Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 698 (24.11.1937)
- Date
- 1937-11-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3053752-3054431-3054455--7085-3520246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ife, <86. — Wien, Mittwoch, 84. November 1837. Salta Raeheg efuhl, das sich kleinlich dadurch zu befriedigen trachtet, daß ee durch Verleugnung des jüdischen Wesens die sonst hermetisch geschlossenen Kreise zu durchbrechen sucht-, um als Sieger das Feld zu behaupten. Doch „Vae Vietoribus“, wehe diesem Sieger — er gewahrt nicht, daß die Rache am eigenen Fleisch zu nagen beginnt. Diese und ähnliche Momente sind es, die sonst glaubensstarke Israeliten unter anderem zu dem Fehltritt verleiten, ihre Namen nach der Mode zuzustutzen, nicht nur die persönlichen, sondern auch vielfach die ererbten Familiennamen umzuändem. Diesen ruft die Bibel zu: „Jeder unter eigener Fahne und nach Zeichen aus dem Vaterhause.“ Die Geschichte, die — wie gesagt —. für uns Juden rächt nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart repräsentiert, lehrt uns, daß zur Zeit der syrischen Gewaltherrschaft die erste Etappe zur Verschmelzung mit dem Griechentum die Annahme griechischer Namen war. Man gewahrt nicht, daß, wenn man solchen Eifer an den Tag legt, um den äußeren Juden abzustreifen, eine Brücke gebaut wird, die unter Umständen zum Abfall führen kann. Eingelullt von Schmeicheleien, berauscht von süßen Verheißungen, können sie sich, auf wachend, schnell in den Annen ihrer Bekehrer finden. In diesem Sinne möchte ich euch also, meine Freunde, die Worte Rabbi Joehanans Zurufen: „Wer eich freihalten will vom eitlen, weltlichen Götzendienst, der Verehrung und Beräucherung fremder Sitten, der lasse auch seinen Namen jüdisch sein.“1*) Alles kn Judentum ist eng und innig miteinander verwoben, das Religiöse mit dem Nationalen, das Ideelle mit dem Praktischen, das Kleinste mit dem Größten, das scheinbar Unwesentliche mit dom Hervorragenden —■ darum laßt euch angelegen sein die Worte der heiligen Schrift: ,nieder unter eigener Fahne, nach Zeichen aus dem Vaterhause;“ haltet fest an eigenen, wie an ererbten Namen. ..Im Namen des Herrn erhalten wir unser Panier, sein Name ist mit den unseren innig verknüpft.““) „Jeder unter seiner Fahne, nach Zeichen ans dam Vaterhause.“ „Weil keiner von ihnen gegen die Sittlichkeit sich verging.“ Anch das war mit ein Grund und keineswegs der letzte, der unseren Ahnen zu der Befreiung vom Sklavenjoch verhalf. Ein Volk, das den Mut und die Kraft hatte, gegen eine Welt von Feinden seine Familie zu verteidigen und unbefleckt zu erhalten im fremden, feindlichen Lande, das hat Anrecht auf eine lange, ehrenvolle Zukunft. Die Häuslichkeit, das herzliche Zusammenleben war ein Damm gegen die überströmenden Fluten ägyptischer Grausamkeit. Am stillen trauten Herde vergaß man die herben Sorgen des Tages, zärtliche Frauenhand glättete di« kummerdurchfurchten Stirnen der Männer und liebliche Kinderstimmen übertönten die harten Rufe mizraimischer Häscher. **) Meg. 13 a. “) Bamidb. r-, cap. 2. ln der Entwicklung der Menschheit ist die Familie die Basis, auf der die Volksorganisation sich aufbaut, aber unter Umständen ist es notwendig, daß ein Volk zu seinem Fortbestand oder seiner Neugestaltung eich wieder in Familien teilen muß, um durch deren Erstarkung seine Existenz zu ermöglichen. So paradox ee klingen mag, zuweilen bedeutet der Rückschritt