Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 87 (7.11.1889)
- Date
- 1889-11-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX, Jahrgang. M 87. Israelit «»-> Jeschuran. Zrttschrist Dl MrdrlMS jiil>. Geißes unü jaö. Kevens in Ws. ©tmtinUt Md Kchsle. Aentrat-Hrgan für das orthodore IudenLHum. Herausgegeben von l)r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den V. November SV49 (1889). Leitende Artikel. KereK Schirah. Mainz. 24. Oktober. IV. (Das Loblied der Erde.) I. '2 .na OffVi tan pxn J~6 : moix px *) *pD .n'jJD’ nnru ^jn rrtD’ v'v' wn ■ojjDty nrrat pxn „Die Erde spricht: Dem Ewigen ist die Erde und ihre Füllung, die Welt und deren Bewohner. Denn Er hat auf Meeren sie gegründet und auf Strömen wird Er sie feststellen (Psalm 24, B. 1—2). Und ferner heißt cs: Vom Ende der Erde Gesänge wir haben vernommen: Herrlichkeit dem Gerechten! (Jesaias, Eap. 24, V. 16.)" Am allernächsten steht uns die Erde; wir sind gleichsam ein Theil von ihr. Vom Erdreich nahm der allmächtige Gott uub bitbete batau§ unseren ersten Vater. Auf der Erde leben wir, sie nährt uns mit ihren Erzeugnissen, wir treten sie mit unsren Füßen. Sie erscheint uns als das am festesten Stehende, und doch wissen wir, daß sie die Sonne umkreist und um ihre eigne Axe sich dreht. Diese unsere Erde, uns so bekannt und uns so vertraut, ist uns dennoch ein großes Räthsel. Der Himmel wölbt sich über uns bei Tag wie bei Nacht, wir stehen aufrecht auf der Erde bei Tag wie bei Nacht, ebenso wie unsere Gegenfüßler, über *) Anmerkung: In Perek Schirah haben sich im Laufe der Zeiten viele Fehler eingeschlichen, wie dieses Rabbi Jakob Emden bemerkt. Abschreiber und Drucker haben aus Versehen Sätze weggelassen oder Theile von Versen nach Willkür ergänzt. Wir folgen den Lesarten des Rabbi Sunde! Luria. der jedes einzelne Wort wohl erwogen hat. deren. Häupter die Sonne im Zenrth steht, während wir Mitternacht haben. Das zu begreifen und zu verstehen ist sehr schwer, und was zu dessen Erklärung von der Wissenschaft gelehrt wird, ist nicht ausreichend. Der Lobgesang der Erde in Perek Schirah belehrt uns in Bezug ans einen der wichtigsten Grundsätze unserer heiligen Religion. Ueberzeugt uns der Lobgesang des Himmels von dem Dasein Gottes und der Regierung der großen Himmelskörper durch den allmächtigen Schöpfer, so überzeugt uns der Lobgesang der Erde von der Fürsorge Gottes (nrwn) für uns und alle Geschöpfe. Wir wollen zuerst den zweiten Vers dieses Lobgesanges näher ins Auge fassen. Wir haben übersetzt: „Denn Er hat aus Meeren sie gegründet, und auf Strömen wird Er sie feststellen." Mendelssohn übersetzt: „Er hat an Ufern ihren Grund gelegt, an Strömen sie erbaut." Daß diese letztere Uebersetzung eine gekünstelte ist und dem hebräischen Texte nicht entspricht, wird Jeder sofort erkennen. Was Mendelssohn zu dieser Uebersetzung veranlaßt hat, liegt klar am Tage. Die Psalmworte scheinen im heiligen Urtext der Wirklichkeit zu widersprechen, da ja die Erde nicht auf dem Wasser des Meeres schwimmt und nicht von Strömen getragen wird. Wir werden in Folgendem nachzuweisen versuchen, in welchem Sinne das heilige Schriftwort aufzufassen ist. Wie wenige Menschen gibt es doch, die jemals über die von uns belegten Punkte nachzudenken sich veranlaßt fühlen! Dieser Bemerkung geben unsere Weisen (Chagigah 12 b) in einer schwer verständlichen Agadah Ausdruck. Dort heißt es: pw nwn» nnab onb w pdix oy 'n xon nnoiy in no rosnv pw nncny ,mxn no rrjnr pN rjmi idxw amoyn >y Zmoiy no by pxn