Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-05-10 · Heft 19 (10.5.1846) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 19 (10.5.1846)
Date
1846-05-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2566751-2567017-2567037--2040-3522039
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

87 in einem erbärmlichen Ebräisch geschrieben. Wer mithin den Werth der Zeit und des Geldes zu schätzen weiß, der lasse Zeruschelaim in Prag bei M. Z. Landauer. Schlosser. (Vom Rhein. — Corresp.) — Es muß uns eine recht erhebende Genugthuung gewähren, daß die bessere Auffassung der israelitischen Geschichte, wie sie Zost, Salvador u. a. angebahnt haben, endlich auch unter christlichen Gelehrten Anklang findet, und man nicht mehr in jener eine Theokratie, selbstsüchtige Priester- Herrschaft, Geistesdruck und Knechtschaft des Volkes sieht, welche man früher in ihr zu finden glaubte. Einen trefflichen Beleg zu diesem Fortschritt gibt das Werk eines der größten deutschen Geschichtsforscher, die jetzt in Frankfurt a. M. erschienene Weltgeschichte von Schlosser und ich glaube daher Ihren Leiern', eine Freude zu machen, wenn ich Ihnen einige der betreffenden Stet-* len daraus mittheile: . , So heißt es von der mosaischen Gesetzgebung: . .' v „Durch fie wurden Religion und Staat auf eine ganz anAre Weise miteinander verbunden, als bei den übrigen ältern Völkern des Orients, deren Staats-Einrichtungen denen der Israeliten weit nachstehen. Die Befestigung des Glaubens an einen einzigen Gott, die Herstellung eines wahren Cultus, oder einer Berehrungs. weise desselben, welche nicht, wie der der Egypter und Indier,' in blos finnliche Gebräuche, und in fittenverderbliche Crrmonien ausarten konnte, die Ueberfuhrung der Zsraeliten vom Hirtenleben zum Ackerbau und die Beschützung der Freiheit des Einzelnen geigen Despotie und Priesterherrschast, dies waren die Hauptzwecke, * welche Moses in seiner Gesetzgebung verfolgte. Gott selbst sollte als daalleinige Haupt des Staates angesehen «erden, die Stammältesten aber in seinem Namen regieren und eine erbliche Priester. Herrschaft ihnen mit ihrem Rathe beistehen und zugleich über die Erhaltung der Staatsverfaffung wachen." Weit entfernt die gewöhnliche Ansicht von Samuel, als eines selbstsüchtigen Theokraten zu theilen, schildert ihn vielmehr der Verf. als den „Retter seines Volkes, durch dessen Ernennung das Richteramt wieder von der hohen Priesterwürde getrennt wurde und unter welchem endlich der von Moses verkündigte Glaube feste Wurzeln schlug." Und so ist auch die Regierung Davids und Salomo's dem Vers, „der Glanzpunkt des israel. Volkes. Unter diesen Königen stand dasselbe am mächtigsten da und war das Hauptvolk der vorderen Hälfte von Asien. Unter ihnen entstanden Handel und Gewerbe bei den Israeliten m»d ein großer Wohlstand verbreitete sich durch Palästina. Unter ihnen endlich (welche selbst Schriften verfaßten) »ahm das goldene Zeitalter der israel. Literatur seinen Anfang." So schildert der Verfasser unsere frühere Geschichte, und Ihre Leser haben gewiß mit mir keinen dringenderen, aber auch keinen gerechteren Wunsch als daß man unsere jetzigen Zustände mit gleich vorurtheilsfreiem Blick ansehen und uns nicht, wie neuerdings in Baden geschehen, die Ansichten eines Buches entgelten lassen möchte, die längst aus unserem Bewußtsein verschwunden, ja von deren Dasein das jetzige Geschlecht kaum mehr etwas weiß. *) *) Treffend sagt hierüber Eisenberg: „Wer den Israeliten aus solchen Aussprüchen res Talmuds einen Borwurf machen will, der schlage die Tafeln einer tausendjährigen Geschichte auf, der .lese dir»Tjtel des kanonischen Rechtes de Judaeis, de Haereticis, de g’cMsjnaticis etc. und betrachte dabei das Leben so mancher Hirchen.sürsten. ,imv er mag kleinmüthig seinen Vorwurf zurücknehme-n." '» . Literarische Anzeigen. Zm Belage sön / Schuster in Hersfeld und Homberg ist Erschienen: ' Predigten, Constrmations-, Tran- und *, SchuleinH«hrnngs-Reden, von vr. M. Heß, »^Gro'Kerzogl.. Weimarschen Land-Rabbinen. Zweite "-Sammkung.* drosch. 25 Sgr. oder fl. 2. 30 kr. Unter der Presse befindet sich und erscheint binnen wenigen Tagen: Vor nenn Jahren und heute. Ein Wort aus jener Zeit zur Verständigung für heute. Von Vr. Abraham Geiger, Rabbiner in Breslau. Preis 5'/, Sgr. — 18 Kr. Wir machen auf diese kleine Broschüre zum Verständnisse der gegenwärtigen Bewegungen im Juventhum schon jetzt aufmerksam. F. E. C. Leuckart in Breslau. In der Audreäisfchen Buchhandlung in Frankfurt a. M. ist zu haben: Herr Obervorsteher Hellwih und die Rabbiner- Versammlung. Beitrag zur Beurtheilung des Geistes und der Bestrebungen dieser Versammlung, von einem Unparteiischen, gr. 8. ged. 1846. 12 a/t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.