen, die wir sofort eingeführt haben. Außerdem sehen aber die Lehrpläne an mehreren Stellen eine veränderte Verteilung der Lehraufgaben vor und enthalten außerdem eine Fülle wichtiger methodischer Bemerkungen und Anweisungen für die einzelnen Unterrichtsfächer: wiederholte Fachkonferenzen, die in den Monaten September bis November gehalten wurden, dienten dazu, die Lehrer mit diesem neuen Inhalte der Lehrpläne genau bekannt zu machen. Auf Grund der dabei von den Fachlehrern gelieferten Referate und der Ergebnisse der sich anschließenden eingehenden Beratungen wird im Laufe des nächsten Schuljahres der neue Lehrplan ausgearbeitet werden. Von ganz besonderer Bedeutung für die weitere Entwickelung unserer Schule ist es aber, daß ihr von Ostem d. J. an nunmehr eine realprogymnasiale Abteilung angegliedert werden wird, — Schon seit Jahren war namentlich von der Seesener Bürgerschaft wiederholt der Schulleitung der Wunsch ausgedrückt worden, daß der Unterricht im Latein in unseren Lelirplan aufgenommen werden möchte; aber auch die Eltern auswärtiger Schüler vermißten häufig diesen Lehrgegenstand und sahen sich deshalb veranlaßt, ihre Söhne entweder überhaupt unserer Anstalt fernzuhalten oder sie vorzeitig wieder fortzunehmen. Nachdem nun innerhalb der letzten zehn Jahre sich die „Reformschulen" mit Frankfurter Lehrplan, d. h. Gymnasien und Realgymnasien, die in Sexta zunächst mit Französisch als erster Fremdsprache und dann erst in Tertia mit Latein, endlich in Unter- Sekunda mit Griechisch, bzw. Englisch beginnen, mehr und mehr inn- und außerhalb Preußens verbreitet und als eine dem modernen Bildungsbedürfnis besonders entsprechende Schulgattung bewährt haben, ist naturgemäß an vielen Orten die Verbindung einer solchen Reformschule mit einer Realschule geschaffen worden. Beide haben dann einen gemeinsamen Unterbau mit Französisch von Sexta bis Quarta und gabeln sich erst von Tertia an in eine Realabteilung mit Englisch und in eine gymnasiale Abteilung mit Latein als zweiter Fremdsprache. Da unsere Schule schon seit Jahren mit Rücksicht auf die gestiegene Schülerzahl von Quarta an in zwei vollständig getrennte Parallelabteilungen zerlegt ist, so lag es nahe, diesen Umstand dazu zu benutzen, um die eine nach dem Frankfurter Lehrplan von Tertia an umzugestalten und so unserer Realschule ein Realprogymnasium anzugliedern. Eine gegen Ende August an die Eltern unserer Schüler in den Klassen VI bis IV gerichtete Rundfrage, welche Abteilung sie künftig für ihre Söhne vorziehen würden, ergab, daß die größere Hälfte sich für die künftige realprogymnasiale Abteilung mit Latein, die kleinere für die bestehende Realschule ohne Latein erklärte. Auf den darauf hin am 10. Oktober vor. J. an Herzogl. Ober-Schul-Kommission gerichteten Antrag ist uns durch