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Der Israelit · 1915-06-24 · Heft 27 (24.6.1915) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 27 (24.6.1915)
Date
1915-06-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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UCr> &&JBIEUT trJgoBf R»»■ L'ÄsL^ r/2p&« esv JK 27 Frankfurt a. M.. den 24. Juni 1915. 12. Tammus 6675. JE 27. Der „Frankfurter JSraelit" wird mit dem JSraeltt" abonniert) Wbormemeut für beide Blätter zusammen Mk. 1.80 vierteljährlich iJnlandj. Inserate im „Frankfurter JSraeltt" kosten 35 Pfg. für die fechSgefpattene Lolonelzeile) Rabatt nach Tarif. Inhalt. Die Woche: 1. Die neue Wlitma der S. G. „Ifr. Religlonsgesellfchaft". — Ehrung des Stifters. 3. Israelitische Volksschule. 3. Jüdischer Mädchenhort. — Bereinskalender. — Familiennachrichten. — Gebetzeilen. jj Die Woche j «ani»«sa«ivvL««vivv«sA Die »me Miürva der S H. „Ifr. Htetigiousgefellschaft". — KHrung des Stifters. Das durch die hiesige Firma Bamberger, Lerot & Cie. ausgeführte neue Rttualbad der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft", dessen Fertigstellung durch den Krieg verzögert worden war, ist nunmehr vollendet. Die sowohl nach der technischen Sette wie in Bezug auf die innere Ausstattung mustergültige Anlage hat einen Kostenaufwand von etwa M. 70000. — verursacht. Zur Ausführung des Baues wurde die Gemeinde bekanntlich durch eine hochherzige Stiftung von Herrn und Frau Meier Selig Goldschmidt in den Stand gesetzt. Am letzten Sabbath erschienen daher Rabbinat, Borstand und Ausschuß der Gemeinde in der Wohnung des Stifters, um durch Ansprachen und Ueberreichung einer künstlerisch ausgestatteten Adresse den warmen Dank der Gemeinde für die voü wahrhaft jüdischer Gesinnung zeugende Stiftung zum Ausdruck zu bringen. Israelitische Ilolksschule. Der Jahresbericht der Israelitischen Volksschule berichtet über die großen Herstellungsarbeiten am Schulgebäude. Sie erforderten noch größere Mittel als vorgesehen war) auch eine gründliche Neuherrichtung des Schulhofes stellte sich als ganz unabweisbar heraus. Soweit diese Kosten nicht schon durch die im Vorjahr erwähnte große Spende der Frau Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild gedeckt worden waren, halsen hierzu Frau Baronin Edmond de Rothschild-Paris mit einer Gabe von M. 2000.—, Herr Rudolf von Goldschmidt-Rothschild mit M. 2000.—, Herr und Frau Adolf Stern mit M. 1000.— Der Bericht verzeichnet eine Steigerung aller Ausgaben, wodurch trotz energischer Werbetätigkeit und einer Steigerung der Jahresbeiträge ein Defizit unvermeidlich wurde. Die Schule zählt neun Klaffen in sieben aufsteigenden Stufen. Die fünf unteren sind gemischte Klaffen. Der sechste Jahrgang ist in Knaben- und Mädchenklaffe geteilt. Jahrgänge sieben und acht sind vereinigt und bilden, ebenfalls nach Geschlechtern getrennt, Parallelklassen für Knaben und Mädchen. Umfang und Verteilung des gesamten Lehrstoffes für die sechs unteren Jahrgänge decken sich mit den Einrichtungen an den städtischen Bürgerschulen, nach Maßgabe dks „Lehrplans für die Bürgerschulen in Frankfurt a. M.", aufgestellt von der städt. Schuldeputation und genehmigt durch Verfügung der Königl. Regierung zu Wiesbaden im Jahre 1907. 56 Kinder, deren Eltern die Beschaffung aller Lernmittel zu schwer fiel, erhielten von der Schule Schulbücher, darunter waren 31 Kinder, denen sämtliche Schulbücher verabfolgt wurden. Die Schule zählte am 1. Februar 381 Kinder, 208 Knaben und 173 Mädchen. Am Schluffe des Schuljahres wurden nach erfüllter Schulpflicht 20 Knaben und 30 Mädchen entlassen. Die Schulleitung hat sich, wie in den früheren Jahren, wieder bemüht, den austretenden Kindern und ihren Angehörigen bei der Frage der Berufswahl und bei der Erlangung geigneter Lehrstellen beratend und helfend zur Seite zu stehen. 