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Neue jüdische Presse · 1912-09-11 · Heft 36 (11.9.1912) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 36 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
Seite 12 (sequence 13)
Language
German
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Seite 12 Frrulksurter Israelitisches Famklienblatk. 9h. 36 Aufruf. Zu keiner Zeit des Jahres empfindet jeder Jude ein stärkeres Bedürfnis, seinen Brüdern Wohltat zu erweisen und seinem jüdischen Mitgefühl grössere Befriedigung zu verschaffen, wie gerade jetzt in den Tagen der Erinnerung. Darum erachten wir diese Zeit als geeignet, um uns mit einem Aufruf an die Judenheit unserer Vaterstadt zu wenden und ihre Aufmerksamkeit auf ein Werk zu richten, das zu fördern der Stolz eines jeden sein muss. Ein beträchtlicher Teil unseres Volksstammes, der, vom Gros des Volkes getrennt, durch die Jahrhunderte hindurch mit besonderem Mut und echt jüdischer Treue die Anhänglichkeit an sein Volk und an seinen Glauben bewahrt hat, ist in furchtbares Elend geraten. In Arabien ist eine heftige antisemitische Strömung gegen die dort wohnenden jemenitischen Juden entstanden und diese, denen es auch so schon elend genug erging, sind gezwungen, in grossen Scharen ihr Land zii verlassen. Als Ziel ihrer Wanderung kann ihnen nur ein Land dienen, das ihnen towohl räumlich wie seelisch am nächsten ist: Palästina. In den letzten Monaten hat eine starke Einwanderung von jemenitischen Juden nach Palästina eingesetzt, die, eine unermüdliche Arbeitslust miHhSchster Anspruchslosigkeit vereinigend, als Arbeiter in den Kolonien statt der bisher beschäftigten Araber dort leicht Beschäftigung finden. Was ihnen jedoch fehlt, sind die Mittel, sich Wohnstätten zu errichten.; . In diese Not hat der Jüdische Nationalfonds -eingegriffen und wendet sich an die jüdische Geffentlichkeit mit der Bitte, ihm Gelder zur Errichtung von Jemenitenhäusern zu spenden. Der ‘Nationalfonds ist in der Lage, für 1000 Frcs. ein solches Haus zu errichten, das dann den Namen seines Spenders trägt. Auf diese Weise ist einem jeden Juden Gelegenheit geboten, durch eine relativ niedrige Summe sowohl einer ganzen Familie eine grosse Wohltat zu erweisen, als auch sich dadurch ein bleibendes und schönes Denkmal im Lande der Väter zu setzen. Zugleich erwirbt er sich damit um die Entwicklung Palästinas ein dauerndes Verdienst. Dieser schöne Gedanke hat lebhaftes Interesse und starke Sympathie in der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit gefunden, und wir zweifeln nicht daran, dass die Juden Frankfurts, die, was jüdische Gesinnung und soziales Empfinden betrifft, stets in den vordersten Reihen der Judenheit standen, an der Unterstützung und Förderung dieses grossen, gemeinnützigen Werkes lebhaften Anteil nehmen wird. Wir betonen, dass es sich hier keineswegs um eine Parteisache handelt, sondern um eine Angelegenheit der gesamten Judenheit. . . Em armer, unglücklicher, tüchtiger, begeisterter Teil unseres Volkes soll aus Not und Elend in die Lage versetzt werden, ein menschenwürdiges Dasein zu finden; welcher Jude wollte eine solche Sache nicht fördern und unterstützen 1 Darum richten wir an.alle Juden Frankfurts die dringende Bitte, die Spenden, die sie zu den hohen Feieitagen zu machen gedenken, dieses'Jahr diesem grossen Werke zukommen zu lassen. Sie dürfen überzeugt sein, so gleichzeitig dem jüdischen Volke und dem jüdischen Lande einen erheblichen Dienst erwiesen und sich selbst ein schönes bleibendes Ehrendenkmal gesetzt zu haben. Spenden nimmt jeder der Unterzeichneten entgegen. Frankfurter Zionistische Vereinigung Saly Geis,*) 1. Vorsitzender. Fritz Sondhelmer, 2. Vorsitzender. J. L. Golteln, S. H. Goldmann, A. Lewisohn, Martin Levlgard, Rechtsanwalt Dr. Siegfried Schwarzschild, D. Tachauer, Max Wolf *) Postscheckkonto Nr. 4864. . in Fa. Gebr. Adler-Schott. Obst- Kattofel- SesteUe. Settern. 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