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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1888-01-01 · 1888 · page 54

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1888
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580804--0746-3522212
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— 20 — 7. Übungen im mündlichen Gebrauche der Sprache. Sprechübungen können schon in der untersten Klasse angestellt werden. Am einfachsten und besten schliessen sie sich an die Lektüre an. Die Antworten der Schüler werden anfangs allerdings nur in einer Reproduktion des Gelesenen bestehen, aber der Gebrauch der französischen Sprache wird die Schüler an das Verständnis der vom Lehrer gesprochenen Worte gewöhnen und sie auch allmählich zu dem eigenen Gebrauche der Sprache führen. Sobald die Schüler im stände sind, ganze Sätze zu bilden, dürfen sie nur noch in solchen antworten. Diese Übungen sind durch alle Klassen fortzusetzen. Abgesehen von den Übungen im Lesen, bietet das Auswendiglernen und Hersagen von Musterstücken aus Prosa und Poesie in allen Klassen eine weitere vortreffliche Übung im Sprechen. Diese Stücke sind zunächst als gewöhnliche Lektüre zu behandeln und dann sorgfältig und sicher auswendig zu lernen, so dass sie gut aufgesagt werden können und Eigentum der Schüler bleiben. Auf eine sinngemässe und schöne Deklamation ist dabei besonderer Wert zu legen. 8. Übungen im schriftlichen Gebrauche der Sprache. In jeder Klasse ist wöchentlich entweder ein Diktat oder ein Exercitium oder ein Extemporale zu liefern. Diese Arbeiten sind von dem Lehrer ausserhalb der Unterrichtsstunden zu korrigieren. Die Fehler wird derselbe in der Regel nicht selbst verbessern, sondern nur durch bestimmte Zeichen am Rande andeuten. Bei der Rückgabe der ilrbeiten werden die Fehler besprochen, wobei, vorzugsweise in den unteren Klassen, die Tafel fleissig zu benutzen ist, und die Schüler haben alsdann die Verbesserung zu Hause einzutragen und nötigenfalls mehrere Male zu schreiben. Fehler, welche sich durch öftere Wiederkehr benierklich machen, sind bei den ferneren schriftlichen Arbeiten so lange im Auge zu behalten, bis sie bei den meisten Schülern beseitigt erscheinen. a. Diktate. Die Diktate haben zunächst den Zweck, den Schüler zur Sicherheit in derjRechtschreibung und Interpunktion zu führen, dienen aber in allen Fällen, wo sich die Schreibung eines Wortes nach seinen grammatischen Beziehungen richtet, zugleich zur Einübung der Grammatik. Sie werden in allen Klassen abwechselnd mit Exercitien und Extemporalien geschrieben. In den unteren Klassen bestehen sie ganz, in den mittleren und oberen im wesentlichen aus bereits bekanntem Stoife, so dass die Schüler im stände sind, den Sinn des Diktierten zu verstehen. Selbstverständlich werden sich die Anforderungen an die Schüler in Betreif des äusseren Umfanges sowie der Schwierigkeit der Diktate mit den Klassen zu steigern haben. Hauptbedingungen für den guten Ausfall der Arbeit sind, dass der Lehrer nicht zu schnell diktiert und durchaus richtig ausspricht, damit jeder hörbare Buchstabe deutlich zur Geltung kommt, und dass der Schüler von jeher zu klarer und genauer Aussprache angehalten worden ist. Es wird dem letzteren dann möglich sein, auch das gesprochene Wort zu erkennen und, sofern es ihm noch fremd sein sollte, im allgemeinen richtig zu beurteilen. Da in den mittleren und oberen Klassen auch die Literpunktion geübt werden muss, so ist in diesen jeder Satz erst ganz vorzulesen und dann stückweise zu diktieren. b. Exercitien. Das Exercitium hat den Zweck, die im Unterrichte erworbene gramma-

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