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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1889-01-01 · 1889 · page 5

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1889
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580806--0788-3522255
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Bequemlichkeit wegzudeuteln; waren so einfältig zu glauben, dass gerade die vom rabbinischen Judenthum gepflegte Durchgeistigung und Verklärung des ganzen menschlichen Lebens, die von demselben rabbinischen Judenthume gepflegte und anerzogene gewissenhafte, auf Gott beziehende Würdigung aller kleinsten und grössten Lebensmomente zugleich die sicherste Garantie für die allgemeinste sociale Erkenntniss und Gewissenhaftigkeit biete, also, dass der wahrhaft gebildete rabbinische Jude zugleich der wahrhaft tüchtigste Bürger werden müsse. Alles dies haben wir in unserer rabbinischen Einfalt geglaubt und haben daher, um unsere Jugend der sittlich religiösen Verwahrlosung zu entreissen, und sie einer mit acht socialer Bildung gepaarten Eeligiosität zu bewahren, eine Unterrichtsanstalt ins Leben gerufen, welcher der erste rabbinische Grundsatz als Wahlspruch zum leitenden Principe dient: ohne Religion keine sociale Bildung, ohne sociale Bildung keine Religion. Zu spät leider — unsere Anstalt ist bereits eröffnet, und eine für den Anfang nicht - geringe Zahl jüdischer Eltern haben ihr bereits ihre Kinder anvertraut — leider zu spät belehrt uns jetzt der Anonymus eines Andern, zeigt uns zu spät, dass wir in rabbinischer Einfalt einen ganz falschen Begriff von socialer Bildung gehabt. Social gebildet — meint der Anonymus — sei nur, wer den Sabbath keck entweihe, an Feiertagen sich körperlich anstrengendste Thätigkeit nicht versage, von Gewerbe und Geschäftsleben an Festtagen sich mindestens unterhalte. Der social Gebildete, meint der Anonymus — müsse, wie er, so unwissend in der Bibel sein, dass er die Entfernung des Gesäuerten am Osterfeste, das Verbot, Würmer. Blut. Unschlitt, gefallene und tödtlich verletzte Thiere zu essen, für rabbinische Anordnungen halte, dürfe nicht wissen, dass dies für denjenigen Juden ausdrückliche. Gottesworte sind, dem überhaupt die Bibel als Gotteswort gilt. Wer im Sommer nicht Milben isst. — meint der Anonymus, — wer gefallene und kranke Thiere nicht geniesst, — wer den Genuss des Blutes und des Unschlitts meidet, — wer gar so roh ist, vor dem Essen sich die Hände zu waschen, und bei dem Essen — die Berührung der verhüllten Theile des Körpers zu vermeiden, — der — meint der Anonymus — könne unmöglich zu den social Gebildeten gezählt werden! Wir können nicht helfen. Der Anoirymus muss sich beruhigen. Der Anonymus hat Jugendträume. Die Zeit kehrt nicht wieder, wo der Ruf der Bildung im jüdischen Kreise so leichten Kaufs und wohlfeil war, wo religiöse Unkenntniss, wo freche Verspottung des eigenen väterlichen Glaubens und väterlicher Sitte, wo die Cigarre am Sabbath und ungenirtes Gasthof- und Tafel-Leben der geschätzte Stempel der Bildung war. Die Zeit ist unwiederbringlich dahin. Das können und üben heutzutage die Ungebildetsten schon. Einen anderen Ernst, eine andere Geistes- und Herzensbildung gilt es in unserer Jugend wachzurufen, sie zu begeistern gilt es für ihr jüdisches ewiges Gotteserbtheil, mit dem Lichte des Gottesgeistes, mit der Klarheit ihrer Väter-Weisheit ihr Auge zu erleuchten, mit der Gluth des Gotteswortes, an dem Lebensmuster ihrer Ahnen ihr Herz zu erwärmen, auf dass sie mit gottschauendem und menschheitliebendem Sinne Gott und Welt und Menschheit, und in der Menschheit die Gottessendung ihres Stammesberufes und im Stamme ihren eigenen begreifen, achten und lieben, mit freudigster Hingebung alle, alle ihre Pflichten als Mensch und Jude und Bürger üben, und für diese Übung sich rüsten lernen mit aller Weisheit der Gotteslehre und aller Kenntniss des klar bewussten Menschengeistes. Und wenn

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