einen Fortschritt oder — um deutlicher zu sein —, um zu einem gesunden, gedeihlichen Fortschritt zu gelangen, bedarf es nicht selten ein«! Rückschritts. Wenn überhaupt, so ist die Regeneration des jüdischen Stammes nur durch unsere Familie möglich. „Und zurückkehren werdet ihr in euer Erbteil, wenn jeder in den Schoß seiner Familie zurückgekehrt““) und wir können es als Absicht der göttlichen Vorsehung ansohen, daß sie das jüdische Volk, das als Staatewesen seinen Zweck verfehlte, in Familien auf dem Erdboden zenstreut fortlebea ließ, um sich durch steten Kampf zum Sieg, zu einem idealen Gemeinwesen durchzurdngem. „Eine Wohltat hat Gott — gepriesen sei Er — an Israel vollbracht, daß er ee unter den Völkern zerstreut sein ließ.“16) Die Familie ist das einzige Gut, das wir von unserem staatlichen Sohiffbruch glücklich ln den Hafen gebracht. Wenn alle Heiligtümer von frevlerischer Hand teils vernichtet, teils verstümmelt wurden, in das Heiligtum unserer Familie drang ungestraft kein Fremdling, wenn wir ihm nicht seihet Tür und Tor geöffnet. „Jeder unter eigener Fahne, nach Zeichen aus dem Vaterhause“, darin liegt deine Stärke, Israel. Schon Bileam, der verräterische Prophet, erkannte wohl, daß in der Unverletzlichkeit der Familie auch die imponierende Maoht unseres Volkes ihre Wurzel hat. Als Bileam jeden von ihnen unter seiner Fahne sah, da rief er: „Wer kann denn gegen dieses Volk kämpfen, die alle Ihr Vaterhaus und ihre Familie kennen.“17) Und an dieser Stelle wußte er uns nachher am empfindlichsten zu treffen. Der Familienbegriff war im alten Judentum so rein und so erhaben, daß unsere Seher für das Verhältnis Israels zu Gott kein entsprechenderas Bild finden mochten, als das innig zusammengehöriger Familienglieder. Braut und Bräutigam, Gattin und Gatte, Vater und Sohn, Mutter und Tochter“), ein vergeistigtes Bild, liebevoll einander angehörender Wesen. Wenn sich auch in manchen Perioden jüdischer Geschichte ein tiefer sittlicher Verfall zeigt, so ist er fast durchwegs auf verderbliche äußere Einflüsse zurückzuführen, denen wir bei unserer empfänglichen Veranlagung viel zu leicht zugänglich waren und sind. So zur Zeit des älteren Königtums, so zur Zeit des babylonischen Exils, als die fremden Frauen das Judentum in ernste Gefahr brachten. Daher jenes harte Wort unserer Chachamim: „Verderblich wie ein Aussatz sind die Proselyten für das Judentum.“ “) “) Levit. 25, 10. “) Poseachim 87 b. ") Bamidb. r., cap. 2. “) P. d. R. Natan I, 4 a. “) Kidd, 70 b. ' Nirgends äußert sich das Unheilvolle fremden Einflusses so stark wie eben im Familienleben. Eine der verflachenden Wirkungen verfehlter Assimilationsgelüste war die Lockerung der früher so feeten häuslichen Bande, ein nicht nur gesellschaftlicher, sondern buchstäblich familiärer Verkehr mit Bekennern der herrschenden Religionen. Das Wort der Bibel: „Jeder unter seiner Fahne, nach Zeichen aus dem Vaterhause“ wurde arg vernachlässigt! Die Juden, dierin tiefster Zurückgezogenheit, im Dunkel des Ghetto ihr Mittelalter verlebten, sie glaubten im Kerzehen moderner Kultur, in Europas übertünebter Förmlichkeit eine Sonne zu sehen, und als sie näher kamen, wurden sie wohl nicht erleuchtet, verbrannten sich aber daran die unvorsichtig vorgestreckten Finger. Es ist leider dahin gekommen, daß eine eheliche Verbindung mit Andersgläubigen in mancher jüdischen Familie als ein glückliches Ereignis gepriesen und herbeigesehnt