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Neue jüdische Presse · 1912-09-11 · Heft 36 (11.9.1912) · page 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 36 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Steinfnnde i« der Frankfurter Hauptsynagoge. Bei den in den letzten Monaten vorgenommenen Rencvierungsarbeiten der Kauptsynckgoge fanden sich unter anderen Bruchstücken. (MariNorteile eines Oräun Hakaudesch) verschiedene mit interessanten Inschriften versehene Steine aus' der nach! dem Brande von 1711 neuerrichtcten 'Synagoge, welche 1854 niedergelegt wurde. ES' sind dies: Zwei Türgewänder in Basaltstein mit hebräischer Inschrift in Hochrelief. Die erste Reihe der Inschrift nennt däS Jahr der Errichtung des Baus: „1712" und die zweite lautet auf deutsch: „Das ist das Tor Gottes, die Gerechten gehen darin ein." Zwei Ringe gotischen Charakters', in rotem Mainsandstein. Diese- Ringe trügen die Deckengewölberippen im Hauptschiff und waren gleichzeitig Träger der Beleuchtungskörper. Der eine Ring trägt auf seinen Seitenflächen .in Hochreliefschrist eine Aufschrift, die in deutscher Ucbcrsetzung lautet: „Biel größer ist das letzterbaute Haus als das erste" und die Jahreszahl 1650. Die Zahl 1650soll Wohl andeuten, daß die 1711 abgebrannte Synagoge im Jahre 1650 erbaut worden war. Die rechtsseitige Aufschrift in weniger klassischem Hebräisch lautet: „B'Esras Zuri ascher Schemau El Hoacharaun Wehorischaun". (Mit Hilfe meines Gottes, dessen Namen ist: Gott, der ist der letzte und war der erste). Der andere Ring trägt die Inschrift auf seiner Untersichtsseitc in vertieften Buchstaben und nimmt inhaltlich gleichfalls Bezug auf die Zerstörung der vorherigen Synagoge. Seine Inschrift lautet in llebersetzung: „Zur Zeit der Zerstörung dieses flössen Tränen aus aller Augen. Mer da sie mich neu erstehen sahen, freuten sie sich." Bon nicht geringerem Interesse ist ein gleichfalls gut erhaltener Chup o h-S^ei.n in Bockenls ei in er Basalt. Dieser Stein befand sich im Hofe, in dem die Trauungen stattfanden. An ihm hat man das Knaß gelegt, indem man an ihnr ein GlaS zerbrach Seine abgekürzte Inschrift lautet in Ilebertragung: „Die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des' Bräutigams und die Stintme der Braut." Der letzte Fund betraf einen Sockel in rotem Sandstein. Dieser Sockel ist oben breit und nach unten in Halbrund spitz zulaufend. Er trägt in vertieften Initialen lediglich die Jnschjrist: „Liruschplojim." Die Form ließ im ersten. Augenblick auf eine Sammelbüchse mit der Bestimmung des Ertrags für Jerusalem schließen. Nach eingehender Erforschung jedoch dürfte es' sich hier unk den Stein handeln, den Jausef Aumetz auf S. 192 beschreibt.. Er befand sich im Hose zwischen Altschul und Neuschul, und in Erinnerung an das zerstörte Heiligtum in Jerusalemsetzten sich die Trauernden (Awelim) nach Beendigung des Frühgottesdienstes am Sabbat einen Augenblick auf ihn nieder. Das Alter des Steines, muß ein viel höheres sein als das der vorher erwähnten Steine. G. Frohm'ann-Holländer. Personalien tu Kleine Mitteilungen. Berlin. Der Kaiser bnlM) folgenden Juden Aus - 5 c i cf) n mige n: Geh. Regierungsrat Dr. iug. Lieberin an it (Rote Adlerordeu 2. Klasse), Geh. Regierungsrat Prof. Dr. B ö r n st e i u (Kronenorden 2. Klasse), Schriftsteller Dr. Rodenbcrg (Rote