Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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G. H. Goldschmidt'sche Stipendienstistung. Der Unterzeichnete ist als Director der Real- und Volksschule der hiesigen israelitischen Gemeinde statutenmäßig in die Verwaltung der B. H. Goldschmidt'schen Stipendienstistung eingetreten. In der Sitzung vom 5. Januar c. wurde er zum Vorsitzenden gewählt und er erfüllt zum ersten Male die angenehme Pflicht, über das verflossene Verwaltungsjahr der Stiftung Bericht zu erstatten. Nachdem in den beiden vorangegangenen Jahren die an die Stiftung herangetretenen Anforderungen der Art waren, daß der Etat überschritten werden mußte, war es diesmal, ohne Zurückweisung wohlbegründeter Gesuche, möglich, das Deficit der früheren Jahre annähernd auszugleichen. Stipendiaten der Stiftung waren im abgelaufenen Jahre fünf. Je einem Studirenden der Philosophie und der Jurisprudenz konnten, nachdem sie ihre Universitätsstudien mit ausgezeichnetem Erfolge vollendet hatten, die Mittel zu ihrer weiteren wissenschaftlichen Ausbildung geboten werden, einem Mediziner, der mit Hilfe der Stiftung seine Studien und wissenschaftlichen Prüfungen absolvirt, wurden die Mittel zur Anschaffung nothwendiger Apparate und Instrumente bewilligt, endlich erhielten zwei, von ihren Lehrern besonders günstig empfohlene Gymnasiasten ansehnliche Stipendien. Durch die Munificenz ihres Gründers sind die Mittel der Stiftung im Laufe des verflossenen Jahres wiederum bedeutend vermehrt worden. I. In einem Wien, 23. April 1868 datirten Schreiben machte Herr B. H. Goldschmidt der Verwaltung die Mittheilung: Er denke wohl zu thun, bei Gelegenheit seines siebzigsten Geburtstages das Capital der Stipendienstistung zu verstärken. Zu diesem Zwecke übergebe er der Verwaltung 4 Stück österreichischer 500 Guldenloose von 1860 mit der Bestimmung, dieselben dem Capitalfond hinzuzufügen, die Zinsen aber für die laufenden Bedürfnisse der Stiftung zu verwenden. II. In der Sitzung vom 5. Januar c., in welcher der Gründer der Stiftung, als ständiges Mitglied der Verwaltung, anwesend war, machte derselbe den versammelten Mitgliedern der Verwaltung folgende Mittheilung: 1) Er habe beschlossen, seiner Stiftung eine neue Schenkung von 10,000 Gulden fünfprocentige österreichische Rentenobligationen in Silber verzinslich zuzuwenden. 2) Da bei der gesetzlich angeordneten Conversion der österreichischen Staatsschuld das aus 50,000 Gulden dreiprocentige Metalliques-Obligationen bestehende Stiftungscapital sich in 30,000 Gulden fünfprozentige österreichische Rentenobligationen, in