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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1890-01-01 · 1890 · page 23

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1890
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580808--0862-3522330
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— 23 — 4. December 1889* Der Herr Ober-Präsident lädt den Direktor ein zu dem am 9, December stattfindenden offiziellen Empfange Seiner Majestät des Kaisers auf dem Hauptbahnhofe* 9* Januar 1890» KgL Prov»-SehulkolL macht auf die Weidner'sche Zeitschrift für lateinlose höhere Schulen aufmerksam. 24. Januar 1890. Kgh Prov.-Schulkoll* genehmigt die Zulassung der angemeldeten Abiturienten zur Entlassungsprüfung. 25* Januar 1890, Kgl. Prov.-SchulkolL teilt Verfügung des Herrn Ministers mit, dass die von der internationalen Stimmtonconferenz beschlossene Normalstimmung, nach welcher der Normalstimmton dasjenige eingestrichene a sein soll, dessen Höhe durch 870 einfache Schwingungen in der Sekunde bestimmt wird, (die sogen. Pariser Stimmung), mit Anfang des neuen Schuljahres auch in den höheren Lehranstalten Anwendung finden soll, und dass die Klaviere der Anstalt in der vorgeschriebenen Weise umzustimmen sind- 29. Januar 1890. KgL Prov.-Schulkoll. bestimmt den 18. März als Termin der mündlichen Entlassungsprüfung. III. Chronik der Schule. Das Schuljahr begann Donnerstag, den 25. April 1889 und sehliesst am 26. März 1890. Die Sommerferien fingen mit dem 7. Juli an, der Wiederbeginn des Unterrichts erfolgte wegen des auf den 6. August fallenden Fasttages des 9. Ab erst am 7. August. Das Sommersemester schloss am 3. October und das Wintersemester begann am 25. October. Wegen grosser Hitze wurde der Unterricht an 3 Tagen um 10, an 2 Tagen um 11 geschlossen; zwei Nachmittage wurden zum Eislauf freigegeben. Am 14* Mai wurde das Mai fest durch Ausflüge in den Taunus, Rheingau, die Bergstrasse und den Odenwald gefeiert, die Kleinen gingen in den Stadtwald. Der 9. December, der Tag, an welchem Frankfurt zum ersten Male Kaiser Wilhelm II. begrüsste, war ein Festtag auch für unsere Schüler. Sämmtliche Knabenklassen beteiligten sich freudig an der Spalierbildung und begrüssten mit Jubelruf ihren in die im Festgewande prangende Stadt einziehenden Kaiser. Der Direktor war zum officiellen Empfang im Hauptbahnhof geladen und hatte die hohe Ehre, Sr. Majestät durch den Herrn Oberpräsidenten vorgestellt zu werden. Am 27. Januar wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs festlich begangen. In der Festrede führte der Unterzeichnete, an den Kaiserbesuch anknüpfend, im Hinweis auf das Prophetenwort Jerem. 29, 7 den Gedanken aus, wie die Vaterlandsliebe, die sich in gewissenhafter Pflichterfüllung und treuer und nach besten Kräften opferfreudiger Hingebung an die Förderung des Wohles des Vaterlandes zu bethätigen habe, für den Juden nicht nur eine patriotische, sondern zugleich eine von seinem Eeligionsgesetze gebotene heilige religiöse Pflicht sei, die in unwandelbarer Treue gegen Kaiser und Keich ihre Erfüllung zu finden habe.

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