wird. Der moderne Geist der Zersetzung kann sich kein besseres Mittel zur Vernichtung des Judentums, der festen Burg althergebrachter Sitte, wünschen, als die Zersprengung unserer Familie! Meine Freunde! Laßt euch nicht betören von verlockenden Sirenenrufen, möge man euch immerhin sagen: Ihr seid ein exklusives, ein unverbesserliches Volk — wachet treu und unverwandt über der Reinheit und Ungetrübtbeit eurer Familie, diese Abgeschlossenheit — sie sei euer Stolz, diese» Fernhalten fremder Elemente: „Nur dann ist der Fortbestand Israels gesichert. wenn nnvermemrt Jakobs Quelle' fließt."-'“i Ihr Männer Lraeis. bleibt eimredenk der Worte: „Jeder unter seiner Fahne, nach Zeichen au» dem Vaterhause!“ Hütet ernst und würdig euer teuerstes Gut; erfreut euch am eigenen Horde, wärmt eueh nicht am fremden Feuer; kräftig und mutig wie eure Ahnen, schützet mit dem Aufgebot aller Kräfte euer schönstes Kleinod, das euch zu den lichten Höhen menschlicher Vornehmheit erhebt, das euch eurem himmlischen Vater näherbringt. Ihr Frauen Israels! Trachtet euch das Lob zu gewinnen, das einst euren Vorgängerinnen gezollt wurde: „Wegen der edlen, treuen Frauen jenes Geschlechts wurden die Israeliten aus Ägypten befreit.“’*) lernet, da* Judentum kennen, und ihr werdet das Wunderblümehen, das ihr in weiter Ferne suchet, unter euren Fenstern finden. Erziehet uns eine starke, fromme Jugend, die glaubenskräftig und vertrauensvoll bereit sei. für alles Jüdische einzustehen, in der Familie und für die Familie, im Judentum und für das Judentum zu leben . . . „Jeder unter seiner Fahne, nach Zeichen aus dem Vaterhause.“ Amen! ") Deuteron. 33, 28.!1) Sota 11 b. Chajes als Persönlichkeit Gedenkrede, gehalten auf der Jahreslagung des Keren Kafemelh am 1. November 1937 Von Dr. Viktor Kellner, Direktor des Chajes-Realgymnasiuma Das größte Wunder im Bereich des Lebendigen ist die menschliche Persönlichkeit. Unfaßbar und unaussprechbar schon in ihren einfachsten Typen wird eie vollends geheimnisvoll und unergründlich beim bedeutenden Menschen. Wir stehen alle in ihrem Bann, spüren ihre zauberkräftige Wirkung, fühlen sie als die stärkste aller Wirklichkeiten. Aber wenn wir daran geben, uns und anderen klar zu machen, was denn ihr Wesen ist, worauf ihre Wirkung beruht, dann sehen wir, wie wenig wir wissen und wie unzulänglich all unser Reden ist. So ergeht es uns heute, wenn wir versuchen wollen, vor unser geistige« Auge die Gestalt des Menschen Chajes zu stellen, wie wir sie in der kurzen Sjianne Zeit erfahrest durften, da er in unserer Mitte war. Die kärglichen Worte, die wir sprechen, besitzen bestenfalls erinnernde Kraft: sie sind mir dann gerechtfertigt, wenn sie den Hörer dazu vermögen, sie mit verstehender Liebe zu ergänzen, so daß ein jeder das von Chajes erlebt, was ihm nach seinem "Wesen zu erlaben möglich ist. Zehn Jahre sind es her, daß er von uns ging, und ee ist uns, als wäre es gestern gewesen. So lebendig, eo gegenwärtig ist une dieser Mann. Und diese* sein Fortleben, diese seine Gegenwart ist der stärkste Beweis der unverlierbaren, unzerstörbaren Wirkung, die er auf uns geübt hat und noch immer übt. Von ihm zu sprechen fordert Vorsicht und Zurückhaltung. Die Eigenschaft, die bei ihm vielleicht als erste jedem Menschen bewußt wurde, der auch nur flüchtig mit ihm in Berührung kam, das war die einzigartige Schlichtheit und Einfachheit seines Wesens, das sich von jedem hohlen Pathos, von