Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1891-1892
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3504366-3504395-3504396--302-3524536- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Seesen 1× ep/1048106
OCR text
15 So sind Ew. Hochwohlgeboren der Schule nicht nur ein seines Amtes gewissenhaft waltender Vorgesetzter geworden, sondern die Anstalt darf in Ihnen auch ihren treuesten, umsichtigsten und thatkräftigsten Freund erblicken. Möge Ew. Hochwohlgeboren die volle Frische und Rüstigkeit des Geistes und des Körpers, mit der Sie noch heute, nach achtzig inhaltsreichen und arbeitsamen Jahren, jüngeren Geschlechtern bewundernswert voranleuchten, möge uns das Glück, die segensreichen Früchte Ihres Wirkens zu gemessen, noch viele Jahre hindurch unvermindert erhalten bleiben! Seesen, den 31. Januar 1892. Das Kuratorium, der Direktor und das Lehrerkollegium der Jacobson-Schule zu Seesen. (Folgen die Unterschriften.) 3. Hausordnung des Alumnats. In dem häuslichen Leben unserer Alumnen ist keine wesentliche Aenderung gegen früher ■eingetreten, Von den Schülervereinen (Palästra, Phiiharmonia, Turnverein, stenographischer Verein) gab wiederum die Philharmonia am Abend des 21. November im Weibergschen Saale em Konzert zum Besten des Braunschweiger Pestalozzi-Vereins. Ein zahlreich erschienenes Publikum zollte lebhaften Beifall und verhalf dem guten Zwecke zu einer ansehnlichen Einnahme. Ein anderes Konzert veranstaltete Herr Musiklehrer Pick mit seinen Schülern aus unserer Anstalt am Abend des 12. Dezembers in unserem Speisesaale vor einem' geladenen Publikum. Auch hier fanden die Leistungen erfreulichen Beifall. — In den Monaten Oktober und November hielt der Tanzlehrer G. Bleil aus Sangershausen einen Tanzkursus für unsere Alumnen ab. Ein fröhliches und von den guten Fortschritten der betreffenden Zöglinge zeugendes Tanzkränzchen schloss diesen am Abend des 28. Novembers ab. Herr Buerke nahm sich auch in diesem Jahre (s. Bericht 1891, pag, 16) der schwächeren und zurückgebliebenen Schüler in besonderen Arbeitstunden an. Der schon im vorjährigen Berichte (s. pag. j6) besprochene Unterricht in der Knabenliandarbeit ist nicht nur fortgesetzt, sondern auch noch erweitert worden. Nachdem Herr Wendt abermals im April an einem betreffenden vierwöchent liehen Lehr gange der Lehrerbildungsanstalt zu Leipzig theilgenommen hatte, haben wir seitdem ausser den beiden früheren Kursen für Papp- und Hobelbankarbeit noch einen solchen für Holzschnitzerei eingerichtet Die Zahl der Teilnehmer im Wintersemester ist: a) Schnitzerei 17, b) Papparbeit 17, c) Hobelbank 7, — Die Unterrichtszeiten sind a) im Sommer: j b) im Winter: 1) Schnitzerei: Montag und Donnerstag 11 bis \ Mittwoch i^a bis 3 Uhr, Sonntag 11 bis \21j^ Uhr, Dienstag 5—672Uhr, Sonnabend 5—7 Uhr abends, 1272 Uhr, 2) Papparbeit: Mittwoch 2 bis 4 Uhr, Sonn abend 2 bis 4 Uhr. 3) Hobelbank: Donnerstag 77a bis 972 Uhr j Donnerstag 772 bis 9Y2 Uhr abends, Sonnabends, Sonnabend 2 bis 4 Uhr; j abend 5 bis 7 Uhr abends. — Am Sonnabend wird zwischen 2) und 3) gewechselt. Im übrigen sind die Bedingungen dieselben geblieben, für die Teilnahme an der Holzschnitzerei zahlen die Pensionäre 15 Mk. halbjährlich. Eine vor Weihnachten in der Schülerwerkstatt veranstaltete kleine Ausstellung der fertiggestellten Arbeiten bewies, dass die Knaben sich mit Lust und Liebe beteiligen und dass bei den meisten unter ihnen auch der eigentliche Zweck dieses Unterrichts, die Förderung der Handgeschicklichkeit sowie des Sinnes für saubere genaue Arbeit und Formenschönheit, erreicht wird.