KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 5 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 49 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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vertrauliche Beilage der K.C.=Blätter Bur für K. C.er — Bis Handschrift gedruckt. 1931 Oktober Br. 5 Wirtschaftshilfe im K. C.? Die K.C.-Redaktion hat eine Rundfrage an verschiedene Kartellbrüder gerichtet, ob und inwiefern die K. C.- Wirtschaftshilfe gefördert werden müsse. Unter „Wirtschaftshilfe" sind dabei der K. C.-Hilfsfonds und die verschiedentlichen Arbeitsnachweise zu verstehen. Nachstehende Aeußerungen sind die Antworten auf die Rundfrage. Die Rundfragen sollen nach Möglichkeit zu einer ständigen Einrichtung werden, und alle Gebiete erfassen, die im K. C. Interesse haben. Die Redaktion betont ausdrücklich, daß nicht etwa nur diejenigen Kartellbrüder, die von ihr um Meinungsäußerung gebeten werden, Adressaten der Rundfragen sind. Erstrebt wird vielmehr eine allgemeine Mobilisierung des Verbandslebens. Alle Kartellbrüder sind angefragt, wie sie sich eine Verbesserung, eine Veränderung, eine Bereicherung des Verbandslebens denken. Es gibt sicherlich recht viele' Kartellbrüder, die sich deshalb vor^, K. C.-Leben zurückgezogen haben, wert der K. E. ihnen nach dieser oder jener Richtung hin nicht den richtigen Weg einzuschlagen scheint, weil diese oder jene Frage ihnen im Verbände nicht genügend gewürdigt wird, weil es hier und dort an nötiger Aktivität fehle usw. Anstalt sich nun aber im stillen Groll abzuwenden, wäre es, besser, wenn diese Kartellbrüder versuchten, ihre Wünsche in die K. C.-Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, um festzustellen, ob nicht recht viele andere K. C.er das gleiche empfinden, und um so vielleicht den ersten Anstoß einer Aenderung zu geben. Am allen diesen Neigungen gerecht zu werden, dient die Vertrauliche Beilage der K. C.-Blätter. Es ist zu hoffen, daß von ihr Gebrauch gemacht wird, als von^ einer allgemeinen Aussprachetribüne, wie sie in ähnlicher Weise bei vielen großen Tageszeitungen besteht. Die K. C.-Redaktion. Lieber K.C.-Redakteur! In meiner „Jugend" machten mir meine Heidelberger Bundesbrüder immer den Vorwurf, daß ich jede Konventsrede — und bei meinem Mundwerk waren das gewiß nicht wenige — mit dem schönen Satz: „als ich heute Nacht nicht schlafen konnte" begann. Gestern war es wirklich so, als ich wieder einmal überlegte, ob man nicht alle Mängel im Verband an einer Wurzel packen kann und wo das Grundübel eigentlich steckt? Viel gibt es zu reformieren, aber am reformbedürftigsten ist — glaube ich — die Reform in unseren eigenen Reihen, das Problem der Zusammengehörigkeit. Das schöne Wort von dem gemeinsamen Band ist natürlich richtig, bietet aber leider manchem einen Schlupfwinkel und eine Deckung für eine gewisse Interessenlosigkeit. Man begnügt sich zu oft mit der Phrase: „ich fühle mich als K. C.er" und beruhigt sich selbst und sein Gewissen damit. Hier müßte mit einer Reform angefangen werden und den „Mitläufern" nahegelegt werden, offen Farbe zu bekennen, und eventuell auszutreten, während man andererseits die Getreuen der Zeit entsprechend interessieren muß, indem man ihnen etwas bietet an innerer Verbundenheit, Hilfsbereitschaft und Verständnis, ganz abgesehen davon, daß unsere Idee „Nurkämpfer" gebraucht. Das waren meine Gedankengänge, als Dein Brief, lb. Heimansohn, kam, der mir einen willkommenen Anlaß gibt, dieses Thema wieder einmal anzuschneiden und der hoffentlich die Veranlassung für eine wirklich fruchtbare Debatte mit Erfolg sein wird. Wenn Dein Vorhaben auch nur auf die materielle Seite Bezug nimmt, so denke ich doch, daß sich gleichzeitig viel Gleichgesinnte finden werden, die ebenso wie ich