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KC-Blätter · 1913-11-01 · Heft 2 (1.11.1913) · page 26

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 2 (1.11.1913)
Date
1913-11-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Das fjnlte ich so für nicht richtig. Ich charakterisiere nun kurz die verschiedenen in Betracht kommenden Richtungen innerhalb des Judentums. 1. Der Trubjude setzt sich zunächst zur Wehr, weil sein Ehrgefühl es nicht dtildet, das; man Riemchen nur ivegen ihrer Weltanschauung verfolgt. Aber dadurch, daß er verteidigt, schützt er auch, lind wenn ich etwas schütze, mutz ich auch wisien, »vas ich schiive und ivarnin ich das tue. Aus lauter Idealismus führen doch nur verschrvindend wenige einen ftampf, der in. sozialer und politischer Hinsicht so viele Rachteile mit sich bringt. Der Trutzjude bleibt schließlich altch nur bei der Jahne, weil er durch das ihm notwendige Dludium der jüdischen (beschichte, Religion oder Ethik sich überzeugt hat, das; das Judentum'einer solchen Ausopscrung wert ist. das; es wert m, von allen als gleichberechtigt anerkannt zu iverden. Und weil sie wisien, daß das Judentum nicht vernichtet iverden dar», iverden sie a»ich 2orge tragen, daß ibre Rachkommen den ftampf sarrsühren. Jeder echte Trutzjude muß auch seine Binder zu bewußten Inden erziehen. 2. Bei dieser restlosen Gleichberechtigung, die das .siel der Trutzjuden ist, glaubte nun' eine weitere Gruppe — die 2tvlzjudcn oder ftultnrjuden — nicln :el>en bleiben zu dürfen: Dem Judentum, so sagen sie, in eine >lullurinission in die Wege gelegt worden. Wir müsien aushanrn, bis diese Mission erfüllt in. bis alio die die ganze Menschheit durchd.'ungen ist mit den hohen ethischen Ideen die das Judentum erzeugt hat." Es ist llar, das; auch diese Ltolzjnden ihre Binder dem Judentum lauen müsien. Es wäre nun auch durchaus falsch anznnehmen, daß Trutz-und 2tolzjndcn in dem Augenblick, in dem sie ihr ,-siel erreicht haben, das Judentum verlassen würden. Ihr Kampf ist nur beendigt. :i. Etwas entfernter von diesen Gruppen stehen die, die ans religiösen Gefühlen dem Iudentnilt als Religion treu bleiben. llnd schließlich kommen 4. ltvch die. die ans einem gewissen Dtammeszngehorigkeitsgesllhl beim Judentum verharren, lieber sie spreche ich noch unten. Tie Gruppen -, k, und 4 saßt Hiria» »mter dem ^Begrisi ..positives" Iudentnm zutammen. Er sagt ansdrllcklick», das; es ..iür diese Richtung innerhalb des ft.Ü. gleich gültig sei, ob religiöse Momente oder ein Ltammesgesiihl iur das Judentum sie be,zentert." Wie verhallen sich nun die vier Richtnngel» zueinander and wie har sich der ft E. zu ihnen zn stellen? Die Grundlage. au» dein »ich Trutz,.chenum» »lud kulturelles Judentum in letzter Vlnie au»'ba»len. ist dieselbe: Iineresie für das Judentum. Das völlig freireligiöse Trutzjudentum glaubt dann von dem Schauplatz des ftampses.zurücktreten z», können, ivellu dem Indcl»»nm die unbeschränkte Möglichkeit gegeben ist. seme »velrerzieherische Ausgabe \\\ erfüllen. Das ebenialls n-eiü sreiretlaiöse 2tolztudenr»im harrt bis zur Bollendung dieser Ausgabe a»»s. In Praxis wird nun dieser .Ieilpnnkt der gleiche kein: denn wenl, die Menschheit so vollendet sein wird, das, sie uns »»beding» anerkennt, wird auch die ftulturmissiou des Indeulnms ihr .ziel erreicht haben llnd ivahriüninlich itl das auch der .Ieitpnnkt. in dem die religiöse»» Gegensätze zivische»» den verlchiedenen Religionen gelchivunden lind. Das ,nag vielen als ein schöner Traum erscheine»,, aber ich glaube, dleier Tranm i»t utilit so ntoptilisch wie die Etchrebnng e»nes indischen Rattonal'taales in Palästina. klingen denn nicht in den n»odenlen Wsi'i»lt»edensbeslrebttngen die Messiasideen des alten Illdenlnms wteder> lind ein ansmerksamer Beobachter ivlrd andelieus z,»gebet» nilisien. das; der liidiickie und christliche ViberaUsmttS im Grunde dieselben .l>ele ve»folgt. 