Adlerordeu 3. Kl.), Stadtrat Kali sch (Kronenorden 3. Klasse', Rabb.. Dr. ' Rosen zweig, Stadtverordneter Leopold I a c o b y, Prof. Ludwig H i r s ch b e r g, Fabrikbcs. M a r t i n M ichalski und Kaufmann Moritz K r i st c l l e r (Rote Adlerorden 4. Klasse). Mannheim. Sigm RothheimerwurdezumProfessor am Gymnasium in Wcrtheim, Frl. Dr. Phil. Auma Hamburger, Schwester der Assistentin Dr. Klara Hamb'nrger in Heidelberg, zum Professor an. der Mädchen- Dberrealschule ernannt. Geh. Kommerzienrat Viktor Lenel erhielt den Kronenorden 2. Klasse. Marburg. GeheimraUCoh en siedelt am 1. Oktober noch Berlin über. Mülhausen i. Elf. Hivolhte Hauser und Frau Pauline geb. Goldschmidt feierten die goldene Hochzeit. ' Bad Mergentheim. Letzten Schabbos ist die bedeutend vergrößerte und vollständig renovierte Synagoge mit einem F e st g o t t e s d i e n st eingeweiht worden. Wien. Moritz Wortmann, Sekretär der. freiwilligen Rettungsgesellschaft, erhielt das goldene Verdien st kreuz mit der Krone und der bekannte Sportsmann und Automobilist Dr. Arnold Hildesheimer, der jüngst der Heeresverwaltung eine vollständig ausgerüstete automobile Radiostation schenkte, das Komturkreuz des' Franz Josef-Ordens. Arad (Ungarn'. Vor dem diesigen Rabbinat erschien die Katholikin Marie Karas geb. Jetschkan mit dem Ersuchen, sie ins Judentum aufznnehmen, da sie — neben ihrem im Mai verstorbenen Gatten, der Jude war, liegen wolle. Das neologe Rabbinat vollzog den Ucbertritt, der natürlich nach dem jüdische» Gesetz unerlaubt ist. Paris. In seiner letzten Sitzung vom 4 September hat das Zentralkomitee der Alliance für die Opfer des Erdbebens in bet Türkei, namentlich in Tchorlou, Gallipoli, Dardanelles 6000 F r c s., ferner zugunsten mehrerer in Rußland von Brandkatastrophen heimgesuchtcr jüdischer Gemeinden 4000 Francs bewilligt. London. TbomasHenryKeesinginBrigbton vermachte 5000 Pfund für wohltätige Zwecke, meist für jüdische Wohlfahrts-Institutionen. New-Bork Die Universität Penshlvanien bat Aurel S t ein für seine hervorragende Forschcrtätigkeit in Mittel- Asien die „L u c i e W h a r t o n - M e d a i l l e" verliehen. Melbourne. Nan cy JkaacS ist zur Richterin a m Ä p p e l l a t i o n S g e r i ch t s h o f e ernannt worden. Diese Ernennung hat in Australien großes Aufsehen erregt, da Fräulein Jsaacs die erste Richterin in Australien ist. Ihr Vater, Richter am Obersten Gerichtshöfe, ist ein gebürtiger Melbonrner und war schon einmal Justizminister. Er spielt im politischen wie im jüdischen Leben des Landes .eine große Rolle. Aus der Lehrerwett. Gelnhausen. In dem Bericht über die Jubiläumsfeier unseres Herrn Lehrer Strauß ist irrtümlich ein Verein ausgelassen worden: der i s r a e l. Krankenunterstütznngsvercin, dessen Vorsitzender, Jakob Moritz, in einer mit Talmudzitaten reich gewürzten längeren Rede des Jubilars Verdienste uni diesen Verein würdigte. Bischhelm i. Elf. Hauvtlebrer Jakob Weit he im er tritt am 1. Oktober nach 40 jähriger Amtszeit in den R u hesta n d. Lodz «Rußland). Hier verschied nach lanaer Krankheit im 67. Lebensjahre der Schnjadower Raw, Rabbi GabrielScgal. Seit 1881 war er hier Rosch-Beth-Din und seit dein Tode Rabbi Meisels war er in Vertretung der Raw von Lodz. New-Aork. Dr. David Blau st ein, Mitglied der Fakultät der Philanthropie-Schule a» der Columbia-Universität, bekannt als hervorragender Pädagoge, ist plötzlich g e st o r b e n. Blaustein wurde vor 46 Jahren in Lida bei Wilna in Rußland geboren, studierte in Deutschland und mußte dieses Land 1886 als Ausländer verlassen. Er studierte dann an der Harvard-Universität, war 1892—96 Rabbiner in Providence, 1896—98 Rektor für semitische Sprachen an der Brown-Universität und Ivurde dann für nenn Jahre Leiter an der Erziehungs-Alliance in Newyork. Frankfurter Berichte. Renovation «. 