jeder leeren Phrase freihielt. Er besaß, was bei Juden überaus selten ist, natürliche Würde. Wenn irgendwo, so war hier die volle Deckung von Wort und Wesen gegeben. Das alles legt uns, dio wir beute seiner gedenken, Verpflichtungen auf: schlicht, einfach und unpathetisch wollen wir von ihm reden, der alle Superlative haßte und mied, der immer die Besonnenheit de« Urteils, die Ruhe des Gefühles wahrte und der in Leben und Sein die höchsten jüdischen Ideale verkörperte und erfüllte: Wahrheit und Gerechtigkeit. Chajes war ein Mensch von seltener Harmonie aller seelischen und geistigen Kräfte, von einer Vollendung dt* inneren Menschen, die es schwer, fast, unmöglich macht. Einzelnes hervorzuheben, was ihn besonders kennzeichnet und auszeichnet. Er war Zio- Mit Chajes in Erez Israel Von Dr. Nahum Blauer. Es war am 12. März des Jahres 1925. Mit den letzten Vorbereitungen für meine Abfahrt zur Konferenz der Palästinaämter in Jerusalem beschäftigt, erblickte ich plötzlich im Büro des Palästinaamtea einen der Sekretäre der Wiener Kultusgemeinde. ■Jch habe erfahren“, sagte er, „daß Sie noch heute nach Palästina abreisen. Gestern abend hat der Vorstand der Kultusgemeinde den Beschluß gefaßt, anläßlich der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem erstmalig für den -Keren Hajessod* einen Betrag zu bewilligen. Sie werden morgen Herrn Oberrabbiner Chajes in Triest sehen. Wollen Sie dies dem Herrn Oberrabbiner mltteilen.“ Wie angenehm es mir sein mußte, der Überbringer einer solch frohen Botschaft zu sein, istieicht erklärlich. Es dauerte nämlich verhältnismäßig lange, bis sich die offizielle Vertretung der Wiener Judenschaft zu diesem Beschluß durohgerungen hatte, womit, abgesehen von der finanziellen Förderung des Aufbauwerkes in Erez Israel, auch die zu jener Zeit bedeutsame Anerkennung der Wichtigkeit der Palästinaaktionen verbunden war. So kann man sich denn auch die große Freude vorstellen, die Oberrabbiner Chajes erfüllte, als ich ihm den Beschluß des Kultusvorstandes fast unvermittelt am darauffolgenden Tage in Triest bekanntgab. Ich war von der Bahn direkt m den Hafen gekommen und fand Oberrabbiner Chajes an Bord des Dampfers, umgeben von einer Schar seiner Triestiner Freunde und Verehrer, die ihm anläßlich seiner Abreise zu den Feierlichkeiten der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem das Geleite gaben. Einige Male hörte ich ihn bald diesem, bald jenem seiner Umgebung erzählen: „Haben Sie gehört? Die Wiener Kultusgemeinde bat für den Keren Hajessod einen Beitrag bewilligt.“ Sein Gesicht, von Freude durehglüht, strahlte fast jenen überirdischen Glanz auBj den wir bei bedeutsamen Anlässen am ihm sehen konnten. Knapp vor der Abreise von dem Orte seiner einstigen Wirksamkeit in Triest hatte er das Glück, von der Ausreifung einer Frucht seiner unermüdlichen Tätigkeit in Wien zu erfahren. Unter frohen Auspizien konnte also Oberrabbiner Chajes die Seereise antreten. Für mich, der auch in Wien das Glück hatte, fast täglich Oberrabbiner Chajes zu sehen und zu sprechen, war es jene einmalige huldreiche Fügung des Schicksals, die es mir vergönnt hatte, der Begleiter Chajes’ während seiner Hinreise nach Eres Israel zu Sein, tagelang in seiner Nähe zu weilen und unauslöschliche Eindrücke zu gewinnen. Es müßte den Rahmen dieser kurzen Schilderung sprengen, wollte ich Mer die Erlebnisse während der Fahrt, die Begegnung mit Menschen aus