Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 686 (22.10.1937)
- Date
- 1937-10-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mt* e DH STIMME Nr. 686. — Wlan, Freitag, SS. Oktober MB. «io. i. SMitoittetum i j. I XI.. Zentraifrleilliot, neten ttn i Tn Smstis fntilnseii Mitteilungen der Israeli ti* sehen Kultusgemeinde Wien Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 22. d. M-, werden bei den um 4.50 Uhr beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstetteng&sse 4: Oberrabinner Dr. L Taglieht, Hl., Untere Viaduktgaase 13: Rabbiner Dr. K. Kupfer, V., Siebenbrunnengaase la: Rabbiner Dr. M. G. Mehrer, VIII., Neudeggergaase 12: Rabbiner Dr. M. Bauer, IX., Müflner- Sasse 21: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz, X., umboldtgasse 27: Rabbiner Dr. A. Weiner, XV., Tumergasse 22: Rabbiner Dr. H. J. Zimmels, XVI., Rubergasse 8: Rabbiner Dr. J. M. Bach, XIX., Doltinergasse 3: Rabbiner Dr. A. Frankfurter, XX., Kiuekygasse 11: Rabbiner Dr. B. Murmeistein, Samstag, 23. d., beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärung: XXI., Holzmewtergasse 12: Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend. Freitag, den 22. d., 547 Uhr abends, findet ein Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend (IV. Dis VIII. Klasse) im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, statt. FILME Ulme ohne Arier-Paragraph Es geschah zu Silvester. — La belle Equipe. — Tanz unter dem Galgen. — Die gute Erde. — Drei süfle Mädel. — Menschen unter Menschen. — Paris. - Jazz-Kadetteu. — Samson. — Liebe macht blind. - Mord im Opernhaus. — Station j Nordpol ruft. — Das öffentliche Ärgernis. — ' Die rote Robe. — Jagd auf Gangster. — Lach, j katastrophe. — Adam und Venus. — Sie ist! gefährlich. — Liebe in Panama. — Auf den Dächern von New York. — Das grüne Licht — Nachschlüssel. — Escapade. - Sensation um Galahad. — Schrecken der Meere — Die kleine Chlng-Ching. — PCpö le Moko- — Bulldog Drumond, der Meisterdetektiv. — Maienzeit. — Geschichte wird bei Nacht gemacht — Entgleist. — Flucht aus San Quentin. — Jldl mit'n Fidi. — Saratoga. — Meuterei in Slug Sing. Die Eisprinzessin. — Die Frau des G-Man. Leidenschaft. — Le Rot — Man trifft sich in Paris. — Das Lebet, Emile Zo'as. — Seeteufel. — Wir in der Todeszelle. — Darf ich bitten! 100 Männer um ein Mädel. — Skandal aut der Rennbahn. — Vogues 1938. — Der letzte Zug von Madrid. — Königin Victoria. — Mein Vater hat Recht gehabt. DIE KINDER-STIMME REDIGIERT VON LILIAN GRÜNWALD Todesfälle. Ruzek Franziska (90), Singer Emilie (74), Friedl Gabriele (68), Mattersdorf Anna (61), Folk Sali (S2), Weiszmann Regine (79), Herlinger Berta (67), Reiß Hermann, Landwirt (60), Löwy Marie (68), Neuer Reglne (84), Med.-Rat Dr. Fräakel Richard, Zahnarzt (64), Schalter Adele (SO), Herschaa Moriz (73), Strauß Roealia (73), Deutsch Leopold (77), Dr. Reif Rudolf, Rechtsanwalt (51), Jellinek Erna (67), Dr. Welisch Ignaz, Zahnarzt (71), Salter Elias (89), Roeenbaum Karl (74), Abelles Marie (93), Geiger Joseflne (81), Felmayer Resi Therese (45), Rachmann Josefine (87), Sessel Marie (86), Wachsmann Hirsch (67), Kestter Arnold (54), Segall Bertha, Schneiderin (52), Dr. Hirschhaut Margarete, Ärztin (27), Büchler Rosa (35), Goldenstem Mtna, Mo-, distin (26), Weiß Rosa (78), Maadelöhl Baruch (61), Hitsohmaan Janette (86), Toch Gisela (75). Bezugsbedingungen: Österreich: Monatlich S 1.70, vierteljährlich S 4.80, halbjährig 8 930, ganzjährig S 18. Für das Ausland: Vierteljährlich: Deutschland KM 330, Tschechoslowakei Ki 28.