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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1891-01-01 · 1891 · page 13

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1891
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
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— 14 — ihn zu töten, beschliesst Miranie auf die Kunde hiervon auch ihrerseits zu sterben, lässt aber ihrem Vater vorher melden, dass sie willig sei endlich auf seinen Plan einzugehen. Während die beiden Könige ihrer Freude über diesen Entschluss der Königstochter Ausdruck geben, erfahren sie schon den Tod Mirame's und erkennen deren List. Doch kaum haben sie Zeit in Klagen auszubrechen, denn eilends berichtet ihnen die confidente Mirame's, dass ihre Herrin nur fest eingeschlafen, keineswegs aber tot sei- Zu gleicher Zeit kehrt Arimant zurück, weicher von seinem Diener nur eine leichte Wunde erhalten. Er wird von Azamor als Bruder erkannt, so dass die Hochzeit zwischen ihm, der jmn der Königstochter ebenbürtig ist, und Mirame bequem stattfinden kann, umsomehr als Azamor seinem Bruder sein Königreich vererben will. — Dieser Stoff gehört, wie man sieht, zu den einfachsten, die Mittel, mit welchen die Handlung durchgeführt ist, zu den allergewöhnliclisten. Im ganzen ist es ein sehr fades Stück. Von einer durchgeführten Charakteristik ist selbstverständlich keine Rede. Eins nur fällt hier schon auf, was dann in der klassischen Tragödie, besonders Corneille's, Regel wird: der äussere Anstand, die Würde, welche die Grössen stets wahren müssen. Bei der Meldung von Mirame's Tod nämlich bricht Azamor in laute Klagen aus. Der Vater Mirame's jedoch bleibt standhaft und ruhig und fordert jenen auf, seine Fassung zu bewahren: „faisons voir que nous sommes des rois.a *) Einen etwas interessanteren Inhalt bietet die „Europe44 -), ein Tendenzstück, wie wir es heute nennen würden. In einer Allegorie sucht Richelieu seine politischen Ziele und Absichten zum Ausdruck zu bringen. Bereits in der Anrede au'Roi vor der Mirame wird von Desmarets meiner Ansicht nach auf die Europe hingewiesen, wenn er an .den König die Worte richtet: „J'ose lui dire encore que je prepare un ouvrage sur le sujet de la justice de ses armes, et de la moderation d\m si grand roi dans ses glorieux succes, qui avec l'aide de 3a renommee de Votre Majeste, volera "Ix^me j'espere par tont le monde." Und wenn wir als einleitende Verse zur Europe lesen: „Quiconque aime la France, aimera cet ouvrage, Et qui nevTaime pas, en maudira Tauteur, Tu me vas contenter, qui que tu sois, lecteur, Des uns j'aime la joie, et des autres la rage." so erkennen wir von vornherein,, dass es auf eine Verherrlichung Frankreichs abgesehen ist, und den polemischen Ton des Stückes. Die Personen, die auftreten, sind Europe, Francion, Ibere, Germanique, Ausonie (Italien), Austrasie (Lothringen), Melanie (Mailand) und Parthenope (Neapel). Ibere und Francion bewerben sich um die Gunst Europe's, d. h. beide befinden sich im Kampf um die Hegemonie in Europa. Auf Seiten Iberes steht Parthenope, während Ausonie ein treuer Trabant Francions ist. Europe misstraut Ibere, der sich zu ihrem Sklaven erklärt, da er auch Amerika, Afrika und Asien, ihre Schwestern, liebe, und sie alle unter seinem Joche seufzen. Sie zieht Francion vor, der älter sei und ihr seine Dienste uneigennützig weihe. So von Europe verschmäht, will Ibere sie mit Gewalt erobern üfeü den Nebenbuhler Francion aus dem Wege räumen. Aber es gelingt ihm nicht, Ausonie von seiner Seite zu reissen, denn Francion, der soeben La Rochelle eingenommen hat, kann nun seine i) Akt V, 1. .* 2) Europe, Comfidie Heroique. Paris 1643. Ohez Henri le Gras. 12°.

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