verschiedenen Ländern, die damals nach Jerusalem eilten, wiedergeben, die Gespräche über Chaluzim, Einzelpläne, den Empfang durch die Repräsentanz der jüdischen Gemeinde und des Rabbinats bei der Ankunft in Alexandrien, den Aufenthalt in Kairo usw. Nur einige Details könne» diesmal angeführt werden. Als uns der Zug Kairo—Jerusalem dem Lande immer näher brachte und bei Morgengrauen nach Durchfahrt durch die Wüste allmählich bebauter Grund, Weingärten, die palästinensische Landschaft sichtbar wurden,, da begann Oberrabbiner C li a j e s von seiner ersten Fahrt nach Palästina zu erzählen, die er vor dem Weltkrieg unternommen hatte. Am Bahnhof in Jerusalem wurde der illustre Gast von einem Mitglied der Zionistischen Exekutive und einer Reihe sonstiger Persönlichkeiten empfangen. Chajes war bekanntlich damals Präsident der Zionistischen Aktionskomitees und somit einer dei höchsten Würdenträger der Zionistischen Weltorganisation. Kaum waren wir i Hotel abgestiegen, da war auch schon d: Empfangskomitee der Hebräischen Univen tät, mit Rektor Dr. M a g n e s an der Spitze, erschienen. Nur einige Tage blieb zunächst Chajes in Jerusalem, um die Zwischenzeit Ortschaften und vor allem der neuen 1 a wirtschaftlichen Siedlungspunkte im Lande zu verwenden. Wegen der gleichzeitig stattgefundenen Beratungen der Palästinaämter konnte ich zu meinem Bedauern diesen Teil seines Palästinabesuehes nicht mitmacben und hatte nur Gelegenheit, bei seiner Rückkehr nach Jerusalem seine begeisterten Ansichten über das Gesehene, als er noc-h unter dem unmittelbaren Eindruck der Erlebnisse stand, zu hören. Von einprägsamem, tiefem Eindruck war, ein Besuch am Sa-bbathausgang beim da-1 maligen Oberrabbiner von Jerusalem, I K o o k, den Oberrabbiner Chajes, von einem Misraehiführer und mir begleitet, gemacht I hat. Die, Art, wie die beiden großen Gelehrten und geistigen Führer des Judentums miteinander sprachen, sich näherkarapn. und die weihevolle Stimmung, die damals im Hausse des Oberrabbiners von Jerusalem herrschte, dies alles blieb mir unvergeßlich. Als jener denkwürdige Tag kam. an welchem die feierliche Eröffnung der Hebräischen Universität am Skopusberge erfolgte, unzählige Menschen aus allen Erdteilen die Straßen Jerusalems hinauf zu der Stätte des feierlichen Aktes durchzogen, da saßen wohl alle, welche Augenzeugen dieses einzigartigen Erlebnisses waren, wie, Träumende. Beim feierlichen Einzuge des Kuratoriums der Hebräischen Universität und der Vertreter dar Universitäten fast der ganzen Welt verfolgten meine Bücke den in diesem Kreise einherschreitenden Oberrabbiner Chajes, bis er auf der Tribüne den ihm angewiesenen Ehrenplatz einnahm. Trotz der Anstrengungen, die mit den aufwühlenden und beglückenden Gefühlen bei der Teilnahme an diesem historischen Akte und den m Abend noch stattgefundenen Empfängen erblinden waren, entschloß sich Chajes, :hon am darauffolgenden Tag in aller Früh ie Rückreise anzutreten, um rechtzeitm vor Beginn des Pessachfestes in Wien einzutreffen. Wie war er freudig errette, als Doktor E, M. Zweig und ich mit ihm bis zur nächsten Bahnstation Bittir (Betar) fuhren. Dort nahmen wir Abschied. In dem Idumenüborsäten palästinensischen Gefilde stehend, sahen wir lange dem Zuge nach, der Chajes ”“'i Erez T-' — .. r Stät! gestaltigen Wirksamkeit zuriiekführte. sollte nie mehr dorthin wioderkehren. w zu lehren und zu forschen mit der g,n: Sehnsucht seines Herzens hoffte,