—, Jugoslawien Dinar 50.—, Polen Zloty 630, Ungarn Pengö 4.80, Rumänien Lei 200.—, übriges Ausland: Schweizer Franken 530. Redaktion and AdmlnlstraHon: Wien. I., Marc* Aurei-Strafle 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktionsschluß Montag and Mittwoch vormittags. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.54$, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230. Jugoslawien Nr. 40.879. Sacha Gultry-Premiere im Kruger-Kino. Nachdem der neue Sacha Guitry-Film „Main Vater hat recht gehabt“ der Wiener Presse und Kunstwelt gezeigt wurde, läuft er in Alteinaufführung für Wien im Kruger-Kino. Neben Guitry sind Jacqueline Delubac, Marcel Levesque, Pauline Carton, Serge Grave usw. in dem Hauptrollen beschäftigt. Heute: „Für Sie, Madame“ (Vogues 1938). Heute findet im Burg- und Imperial- Kino die europäische Uraufführung des nach dem allerneuesten Technioolor-System hergestellten amerikanischen Lustspielfilms „Vogues 1938“ (Für Sie, Madame) statt, der nach dem übereinstimmenden Urteil der amerikanischen Presse den. endgültigen Sieg des Farbenfilms bedeutet. Ein Streifzug durch die eleganten Nachtlokal« New Yorks und eine großzügige Modenrevue bilden die Höhepunkte dieses Lustspiels, dessen Hauptrollen von Joan B e n n e 11, Helen V i n s o n, Warner Baxter und Miscba Auer gespielt weiden. Heute: „Königin Victoria“. Das Attentat auf Königin Victoria ist ein dramatischer Höhepunkt in dem RRO-Radio- Großfilm „Königin Victoria“, den Herbert Wilcox mit einem Millionenaufwand gedreht hat. Die Galapremiere unter dem Ebrenscbütze der britischen Gesandtschaft fand Donnerstag, M8 Uhr, im Rotenturmkino, statt. Seventh Heaven. „Im siebenten Himmel“ ist die wunderbare rührende Liebesgeschichte von Diane und Chico, den beiden Pariser Kindern, die der Krieg trennt, deren Liebe aber alles überwindet. Simone Simon ist selbst eine kleine Pariserin und verkörpert die Rolle der Diane; ihr Partner ist James Stewart. Die Uraufführung findet demnächst im Elite-, Opern-, und Votivpark-Kino statt. Aditung, Yolkssdiüler! Das könnt auch ihr schon lesen KINOPROGRAM M i Vom 22. bla 25. Oktober E I ITE ■ If I M A <- WoIlzeile 34 Elill Tel. R 210-65 Uraufführung! Paul Muni in: „DAS LEBEN EMILE ZOLA’S“ (TW LIFE Of EMILE Z0U) Beginn: 3, 5, 7, 9 Uhr. IMPERIAL-KINO ******* »- Telephon: O22-1*12 UfUUFFÜHRUNB I Ml«ha Auar, Warner Baxter In: 91 VOGUES 1938 („nir Sla, Madame“) Beginn: 8", 6“, 7‘\ 6“ Dhr «f ROTEM TURM oMUFrOMtimi Anna Nnagla, Adolf WehlbrOek h: „Königin Viktoria“ Beginn: VA V.8, VA V40 AUGARTEN-KINO II., Untere AngertenstraBi fl Tel. A 40-6-98 Ur- und Alla'nnuffOHruni für Men MALT PIC0N in dem ernten {iddlechen Tonfilm: ♦r Jidl mit’n Fidl“ mit dem sehen Fußtiteln Beginn: J',4. */»«. 