Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 42 (27.10.1911)
- Date
- 1911-10-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Mage z» fit. 42 fe ftanltfntk Iftaelitiflüen lanuTienütatfes. Bon -er erwachten hebräischen Sprache. Bon Elicscr Ben Jchudas epochalem G esamtwört erbu ch der altunb neu» 1; ebräis ch e n S p r a ch e, das der bekannte Langenschciotsche Verlag hcrausgibt, ist mit der jüngst erschienenen Lieferung der dritte Band abgeschlossen. Zur Feier dieses literarischen Ereignisses versammelten sich inr 5zanse des Autors in Jerusalem zahlreiche jüdische Gelehrte und Schriftsteller. Tie hebräische Tageszeitung „Heed Häsin a n" in W i l n a, die vor vier Monaten ihr Erscheinen einstellte, erscheint demnächst wieder unter ihrem ursprünglichen Namen „Ha sin an". Die Redaktion besteht aus den Herren B. Katz, S. L. Crtron, I. A. Trivus und Dr. Rabinsohn, die auch früher dem Redaktionskollegium des „Heed Hasman" angehörten. Auch das Jerusalemer hebräische Tageblatt „H a o r" erscheint nach kurzer Unterbrechung wieder unter der vorigen Redaktion' von Ben - Iehuda junior. In Lemberg beruft ein Komitee auf den 15. November einen Hebräertag ein. In einer großen öffentlichen Bolksversamnrlung sollen Referate in hebräischer Sprache über geeignete Maßnahmen zur Förderung der hebräischen Renaissauccbcwcgung in Galizien erstattet werden. Daran wird sich eine allgemeine Aussprachc, ebenfalls in hebräischer Sprache, anschließen. Es ist ■ dem Komitee gelungen, Dr. S ch e m a r j a L e w i n - Berlin als Hauptredner zu gewinnen. Wie aus Jaffa mitgetcilt wird, ist Israel Belkind zum Leiter der Schule der Kolonie Ehcdera berufen worden. Er -wird dort die Herausgabe des „H a m in c i r", Monatsschrift für die Kunde Palästinas, fortsetzen. Die Generalversammlung des Bereins zur Abwehr des Antisemitismns. (Schluß aus dem Hauptblatt) Stadtv. F r o m m, als erster Diskussionsredner, polemisierte gegen die von Fnnck erörterte Ansicht Sombarts, das; die jüdische Religion das jüdische Bolk ausschließlich zum Handel erzog. Redner führte die bekannte Stelle des Talmuds „Lcolam jaschlisch odom modujoto usw." an, die dahin geht, den Juden zum Ackerbau anzuhalten.. Ebenso sei bekannt, wie hoch das Judentum die Wissenschast einschätzt und wie stark es für die Bildung seiner Anhänger eintrete. Hinsichtlich des Rats Fnncks, die Juden mögen sich noch in stärkerem Maße als bisher, damit sie die Erlangung der Rechte beschleunigten, assimilieren, sei kein triftiger Grund ersichtlich, da doch auch die anderen Konzessionen im Deutschen Staate im Vollbesitze ihrer Rechte sind, ohne sich dabei irgendwie etwas zu vergeben. Rektor Henze bestätigte die Ausführungen der Redner bezüglich der großen Vorurteile,' die im Volke gegen die Juden verbreitet sind. So sei eines der eingewurzelten Vorurteile, daß der Jude die Landwirtschaft verpöne. Er habe bei seinem langjährigen Aufenthalt in Hannover Gelegenheit gehabt, durch die vorzügliche Simonsche Anstalt in Ahlem sich vom Gegenteil zu überzeugen. Die Zöglinge arbeiten dort mit dem größten Erfolge, aber auch mit der größten Liebe' und Hingebung. Iustizrat Dr. Blau ergreift sodann das Wort: Der Herr Vorredner habe' einen warmen Appell an die Judenheit gedichtet, Ahlemer Bestrebungen nach jeder Richtuung hin zu unterstützen. Er möchte zu wissen geben, daß Simon seiner Begeisterung auch Ausdruck gab, daß er sein ganzes einige Millionen betragendes Vermögen diesen Zwecken durch die Alexander und Fanny Simonsche Stiftung widmete. Selbstverständlich sei nicht daran zu denken, daß auch diese vielen Millionen imstande sein werden, dem unendlich großen Bedürfnis innerhalb der Judenschast zu genügen, und deswegen erscheine ihm der Lippell gerechtfertigt. Funck sagte, wenn er von Juden spreche, begreife er auch diejenigen darunter, die das Judentum verlassen haben. Vom Standpunkt des V. z. 3k/ d. A. erscheine ihm das vollständig gerechtfertigt, denn auch