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Die Stimme · 1938-01-21 · Heft 722 (21.1.1938) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 722 (21.1.1938)
Date
1938-01-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 722. — Wien, Freitag, 21. Jänner 1898, friiflüfler 8 laiitl XI.. Zeetratfrledbst, osfcs üa l T« jasiq Sepamvorstellungen großer .Filme für »ich iükI seinen Freundeskreis veranstaltet, ließ «eh vor einigen Tagen raät Flugzeug eine Kofne des neuen Oreta-Garbo-Films Gräfin Walcwska“, «einher wir Zeit in London Säuft, kommen. Der Herzog und die Herzogin waren von <tem Film begeistert. Greta Garbo« Partner in diesem von ('larenee Brown inszenierten Film ist Charles Beyer. Ronald Colman und Madeleine Carroll. Rona'id Colman, der zu den 'beliebtesten Darsteliern der amerikanischen Films zählt, und Ma^ deleuK Carroll, die in der Galerie der schönen Frauen Hollywood* obenan steht, verkörpern die Hauptrollen in dem United-Artishs-Film „Der Gefangene von Zenda“, ein groß&neelegt« Fatmwfrk,_da* uns in das Privatleben eines Königs, der sich über die Konventionen seines Stande« binwegsetizen zu dürfen glaubt, Einblick gewinnen läßt. Premiere kommende Woche. „Der Purimspleler“ — prolongiert. Der zweite jiddische Tonfilm „Der Purimspieler“ wurde im Augarten-Kino prolongiert. Der Film findet einen ähnlichen Erfolgwie seinerzeit „JkU mit’n Fidl“. Professor Schmidts Nordpolexpedition .... Film. Die aufsehenerregende wissenschaftliche Expedition der russischen Flieger unter Führung Professor .Schmidts wurde in allen Phasen von der Filmkamera festgehalten. Wiener Urania bringt diese Filmreportage unter dem Titel „Wir landen am Nordpol“ am 25. d. zur alleinigen österreichischen Uraufführung, KINOPROGRAMME Vom 21. bis 24. Jinitar IMPERfAL-KINO kSSSTTSt-l Uraufführung! SS.ÄS3Ä Un Carnet de Ba! R0TEHTU1II „Ebb Tide« Beaten i '04. V.O, '/.8, -.li. AUGARTEN-KINO II.. IttrtAf» Auotrtenstrjß« t» Tel. A 40-V“ Urand AllelnaaffttbniBü fflr Wien, 3« Worb „b«r Purimspieler1 Beaten *;,4, V,S. V.IO Uhr. KINO KERN im Prater Dir. Kern A Perl mann — Telephon R 40-0-4” Urusd AtieinsüfföNnms fflr Prater und loowiotodf „In gelührlicher Mission' (Benkra ater dem «.len« WMkwtaf«: t, i, so— sw«.f- a v,«. va v.t.1 ,t« u* SCHWEDEN A 49-0-80 ItmrtMi * 19 Mn nm Saci S, V.10. erfoE" v, 4 Mertel, 7,11 Ute vom LEOPOLDSTÄDTER VOLKSKINO ll„ Rotenaterngasse 7 a Tel. R 49-0-23 } Telephon R 41-707 Eleauor PonMl, Hoben Taylor in . „Broadway Kelodlo 1938“ Seilen; 4, »A VA » Ukr REMBRANDT-KINO &.T8S'* KINO TE6ETTHOFF Im rianetenera am Puteritem teleeeee H 41-e-tk FrJÄ,.Äiji„lliiSiofLiadu' iow“:." Redaktion und Administration: Wien, L, Marc- Aurel-StraD« 5. TeL; U 22-3-91. Redaktion*- Schluß Sonntag, Dienstag und Donnerstag vormittags. naüich S 1.70, vierteljährlich S 4.80, halbjährig S WO. ganz jährig S 18. Für das Ausland: Vierteljährlich: Deutschland RM 3.50, Tschechoslowakei Ki 28.—, Jugoslawien Dinar 50.—, Polen Zloty 630, Ungarn Pengö 4.80. Rumänien Lei 200.—. übriges Ausland: Schweizer Franken 330. Postscheck Konto: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr, 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500 230, Jugoslawien Nr. 40379. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zto aUtiecber Landesverband für Österreich, Wien. I„ Mare-Aurel-Straße 5, — Verantwortlicher Rodakteur: Robert Polower, Wien, L, Mare- Aurel-Straße 6. — Druck. Vernay A. G„ Wien, 12L, Canisiusgasse 8—10, .2 je cihubk-stiaae KINDER! Die Ergetmlsse des Preisrätsel folgen erst ln der nächsten Nummer! fu'vut>U\ - Jlc/y^ Wißt, ihr, wer die Dame ist, die euch! dies., lieben Grüße schickt? Ea kt die 11 berühmte jüdische Sängerin Sarah Gold i stein, die wunderschöne jiddische und hebräische Kinderheder singt. Habt iht eie eeboneinmal im Radio gehört? Die on euch werden sie vielleicht hört harren. Für diejenigen von euch, Autogramme sammeln, hat sie. die« aufgtschrieben. Ist das nicht Heb von ihr??rrpp rw# rn'n Wer lernt mit uns Hetoräisct)? Von jetzt an bringe ich