4/A J/«10 Uhr KINO KERN im Prater Dir. Kern 4 Pertraann Telephon R 40-0-49 Ur- und Mleinnufflllirung «r Pntnr und LeepeMstett Pat O'Brlsn, Casar Romero In: „Die Frau des G-Man“ Wneknntngs: 5, 1, 8 Uhr, Sennta«t: Z, >/,«, </,«, V,l ’/.IO Uhr Schweden a 49-0-60 InmtaBfditlArnm. * t, v* % w DJ“ Max Brothnra in dem großen musikalischen Lustspieischiager „Skandal auf der Rennbahn" KREUZ KINO '•> Walhalla l> * n W Ul M-t-U Uraufführung I Dorothy Lantour in: „Der lebte Zu$ von Mnflrlfl“ Beginn: 4, V.8, 7,8. V.10 Uhr LEOPOLDSTÄDTER VOLKSKIMO II., Rotensterngasae 7 a Tel. R 49-0-23 AlleiaauffOßniRi fOr ft« Luop«Jd«tadt! »Bft. „Die taute Erde“ Der Vorverkauf hat bereits begonnen I Beginn bet diesem Fiim «glich: V*5, 7, %10. NESTROY-TON-KINO fcJSrTftS Prad Aatalra, Dinger Rogars In: „Darf Ich bitten“ („Shell wo denen?“) Bngmn: 4, VA VA V.10 Uhr REMBRANDT- KINO 11., MALZGASSE 2 Tel. A 44-0-35 Ecke Schreigasse Straßenbahnlinien V, N, Nb and 38 l- Haltestelle nach der AogartenbrQefce Ä, „Oie Eisprinzessln" .‘sStt Beginn an Wochentagen: VA VA V40 Dhr Sonnand Feiertage auch V«4 unr KINO TEGETTHOFF Im Planetarium am Praterstern TeL K 41-0-26 Erstu. AUeinaufttthrung für Prater u. Leopoldetadt „ Oeanne OurMn In: _ „100 MÄNNER UM 1 MÄDEL“ mit Leopold Stokouraky WMkmtagn: 8, 7, 9 Uhr. Snnntng«; t, "A VA*'A V.UUh Ootlvoark-xino Uraufführuagl Paul Mural in: „Das Leben Emile Zola’*“ („The LH« of Emtla Zola“) Beginn: */*4‘ V»6, 7*8 und 7*1° Uhr Am 24. Oktober — vor 153 Jahren — wurde Moses Montefiore in Livorno, Italien, geboren. Hundertundein Jahr alt ist er geworden und hat in seinem Leben viel Gutes für das jüdische Volk getan. Er war ein kluger und gerechter Mann und wurde Stadtrichter in London (England), wo ihn die Königin Viktoria, die damals regierte, sogar zum Ritter ernannte. Sir (Edler von) Moses Montefiore war auch sehr reich und verwendete viel Geld für Palästina, damit dort jüdische Menschen leben und arbeiten konnten. Wenn in irgend einem Lande der Welt seine jüdischen Glaubensbrüder unterdrückt wurden, reiste er selbst zu dem König dieses Landes und bat für die Juden. Das war nicht so leicht, denn das Reisen war damals — wo es noch keine Eisenbahn gab — anstrengend und oft gefährlich. Einmal wurde Moses Montefiore auf einer Boiehen Reise in Kußland sogar von Wölfen verfolgt. Sein Andenken lebt im jüdischen Volke weiter. memmmmammmmtnimam rmiifuiRiwfiiiifiHtiifVftmfvmfiiminam Ein Lied aus Erez Israel Gmm dwn chnr-eahfg tel duj. mi4><UaefcflMcfe4te! Von Dan bis Berschewa Von Gilad bis zmn jam (Meer) Ist kein Faßbreit unserer - Erde — nicht bedeckt mit dam (Blut) Jüdischen Blatee, vollgesogen, Tollgetranken Rodeland, Berg wagai (and Tal) Doch von Geschlecht zu Geschlecht ward kein reineres Blut vergossen Als Blut der Pflüger von Tel-Chaj. Vif ~l«3 TJ )T8 o£ Tg ' ’u5al‘5 »)H fl* .DT3 TB3 »6 w na» dt * T T * 5* T rer T1T^ T1T8 % TlrtB DT kfj ,-n-brt nthln dtd Unsere Kinder in Erez Israel In einem Kindergarten wird die Geschichte vom Rotkäppchen erzählt. Bei der Stelle: „...und der Wolf fraß die Großmutter...“ geht ein Sturm der Empörung durch den Kreie der Kinder. Sie schimpfen auf den Wolf. Kachel ist besondere mtrüstet und sagt: (Bis der Messiae kommen wird und ich den Wolf im Himmel treffe, werde iob den Bösen umbringen — erschlagen!“ Da antwortet ihr mit einem überlegenen Lächeln Nira: „Du Dummerl, wenn der Mesaae kommen wird, dann wird ja der W oll keine Schlechtigkeiten mehr anstellen...