Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1859)
- Date
- 1859-10-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129752--2934-3522077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recenstonen und Anzeigen. 337 sagen nicht zu viel, wenn wir aussprechen, daß namentlich der bedeutende Inhalt des Wiener Jahrbuchs viel dazu beitrua, den Boden für ähnliche Schöpfungen fruchtbar zu machen und ihnen die Theilnahme der Lesewelt zuzuwenden. Der Herausgeber des vorliegenoen Jahrbuches, ein wackerer und fähiger Künstler im Zeichnen, Radiren und Lithographiren, tritt zum ersten Male mit emem illustrirten Jahrbuche hervor. Vernehmen wir ihn selbst, wie maßvoll und seiner Aufgabe kundig er sich über das Unternehmen ausspricht: „Bei Herausgabe dieses ersten illustrirten israel. Jahrbuchs leitete uns die Tendenz, ein Unternehmen zu begründen, welches geeignet sei, die Veredlung und Hebung des Volksgeistes bei unseren Glaubensbrüdern zu fördern. Zu dem Ende suchten wir das jüdische Leben in seiner Gesammtheit in den möglich mannigfachsten Beziehungen und Aeußerungen, durch Wort und Bild, Ernst und Scherz, Prosa und Dichtung wahr und klar hervortreten zu lassen. Ansprechend für den Geist, sowie anregend und erbauend für Herz und Gemüth, sollte es, weit entfernt vom gelehrten Anstriche, ein rein jüdischvolksthümliches Unternehmen werden." Wir finden in diesem Jahrbuche die achtbarsten Namen durch Beiträge vertreten und haben schon beim flüchtigen Einblicke das Gefühl, uns in der besten Gesellschaft durch die mannigfachen Gebiete des jüdischen Lebens zu ergehen. Ein glücklicher Gedanke war es, dem eben vollendeten Pester Tempel eine besondere Darstellung zu widmen und so den Leser durch die holdeste Pforte auf oen Boden der schönen ungarischen Metropole zu versetzen. In einer sehr gelungenen Lithographie tritt dieses herrlichste der Bethäuser Israels, dies Wunder der Baukunst, in seiner ganzen ergreifenden Schönheit und märchenhaften Pracht, unseren Blicken entgegen. Eine sehr ausführliche und sachkundige Beschreibung des talentvollen und vielseitigen Jgnaz Fried mann macht uns das große Ganze anschaulich und dient uns zur Führung ins Innere dieses herrlichen Gotteshauses. Demselben Verfasser gehören noch folgende Beiträge an: der Lamden, eine kurze und wirksame Skizze; der Lichterkranz, ein Gedicht u. a. — Adolph Dux, der uns durch seine gelungene Übertragung ungarischer Dichter — (wie des Lank-Läa von Xotona) in rühmlichem Gedächnisse ist, hat eine anziehende Schilderung seiner Heimatgemeinde Preßburg geliefert. — Von dem geistvollen Pädagogen und Schriftsteller Limou erhalten wir einen Aufsatz: „Jüdische Causerie oder Erziehung durch Juden-Deutsch." Mit jener eigenthümlichen Mischung dialek-