euch jed** Woche einige Zeilen in hebräischer Sprüche. Heute lernen wir, wie vielfältig die Verwendung des Wortes „Wasser“ ist. Die Kinder sitzen im Kreise um die Lehrerin herum. Jedem Kinde sagt die Lehrerin ein Wort, das mit dem Worte „Wasser“ zusammen!)fingt, oder zusammengesetzt ist.. Dann ruft die Lehrerin (es kann auch die Mutter sein, wenn sie genügend Hebräisch kann) die verschiedenen Worte auf. Das entsprechende Kind muß nun sein Wort in einem Satze sagen. Macht as seine Sache gut, so klatschen alle anderen in Hände, weiß es sich keinen Rat oder spricht es das Wort oder den Sat: hebräisch schlecht aus, dann muß es eir Pfand zahlen! Zum Schluß ist dann dit übliche Pfä-nderausiÖsung. Wasser C*C frisches Wasser C**n 8*8 warmes Wasser 3*80 8*3 reines Wasser D'K'pj 2*3 trübes Wasser D'fl'-Vi 0*8 laues Wasser cntpie o*8 kaltes Wasser 0**ip 0*3 Händewaschen vor dem Essen C'JÜPKs 2*3 Händewaschen nach dem Eissen C’JIVIK D’S Wasserfall Wasserflugzeug C'8'fT'IR Waaser-Rose C'S'/WitT Wasserträger C'8*3K*r Wasserspiegel C'OW’JC In der letzten Nummer waren durch ein technisches Versehen einige Fehler: Es muß heißen: i?x*itP* statt bKIT* i*ra , bi U"e> „ nr U*e Herlinger: Ein Meiner Knabe reist nac§ Eres Israel (t. Fortsetzung.) Ee kt noch gar nicht lange her, daß sie in enge Gassen zusammengepfercht leben mußten, in eine häß liehe Tracht gekleidet, daß man nur ja sicher den verhaßten, gepeinigten Juden erkannte — um ihn noch mehl quälen zu können! Und wann immer ein Unrecht geschah, schob man den unglücklichen Juden die Schuld z* Du wirst verstehen, mein Kind, wie sich da dein Volk zurücksehnte nach seinem Vaterlande, und diese Sehnsucht belebt es heute noch, wo sich die Pforten des Ghettos geöffnet laben: es wendet sein ganzes Sinnen und Trachten jenem Lande zu.“ „Mutti, wie heißt dieses Land?“ fragte das Kind leise, und mit Wehmut in der Stimme antwortete die Mutter: „Palästina — Erez Israel.. Es war spät am Abend. Isi lag in seinem Bettchen und blinzelte verschlafen nach dem Himmel, der durch das offene Fenster in das kleine Zimmer hereinschaute. Er konnte gerade das Sternbild des Wagens sehen, da.« heute besonders sichtbar war. „Ich glaube gar, er fällt hinab!“ dachte der Knabe plötzlich erschrocken, und wirklich: leuchtend und gleißend sanken die Sterne des Wagens hernieder, immer näher und näher, und plötzlich stand das ganze goldene Gefährt mitten im Zimmer und ein Greis mit. silberweißem Barte entstieg ihm: „Komm, Isi, vir wollen eine Reise eben“, sagte er. und Auge war lei dem Bett draußen und sprang, so wie er war, mit der, verwirrten Locken, im langen weißer, Nachthemd, in den Wagen. Alle Müdigkeit war wie fortgeblasen. Mit leisem, süßem Klingen schwang sich der Wagen durch da* offene Fenster, empor zu den Siemen, die wie goldene Augen den Knaben ansahen, und bald war die Erde ganz weit entfernt und sah aus, wie ein großes, schwarze.-: Tuch. ..Friert dich, Isi?“ fragte der Greis gütig, aber Isi schüttelte den Kopf. Es war herrlich, so hoch in der Luft zu schweben. Allmählich wurde es heller und man konnte sehen, was unten lag. „Das ist das Mittelmeer!“ sagte der Greis und Isi sah mit pochendem Herzen auf das ungeheure Meer mit seinen tiefblauen Wellen. Ein großes Schiff fuhr in stolzer Einsamkeit dahin und weißeT Rauch stieg aus den hohen Schloten, Der goldene Wagen senkte sich hinab uni Isi sah nun deutlich das Deck des Schiffes. Hier standen einige junge Burschen und Mädchen in einfachen Gewändern und lehnten sich mit verträumten Gesichtern an das Schiffsgeländer. Mit schönen, klaren Stimmen sangen sie ein Lied. „Wae sind das für Menschen?“ fragte Isi, „und hin reisen sie?“ „Da* sind Chaluzim“, erwiderte der Greis, „mutige, junge Juden die in ihr Vaterland zurüekkehren, um dort als Ackerbauer zu leben.“ Isi sah betroffen auf. Eine Frage lag in seinen Kinderaugen. Der Greis verstand sie und sagt«: „Auch wir fahren nach Erez Israel!