50 jähriges Jubiläum der Hauptsynagoge. Die Hauptsynagoge an der Börne- und Allerheiligcnstraße, die vor 50 Jahren errichtet wurde, ist umgebaut und vollständig renoviert worden. Das vordem etwas düstere Gebäude hat ein freundlicheres Aussehen erhalten und läßt setzt seine in vorzüglicher Weise durchgearbeiteten maurischen Formen wirksam in Erscheinung treten. Der Znnenranm hat eine erstaunliche Aendernng durch-- gemacht. Durch die neue Ausmalung ist ein stimmungsvoller Raum geschaffen worden. Die imposanten Verhältnisse sind durch die lebhafte Farbengebung gewachsen. Die stets wechselnden Malereien sind, obschon die maurischen Architekturformen den Ausgangspunkt bildeten, in durchaus freier, farbenfroher Weise entworfen. Einen Glanzpunkt bildet die Partie ain Allerheiligsten, ein Akkkord von Gelb, Rot und Blau, während die Gewölbe- und Wandflächen der-Mittel- und der Seitenschiffe ihren Grundton in gesteigerter Wirkung von oben nach unten in Grau und Blau haben, wobei alle Partieen durch dezente, echte Vergoldung illuminiert sind. Auch die Eingänge mit den neugeschaffenen Nebcnräumen sind in der Farbe vornehm gestimmt. Interessant sind hier eingemauerte antike Steine mit hebräischen Inschriften und Skulpturen, die jich im Schutt der Kellerräume vorgefunden haben und «ns den Synagogen entstammen, die vordem am selben Platze gestanden haben. Die gesamten Arbeiten leitete Architekt Fritz Epst ein- Frankfurt a. M. Me Synagoge wird zu Rosch-haschonoh wieder in Benützung genommen. Menstag, den 3. September veranstaltete die Zion. Jugendgruppe eine sehr interessante Mitglied-r-Bersammlung. Sind. Max Fischer referierte über „Die Assimilation der Juden". In einem äußerst klar und präzise ausgearbeiteten, auf 12 Thesen anfgebauten Vortrag schilderte der Referent <ut der Hand einer Fülle von Material die Ursachen der Assinnlation, ihren Verlauf, ihre Folgen und wies als einziges Mittel zn ihrer Bekämpfung den Zionismus nach. Allerdings forderte er für diesen eine Neuorientierung im Franz Oppenheimerschen Sinne und seine Wandlung von der „Utopie zur Wissenschaft". In der D i s k n s s i o n trat inbezug auf dieseletzten Forderungen sind. Nachum Goldmann dem Redner scharf und temperamentvoll entgegen, indem er betonte, daß große Bewegungen wie der Zionismus nicht ans exakter Wissenschaftlichkeit, sondern auf innerem Glauben und seelischer Begeisterung basieren müssen. Ein völlig wissenschaftlicher Zionismus wäre kein ganzer Zionismus mehr. D .Tnchauer nahm einen vermittelnden Stand-, Punkt ein, und in einem Schlußwort suchte Herr Fischer nochmals seinen Standpunkt zn verteidigen. Für Ablösungen der Roschhaschonoh- Glnckwuuschkarten zu Gunsten des die Kolonisierung Palästinas bezweckenden Jüd. Nasionalfonds gingen insgesamt ein: Frankfurt. Erste Liste: _ Martin Feist, Obermainanlage 30 (6.—) — Saly Geis u. Frau (5.