KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 8-9 (August 1931)
- Date
- 1931-08-01
- Page
- Seite 149 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Heft K. C.-Blätter 149 Licaria. Die politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen des vergangenen Sommers wirkten sich auch empfindlich bei der Durchführung des Verbindungsbetriebes in der zweiter: Hälfte des Semesters aus. Einmal durch die Tatsache, daß sich unsere Bbr. Bbr. während langer Wochen in erhöhter Alarmbereitschaft befanden, da durch die nationalsozialistischen Krawalle eine äußerst unruhige Atmosphäre geschaffen war und man immer mit erneuten Ausbrüchen rechnen mußte. Diese Situation war für uns neu, da München bisher von diesen Nadauszenen verschont geblieben war. Andererseits sahen wir uns (ebenso wie viele andere hiesige Korporationen) gezwungen, unser Stiftungsfest ausfallen zu lassen. Wir hatten die große Freude, bei der Semesterschlußkneipe, die in gewohnt würdig-gemütlicher Weise verlief, Herrn Kbr. Dr. Erich Stern (Rhen.-Sil., Frib.-Ghib., Alb.) bei uns zu begrüßen. Er war das erste Mal in München und hat sowohl durch seine Tendenzrede, die er auf der Kneipe hielt, als auch durch seine Bereitwilligkeit, mit den Bbr. Bbr. alle aktuellen Fragen zu besprechen und durch Abhaltung einer Fuchsenstunde bewiesen, daß der G. A. bemüht ist, mit den aktiven Verbindungen ständig in Fühlung zu bleiben. Anfang Juli stellten wir in Würzburg gegen eine verehrt. Salia 11 Partien und eine Woche später auf dem Kartellpauktag in Frankfurt 3 Partien. Die Einteilung der Sportoffizien ist schon im vorigen Bericht erwähnt worden, so daß es sich erübrigt, hier näher darauf einzugehen. Der wissenschaftliche Teil des Semesters verlief im wesentlichen gemäß dem Plan, den der F. M. f. T. im Anfang des Semesters aufgestellt hatte und bestand hauptsächlich aus einer Vortragsreihe über den Zionismus. Auf dem Schlußkonvent erhielten die Chargen und Fuchsmajore die Klammern. Inaktiviert wurden die a. B. a. B. Otto Schäfer, Rudi H. Steinharter, Joachim Domp. Den ehrenvollen Austritt gewährten wir unserem a. F. Walter Haustein. Gemäß § 14 Abs. 2 des K. C.-Statuts schied a. V. James Kosse aus dem Verband aus. Anserm i.a.B. Ernst Lion, der sein medizinisches Staatsexamen und den Dr. mit „sehr gut" bestand, gratulieren wir nochmals an dieser Stelle aufs herzlichste. Die F. C. setzt sich folgendermaßen zusammen: X Paul Bensinger i.a.B. XX Rudi H. Steinharter i. a. B. XXX Max Hirschfelder i.a.B. Das Semester beginnt wieder am 29. Oktober um 2030 Ahr c. t. mit dem Semesterantrittskonvent. Friburgia, Königsberg. Zum Semesterantrittskonvent am 15. April fanden sich 6 aktive Burschen ein. Gleich zu Beginn des Semesters meldete sich Herr stud. med. Hans Falk aus Königsberg Pr. aktiv. Dankenswerter Weise stellte sich Bbr. Wolff der Verbindung zur Verfügung und übernahm die erste Charge; XX wurde a. B. Willy Gottfeld, XXX a. B. Walter Kinskh. Zum F.M.f.C. wurde Bbr. Adi Witkowskr gewählt, zum F. M. f. T. Bbr. Fritz Levh. Trotz eifriger Keiltätigkeit konnten wir nur noch Herrn 8tud. jur. Walter Markus aus Insterburg, Ostpr., in die Verbindung aufnehmen. Der Grund für unsere geringen Keilerfolge ist wohl in der Hauptsache darin zu suchen, daß der Zionismus in Königsberg recht stark ist. Auch ist der Zuzug von deutschjüdischen Studenten aus dem Reich äußerst schwach. Hauptsächlich liegt es wohl daran, daß innerhalb des K. C. bis jetzt kaum irgendwelche Propaganda für Ostpreußen gemacht wurde. Interessieren dürfte, daß im letzten Semester rund 2000 Studenten aus dem Reich an der Albertina immatrikuliert waren. Die Naturschönheiten Ostpreußens (Samland, Masuren) und den aufblühenden Wintersport in einem Semesterbericht zu schildern, ist wohl nicht am Platze. Wenn jedoch Kartellbrüder aus dem Reich zu uns kamen, immer waren sie von dem „verrufenen" Ostpreußen angenehm enttäuscht. Erwähnen möchten wir noch, daß der NSStB. hier sehr stark ist, und daß es angebracht wäre, wieder mehr Friburgencouleuren an der Albertina zu zeigen. Ankere Semesterarbeit hielt sich streng an