“ (Jüdischer Alman&ch aus d. J. 1937.) * Briefe eines Musterknaben n. Lieber Freund! Wie Du weißt, geh’n bei unserem Hat» immer besonders viel Leute vorbei, es ist doch neben dem Kino (dasselbe, wo ich eo viel Spaß gehabt habe mit meinem Blasrohr und dem Loch im Fußboden). Vor unserem Haustor ist die Haltestelle der Elektrischen und außerdem noch eine Umsteigstelle. Man möchte nicht glauben, wieviel Menschen jeden Tag da vorbei kommen, und alle lassen sich foppen. Du möchtest staunen, wie blöd Erwachsene sein können — aber ich habe es erfahren; ich kenne nur wenige Ausnahmen. Heute habe ich eine Hetz gehabt! Ich bin vor dem Haustor gestanden und habe fürchterlich geweint. Aber natürlich nicht wirklich, sondern ich hahe mich nur weinend gestellt Ich schrie und heulte... Hääää... häääää. Sofort eind Leute auf mich zugekommen, und ein älteres Fräulein fragte mich gleich mit bibbernder Stimme: „Warum weinst du denn, Putzi?“ — „Häääää... häääää“, heulte ich... ,Jch heiße gar nicht Putzi... und mir ist ein Schilling da hinuntergefallen und ich kann ihn nicht finden, weil alles voll Regenwasser ist... häääää... häääää ...und zu Hause werde ich Watschen kriegen...“ Da hat das Fräulein gesagt, ich soll midi nicht so auf regen, eonst kann midi noch der Schlag treffen, weil ich sowieeö so dick bin, und sie wird mit suchen helfen. Und richtig, sie hat angefangen mit ihrem Schirmstock im Dreck herumzustierin. Dann sind noch andere Leute dazugekommen und die haben das Fräulein gefragt, was eie mit dem Buben da bat, und sie hat gesagt, „der arme Bub hat einen Schilling fallen lassen und id) half ihm suchen, damit er zu Hause keine Prügel bekommt“. Da .haben noch hin paar andere voller Mitleid mitgesucht. Dabei haben sie sich die Kleider schmutzig gemacht, und eine Elektrische nach der andern ist ihnen davongefahren. „Wir machen uns ja die Kleider ganz schmutzig“, sagte ein Herr plötzlich mitten im Suchen. „No, wenn ihnen der Bub so leid tut, schenken Sie ihm halt einen andern Schilling!“ sagte ein junger Mann, der vorbeiging. Aber der Herr bückte eich schnell,'wie wenn er erschrocken wär, und suchte weiter. Wie schon ein ganzer Auflauf gesucht hat, hatte ich schon genug und rief: „Vor zwei Jahren habe ich den ''Schilling verloren, verehrtes Publikum!“ Und dann rannte ich schnell ins Tor und nach Haus. Auf der Stiege noch hörte ich sie auf mich schimpfen. Mir ist eingefallen, daß einige von den Leuten vielleicht in der Nähe wohnen, das kann dann unangenehm weiden. (Fortsetzung folgt.) Rätselecke Mein erstes Wort meint’s gut und treu Mit dir, du darfst ihm trauen; Die Wahrheit sagt’s dir frank und frei. Mein zweites ist zu schauen An Pflanzen, sowie am Gewehr. Nim ist das Ganze nicht mehr schwer: Es ist das Teuerste auf Erden Und teilt getreu Lust und Beschwerden. * Die erste ist ein nützlich Ding, Doch viele schätzen es gerifig, Es schmeckt damit die Speise dir, Geliebt wird es von manchem Her. Das zweite blickt vom Bergeerand Hinab ins weite, große Land; Es trotzt den Stürmen und der Zeit; Doch hat’s bereitet schon viel Leid. Das Ganze ist voll Pracht und Glanz, Vergangner Geister edler Kranz: Ein kleiner Ort, doch weltbekannt — Nun rate mal, in welchem Land? * Auflösung der Scharade ans der vorigen Nummer: Sauerkraut. * Briefkafftea Netly Glog. Ich habe midi über das Leb gefreut. Wie wär’s mit einem gelegentlichen Beitrag? Gruß.