20 Schülerinnen der oberen Klaffen beteiligten sich an dem von der „Jüdischen Haushaltungsschule" eingerichteten Schulküchenunterricht,- 23 Mädchen der oberen und mittleren Klaffen besuchten die „Bereinigten unentgeltlichen Flickschulen". Der Stundenplan der Schule wurde so eingerichtet, daß die Teilnehmerinnen keine Schulstunde versäumen mußten. Der „Verein zur Beschaffung warmen Frühstücks" verabreichte wieder in dankenswerter Weise während der strengen Wtntermonate 87 Schulkindern täglich ein Glas (Va Liter) warme Milch. Wegen der herrschenden Milchnot müßte die Zahl der Berflegungstage auf 68 herabgesetzt werden. Außerdem erhielt eine größere Anzahl bedürftiger Kinder, welche von diesen Vereinen als überzählige nicht berücksichtigt werden konnten, in der Schule freies Frühstück; die Kosten wurden aus Privatmttteln bestritten. Jedem Kinde, das sich weigerte, unentgeltliches Frühstück anzunehen, wurde die Gelegenheit geboten, eine Portion (V3 Liter) warme Milch gegen Barzahlung von 5 Pfg. zu erstehen. Den kränklichen und schwächlichen Kindern wurde auch in diesem Jahre besondere Fürsorge zu teil. Der so segensreich wirkende „Verein für Ferienkolonien" entsandte wieder während des Sommers 27 Knaben und 29 Mädchen nach der Gebirgskolonie Beerfelden im Odenwald. Außerdem übernahm während der Sommerserien die „Waldkolonie für israelitische schwächliche Kinder" 77 Kinder der Schule. Wie in alle Gebiete des öffentlichen Lebens, so griff der gegenwärtige Krieg auch in den Schulbetrieb ein. Gleich in den ersten Mobilmachungstagen wurden Herr Lehrer Steinberger und der Schuldiener, Herr I o st, zur Fahne berufen. Die zurückgebliebenen Lehrkräfte übernahmen ehrenamtlich die freigewordene Arbeit in den Klaffen und im Knabenhort. Eine stattliche Zahl der ehemaligen Schüler steht im Felde und kämpft für das Vaterland. Einige haben sich durch Heldenmut das eiserne Kreuz zweiter Klaffe erworben) ein junger Flieger, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klaffe, wurde zum , Flieger-Offizier befördert und für einen höheren Orden vorgeschlagen. Leider wußten auch viele ihre Vaterlandsliebe mit ihrem Blute besiegeln. Die Schule wird ihnen allen ein treues, ehrendes Andenken bewahren. Jüdischer Wüdchenyort. In einem gedruckten Jahresberichte wird den Gönnern und Förderern der Institution Brrtcht über den vor Jahresfrist begründeten „Hort für jüdische Mädchen" erstattet. Ins Leben gerufen wurde der Hort durch die Initiative der „Jüdischen Frauenveretntgung." Diese hatte schon bei ihrer Gründung die Errichtung eines Mädchenhortes im Oftend, das von der in Frage kommenden Bevölkerung vornehmlich bewohnt wird und wo das Bedürfnis nach einem Horte ganz besonders hervortrat, in Aussicht genommen. Mangel an Mitteln und die Inangriffnahme dringlicherer Aufgaben hatten die Ausführung des Planes in vollem Umfange bisher verhindert. Es war lediglich seit jmet Jahren die Einrichtung getroffen worden, diejenigen Schüler der Israelischen Volksschule, die mittags in der Suppenanstalt essen und dann zu Hause eine verschlossene Tür finden, bis zum Beginne des Nachmittagsunterrichts im Schulhause beaufsichtigen zu taffen, um sie von der Straße fernzuhalten. Unabhängig von dem Plane der Frauenvereinigung erstrebte auch der Jugendpslegeausschuß der Israelitischen Volksschule, die Errichtung eines Mädchenhortes als eine besonders dringliche Aufgabe und eine alsbald eingeleitete erfolgreiche Beitragssammlung ermutigte die Frauenvereintgung, zur Inbetriebsetzung des Hortes zu schreiten. Die Verwaltung wurde einem selbständigen, von der Frauenvereinigung unabhängigen Vorstande übertragen. Der engere Vorstand besteht aus den Damen: Henriette Best ho ff, Fanny Birnbaum, Frieda Bock, Rosa Jeidel, Nanny Levis, Adelheid Meyer, und den Herren: Prof. Dr. I. H. B o n d i, Manfred S. Goldfchmidt und Baruch Stern. Die erste Aufgabe des Vorstandes war die Beschaffung eines Hortlokals. Schließlich ÜIOLFS-ECK unsäftierr 12^ •sortffert ISA G*M.HOLk2§ J HOFLIEFERANT FRÄKIKFURTaM

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