Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1888-1889
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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15 tag des Kaisers Wilhelm IL wurde am 26. Januar eine Vorfeier auf der Aula veranstaltet, bei welcher Herr Hummel die Festrede hielt, — Am 13. und 14. März wurden die 14 Osterabiturienten der mündlichen Prüfung unter Vorsite des Regierungskommissars unterzogen; ihre Entlassung geschah am 15, März/ Der Gesundheitszustand der Schüler und Lehrer war im ganzen Schuljahre ein normaler und befriedigender; weder einige vereinzelte Scharlachfälle im Juni 1888 und im Februar d. J. noch in letzter Zeit hie und da auftretende leichte und schnell vorübergehende Erkrankungen diphtheritischer Natur veranlassten eine ernstliche Störung oder Unterbrechung des Schul betriebs. Die in solchen Phallen streng durchgeführte völlige Isolierung der Patienten und das Heranziehen besonderer Pflegerinnen zu ihrer Wartung erwiesen sich als ebenso heilsame Massregeln, um eine Weiterverbreitung der Krankheit unter den gesunden Schülern zu verhindern, als um die Kranken selber schnell und sicher wiederherzustellen. Dem Mutter hause in Hildesheim, das uns zweimal innerhalb Jahresfrist je eine barmherzige Schwester zur Pflege unserer Kranken bereitwilligst sandte, sei deshalb auch an dieser Stelle unser verbindlichster Dank ausgesprochen. — Wie in den früheren Jahren, wurde während der wärmeren Jahreszeit von unseren Hausschülern 1 fleissig kalt gebadet und geschwommen, während im Winter die Einrichtung zu warmen Bädern im Hause benutzt wurde, — Ebenso wurden wieder die Turn spiele unter Leitung des Herrn Wenät auf dem uns hierzu vom Magistrat der Stadt Seesen mit dankeswertem freundlichem Entgegenkommen zur Verfügung gestellten Schützenplatze eifrigst betrieben. 2. Kuratorium und Lehrerkollegium. Das erstere ist unverändert geblieben und besteht aus den Herren Rudolf Jacobson> Amtsgerichtsrat Prof. Dr. Rubo und Dr, jur. Julius Jacobson, sämtlich zu Berlin wohnhaft. — In das letztere ist, wie schon erwähnt, an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Dr. Jahn, Herr Dr. Münzer*} eingetreten. 3. Hausordnung des Alumnats. Das häusliche Leben unserer Alumnen hat keine wesentliche Änderung gegen früher erfahren. — In den Monaten September und Oktober fand für freiwillige Teilnehmer ein Tanzkursus durch Herrn Tanzlehrer Bleil statt; eine Wiederholung desselben ist für jedes zweite Jahr in Aussicht genommen. — Die 5 Schülervereine sind dieselben geblieben, wie die im vorjährigen Programm angegebenen. 4. Neubau des Alumnats, Wie schon im vorigen Jahre (vgl. Programm 18S8, pag. 20) berichtet, war bereits damals \ die demnächstige Errichtung eines neuen Alumnatsgebäudes eine seitens des Kuratoriums beschlossene Sache. Nachdem sodann auch seitens der Herzoglichen Aufsichtsbehörden dieser Beschluss selbst und zu seiner Ausführung die Entnahme des nötigen Kapitals aus dem Stiftungsvermögen der Schule genehmigt worden war, zogen sich die mannigfachen notwendigen Vorarbeiten noch fast bis gegen Mitte des vorigen Jahres hin. Endlich konnte am 19. Juni die Bauarbeit selbst nach dem Entwürfe des mit der Ausarbeitung der Baupläne beauftragten KönigL Preussischen *) Emanuel Münzer, geb. 9. Dez. 1861 tax Gross-StieMitz, Schlesien, erhielt seine Schulbildung auf dem Gymnasium Johanneum seiner Vaterstadt, bezog 1SB0 die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, promovierte 1884 zu Göttingen und absolvierte 1885 zu Berlin sein Examen pro facultate docendi. Ostern 1886 bis Ostern l888 war er am Kgl. Kaiserin-Aügusta Gymnasium zu Charlottenburg als cand, prob, und wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig. Im Jahre 1884 veröffentlichte er eine Abhandlung: *Die brandenburgische Publicistik unter dem Grossen Kurfürsten*, zu der in diesem Jahre »Neue Beiträge* in den > Forschungen zur brandenburgischen und preussischen Geschichtet erscheinen. In den Jahren 1885 —1888 war derselbe am Meyer-Cohn'sehen Archiv als Archivar thätig und veröffentlichte als solcher i. J. 1887 den wissenschaftlichen Katalog■. >Zur Geschichte der deutschen Liüeratur seit Beginndes 18, Jahrhunderts*.