die Antisemiten werfen ja Inden und getaufte Juden in einen Topf. Er möchte, aber vom Standpunkt 1>'es Judentums aus hervorheben, daß die Juden eine scharfe Scheidelinie gegen diejenigen ziehen Müssen, die die kämpfende jüdische Gemeinschaft in ihrem schweren Kampfe um freiheitliche Ideale verlassen haben. Wenn Herr Bergrat Gothein recht habe, daß der Kampf gegen den Antisemitismus im wesentlichen ein freiheitlicher Kampf ist, und wenn es richtig sei, daß der Antisemitismus nur durch den Liberalismus bekämpft werden kann und durch Idealismus, so müsse vom Standpunkt des kämpfenden Judentums aus gesagt werden, daß diejenigen, die es nicht lediglich aus religiöser Neberzcugung verlassen haben, illiberalen Gesichtspunkten nachgcgeben Haben und den Kampf um die jüdische Gleichberechtigung erschwerten. Als letzter Redner erstattete Rechtsanwalt Dr. B a e r w a l d den Kassenbericht. In begeisterten Worten richtete er einen' illppell an die Freunde dcS Vereins zur Stärkung des Wahlfonds. Darauf wurden die ausscheidendcu Mitglieder des Ausschusses per Akklamation wiedergewählt. A«S den Vereinen. Frankfurt a. M. „Tiferes Bachurim". Am 22. Oktober dss. Jhrs. wurden die Wintervorträge eröffnet. Nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden, W. Rosen, in der dieser die Ziele oes Vereins den zahlreich erschienenen Freunden und Interessenten darlegtc, begann Lehrer S a l k i n d sein einstündiges Referat über Raschi. Der Redner entwarf ein anschauliches Lebensbild des großen Bibelkommentators, den er als den größten Geist der nachtalmudischen Zeit bezeichnete, dessen Werk, in dem sich als charakteristisches Merkmal in gedrängter Kürze des Wortes eine Fülle von Gedanken offenbare, das Eindringen in die Schätze der jüdischen Wissenschaft erleichtert, und sich auch für die gesamte Wissenschaft, insbesondere die Sprachforschung, von Nutzen erwiesen habe. Dem interessanten Vortrag schloß sich eine Diskussion an, an der sich Rabbiner Dr. I. H o r o - v itz und W. Rosen beteiligten. Das große Thema konnte trotz der klaren Ausführungen in der Kürze der Zeit nicht vollständig erschöpft werden. Gegen 11 Uhr schloß der Vorsitzende mit deni Ausdruck der Befriedigung, die alle die zahlreichen Besucher mit ihm teilten, den angeregt verlaufenen Abend. Frankfurt a. M. Verein selvstständ. isr. Handwerker. — Die Fortschritte, die der Verein bereits in der kurzen Zeit seines Bestehens gemacht hat, ermöglichten es ihm, sein zweites Stiftungsfest glanzvoll zu gestalten. Zahntechniker Leopold Schloß, der Vorsitzende, eröffnete die Feier mit einer Begrüßungsansprache und betonte dabei das Ziel des Vereins, das jüdische Handwerk wieder zu Ehren zu bringen. Der uuu folgende, von Frl. Ella K a h n vorgetragene Prolog, der den Wert der Arbeit poetisch verherrlichte, war von Schrcinermcister Rosenthal gedichtet. Auch die lebenden Bi l - der — „Huldigung der Handwerker", „Die Handwerker in Tätigkeit" — hatte ein Vereinsmitglied — Weißbindermeister Josef Meier — entworfen und ausgeführt. Die m u s i t a l i s ch» d e k l a m a t o r i s ch e u Darbietungen machten mit beachtenswerten Künstlern — Frl. Wilhclmine Rosen h a u p t, Frl. Ro s a Kahn, Hugo Michel und Roland bekannt Vergessen sei auch nicht das Klavierspiel des bekannten Pianisten S. Würzburger. Sämtliche Nummern des Programms ernteten mit Recht lebhafte Beifallskundgebungen. Mit cinenr Ball machte das Fest seinen Schluß. Möge die Veranstaltung dem Vereine neue Förderer gewonnen haben! Ist doch durch sie weiteren Kreisen vor Augen geführt worden, welch' respektable und intelligente Männer der jüdische Handwerkerstand Frankfurts nntcr sich hat! Frankfurt a. M. „Montefiore"-Verein. In seinem Vortrag „Die Geistesstörung bei den Jude n" fesselte Dr. med. M. Sichel, der Verfasser einer klinisch-historischen Studie über Büro - IHötoel. 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M., Femfprecber Nr.<1540 A:+//:^:.+5../.^/++4$^89.+/A