—) — Familie S. H. Goldmann» Baumweg 57 (3.—) — Hch. Gutmann, Zeit 7 (1.—) — Karolkne Hamburger, Sandweg 16 (3.—) — David Hamburger, Sandweg 16 (2.—) — A. Lewisohn, Taunusstr. 13 (2.—) — Martin Levigard, Seilerstr. 17 (5.—) — Apotheker Lewinsohn, Hermesweg 1 (1.—) — N. N. (2.—) — Joseph Nußbaum, Zeit 43 (3.—) — Seligm. Oppenheimer u. Familie, Schützenbrunnen 13 (3.—) — Leopold Oppenheimer, Hanauerlandstr. 2 (3.—) — Joseph L. Oppenheimer, Hanauerlandstr. 2 (3.—) — Ernst Rothschild, Hanauerlandstr. 36 (1.—) — Rechtsanw. Dr. Siegfried Schwarzschild, Palmstr. 11 (5.—) — Fritz Selka, Uhlandstraße 31 (2.—) — Josef Springut u. Frau, Wald-- schmidtstr. 29 (1.—). Zweite Liste: Jak. Ettlinger, Palmstr. 9 (3.—) — S. Gutmann» Kronbergerstr. 14 (5.—) — Max Grünebaum, Rechneigrabenstraße 8 (1.—) — Dr. Jorschmann u. Frau, Seumestratze 5 (2.—) — Frau Joseph Hetz Wwe. u. Familie, Scheffelstraße 1 lll. (2.—) — Jsaac Heimann, Rnckertstraße 51 (5.—) — Heinrich Heinemann, Böhmerstr. 4 II. (5.—) — Familie Jmmergut, Allerheiligenstr. 85 (2.—) — Jul. Kranenberger, Eckenheimerlandstr. (3.—) — Jakoh Lorsch ü. Frau, Battonstr. 4 (2.—) — Jsaac M. Mainz, Königswarterstr. 25 (10.—) — Siegfried Moses, Bäckerweg '1 (1.—) — August Nachmann, Elkenbach str. 6 (5 Stück Kolonialbank Divid.) — Familie Rosenheimer, Feststraße 2 (2.—) — Bernhard Rnbinstein, Börsenplatz 1 (1.—) — Gustav I. Rapp, Seilerstr. 19 (3.—) — Isidor Rothschild, Oberer Atzemer 10 (3.—) — Familie L. Rothschild, Hanauerlandstr. 44 (5.—) — Seligmann Rothschild, Elkenbachstr. 14 (1.—) — Samuel. Rosenthal Nachf. Gustav Sichel, Zeil 13 (3.—) — Sam. Rosenthal, Zeil 13* (3.—) — Siegfried Schloß, Zeil 13 (1.50) — Rudolf Schloß, Zeil 9 (3.—) — Leop. Strauß (3.—) — Isidor Schloß, Seilerstr. 23a (5.—) — Benj. Strauß, Mendelssohnftr. 44 (3.—) — Joseph Schwabacher, Rückertstr. 50 (3.—) — Elias A. Schwabacher, Rückertstr.' 59 (3.—) — Adolf Stern-Bender, Sandweg 13 (5.—) — Frau Amalie Wolpe nebst Tochter, Bergerstr. 53 (1.—). Dritte Liste: I. L. Goitein, Seilerstr. 23a (2.—) — S. Goldslam, Grünestr. 36 (1.—) — Albert Goldschmidt u. Frau, Gaußstraße 24 (2.—) — L. Janzon u. Frau, Kaiserstr. 23 (1.—) — Familie Adolf Kaufmann, Schwanenstr. 13. (2.—) — Jul. Levy (1.50) — Frau Rosalie Levi, Elkenbachstraße 2 (3.—) — Julius Wohlsarth (2.—) — Jak. Stein, Mainstr. 28 (2.—) — Felix Schleßinger u. Frau, Adlerflychtftr. 15 (3.—) — Zahnarzt Oschinsky u. Frau, Fichardstr. 45 (3.—) — Frau Simon Schlesinger, Cronbergerstraße 42 (2.—) — Selmar Geis (1.—). Auswärts: Darmstadt: Jsaac Lehmann u. Frau (5.—). — Offenbach: F. Borufka (1.—), I. Wodowstt (2.—), I. Erbesfeld! (1.—), S. Oppenheimer (0.50). — Eichstädt: Strauß (1—). — Langenschwalbach: Oskar Jurovics (1.—). — Magdeburg: Familie A. Geis (3.—). — Heilbronn: Familie Wolfs Landsberger (3.—). — Windesheim: Helene Abraham (3.-). - .; . Spenden. Beim Frkf. Jsr. Familienblgingen für den I n d. Nationalfonds ein: S. H. Goldmann (Büchse) 8,53^ Bernhard Jsaacsohn (Büchse) 9,20 „ Für Errichtung von Jemenitenhänser in Palästina: I. L. Goldschmidt, Sandweg 16 5,— ,, Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Mekor Chajim", 3% Uhr, Langestr. 18: Mkro-Bortrag (Rektor Falke). LedlakLimmer-LiiirickluiiAen Lettevkadrliration, Lett-NV L8ctie. 6eor«' Amendt, Nachf. Bleidenstrasse 10. 2155

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