2vwvhl die Trutzinden als auch die Ltvlzjuden und die religiösen Juden erfüllen die einzige Voraussetzung, die der Tcndenzparagraph verlangt: die deutsch-nationale Gesinnung. Lchivieriger ivird die Irage zu beantworten sein: Kann der ft. E. auch solche Juden ausnehmen, die aus Ltanimesrücksichten beim Judentum verharren? Ich möchte rmter diesen Ltammesjuden iviedcr zivei Gruppen unterscheiden: Die, die gerne geivisse charakteristische Eigenheiten der Inden beivahren wollen, und die, die de»» jüdischen Menschenschlag, weil er ihnen gut erscheint — also aus wissenschaftlichen Motiven erhalten sehen möchten: und dann die, die sich als Glieder einer einheitlichen, die Inden aller Länder urnfasfenden jüdischen Ration fühlen. Die Angehörigen der ersten Gruppe sieht selbstverständlich der ft. E. osien, sie empfinden ebenso n n r denkschnntional wie die Glieder der schon oben erörterten Richtungen. Eine andere, hier nicht zu behandelnde Irage ist, ob ihr Ltreben ,In>eck hat, ob es nicht ein nutzloses Anslehnen gegen die all- »nächtigen Gesetze der Pölkerpsrichologie ist. Ebenso finden die sogenannten Eharitativzlonisten, ^öivenstein nennt sie schlechtweg Iionisren, die ans allen besprochenen Rich tungen sich rekrutieren, Platz in unseren Reihen. Anders verhält es sich dagegen mit den R'ationnljnden. Ihnen nuti; der ft. E. »eine Pforten verichlies;en. DieIwei-Seelen Theorie, die für sie noch die einzige Möglichkeit war. um sich mir unserer Tendenz in Einklang zn setzen, »vird ja jetzt glücklicherweise, ivie Vöivensrein schon sagte, auch in der naiionaisüdiichen Literatur verwvrsen. Im heutigen Lradinm des :si'ationaljndenNtins liaben wir gegen dieie Bewegung ebenso unsere Wagen zn richten ivie gegen den Anlijemitismns. -Ich verweise nur aus die Allsführungen von Vudwig -Haas in der Berfammlung des ^entrnlvereins vom 17. Mai UU.'l. Im deutschen Reich. He't 1), 2 407.» Ich glaube nun zur (Genüge dargelegt z,l haben, das; der Gegensatz, den -Hirsch zwischen einer „negativen" und »positiven" Richtung sieht, in Wirklichkeit kaum besteht. Das Wesentlichste für uns ft. E.er ist das: Beide erfüllen die Poransietznngen des ft.E und streben nach den fielen, die sich die ft. E -Tendenz gesetzt hat. Daher leisten sie positive Arbeit und verfolgen positive .siele. Und es ist gm. das; eilt solcher Gegensatz nicht besteh«. In einer .seil. in der das von einem übermächtigen anderen Gegner au»s schlimmste bedrohte Iudentnm im Innern noch gespalten in in Liberalismus und Orthodoxie. in Rationaljndentnm und Antinationaljndentnm. müssen wir ft. E er doppelt ernst darails bedacht sein, in unser»» Perbande die Einigkeit zu »vahren. Mitgliebschaftszwang ln Landesverbänden. Infolge Raummangels mutzte der mtchstehende Absatz in dem am l. Oktober erschienenen Artikel gestrichen werden, ans Wunsch des Borsassers. Dr -Zeivald Iasid. wird der Absatz nachträglich zum Abdruck gebrach»: Das Persahren. die Perdienite eines Landesverbandes z»var anznerkennen. ihm aber jede a»»ch noch so gering sügtge materielle llmerstützung zu versagen, ist des ft. E. nicht gerade überaus würdig. Es reizt a»lch kei»»es»vegs zur Grilndung weiterer Vandesverbände. Die Begnindltihz, die Mittel hätten nicht einmal hingereichi, einer ftorporation die Alüchatsung eigner Wallen zu ermög lichen. ist aber nicht stichhaltig. Denn die Verbindung verfolg» in erster Vinie ihr eignes oilates Interl effe und dien» nur dadurch indirekt den» Interesse

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