“ Immer leiser verklang da« Lied, und da flog der Wagen auch schon über fe- Laad. Plötzlich strich der Greis über Isk Haupt und sagte mit 'Sfolz in der Stimme: „Sich hinab, da« kt dein Vaterland!“ Und während der Knabe mit gespannter Aufmerksamkeit zuhörte, begann er ihm da« Land zu erklären: „Jene Niederung dort teilt das Land in zwei Teile, bk hoch in den Norden, bis zu dem Toten Meer, erstreckt sie sich. Siehst du die beiden Gipfel, die mit ewigem Schnee bedeckt sind? Das sind der Libanon und da- Hermon. Sie sind so hoch, daß selbst der heiße Wind, der ans der Wüst® kommt — jenem «odiosen, öden und unfruchtbaren Sandmeer —, ihre Gipfel nicht zu erklimmen ermag, Sonstgibt es hierzulande fast de Schnee. Im Winter, der im November beginnt und bk zum März dauert, regnet es und da wird da« ganze Land herrlich grün und die wunderbarsten Blumen sprießen aus dem Boden. Kurz aber herrlich kt der Frühling und dann kommt mit seinen glühendheißen Tagen der Sommer. Da kt ee so heiß, daß alles Grün im Gebirge verdorrt, die Bäche austrocknen und ganze Landstriche öde und verbrannt daliegen. Doch blicke hier hinab in di« Täler, wo Quellen die durstige Erde speisen oder wo der kluge Landmann Binnen durch da« Land gezogen hat, durch welche köstliches Naß strömt: herrliche Bäume wachsen hier, Pinien, Johannkbrotbäume, Zypressen, Platanen, Olivenbäume und Akazien. Du kennst diese Namen kaum, denn bei uns könnten diese Bäume nicht gedeihen.“ Isis Augen strahlten: „Hier kt es schön!1' ne! er. „Doch sie, was ist das?“ Er zeigt auf einen See, der wie ein leuchtender Spiegel, umrahmt -von öden Bergen, unter ihnen lag. Der alte Mann lächelte über des Kindes Freude. „Das ist da« Meer von Genezareth. der Tiberiaeeee. Er kt von köstlicher Klarheit .und nicht einmal die trüben Fluten des Jordans, der in ihn mündet, ver- Stadt Kapemaum mit ihrer wieder ansgegrabenen, uralten Synagoge. Wir sind jetzt über dem sogenannten unteren Galil. Diese Bäume dort tragen köstliches Obst, «üße Fegen, Granatäpfel, Pistazien. Oliven und Mandeln, und in jener, Weingärten am Karmel wächst der süß«, schwere Wein, weißt du, dieser, von weichem du am letzten Seraböäd kosten durftest.“ (Fortsetzung folgt.) | Briefkasten: Julius Mayersbach. Danke für die Einsendung. Ohne Angabe deiner Adresse, deine« Alters, Schule uew. kann ich deinen Beitrag nicht veröffentlichen. Warum hast du dich am Preisrätsel nicht beteiligt? Alfred Scholder. Erst wünscht du dir das Preisrätsel und dann höre ich von so vielen Kindern und gerade von dir niobts? Bkt du krank? Purimgedichte, auch für die Schule in der nächsten Nummer. Erna Reltler. Nur die Liste der Gewinner wird, veröffentlicht und die derjenigen, die zur Jause einge'aden sind. Aber nächste Woche sage ich dir gern, ob alle« stimmt Fritz K. Ein Purimspiel kannst da sehr gerne in der nächsten Sprechstunde, am 26. Jänner d. J. zwischen 3 und 5 Uhr in der Mare-Aurel-Straße 5, von mir haben. Kurt Werner. Du hast schon recht. Das siebente Jahr ist ein „Sehonjabr“. Aber im Interesse des Aufbaues von Erez Ieraete haben nur die orthodoxen Juden dieses JahT zu Chamischa Assst i keine Bäumchen gepflanzt Viele Grüße! Erika Popper. Eine Bücherecke beginnt ohnedies in der nächten Woche. Du siehst, daß wir den ganz gleichen Gedankengang hatten. Herzlichen Dank und Grüße! Spiele Es gibt ein wunderschöne« neue« Spiel! Ihr habt es euch lange gewünscht, und nun kt es da- E« kt zwar wieder ein Quartettepiei aber es wird euch «icherlich besonder« gefallen. Ee kt vom Limud-Amt de« E«ra Pirehe Augudas Jkroel herauegegeben. Auf dem Spielkarten sind hebräisch (unpunktiert!) und deutsch immer vier zusammengehörige Dinge verzeichnet, die uns eine weit« in da« jüdische Wiesen einführen, anderseits unserem hebr&kehen Sprachschatz erweitern. Also zum Beispiel die vier Hauptgebete, vier Sprüche au« dem Tischgebet, die Himmekrichtungen, die Lager Israel« in der Wüste, vier Tboraabechnitte, vier Propheten u«w., und da« Ganze heißt, in Anlehnung an das Zahlenlied, da« wir beim Seder singen: ..Arba mi jodea?“ Hazlachah!

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