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Jüdische Rundschau · 1934-03-23 · Heft 24 (23.3.1934) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 24 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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•H ך" י fl'LS י׳״״ * 11 *1.37^4!bttcitif, 1112111! Pl*t*. וי i :SR.) ira fa). it*f» | irert- I w■■״■ iKi lll na■ 1S> נו l«n, mt RUNDSCHAU RUNDS C HAU Nr. 54, 53, MARZ!»34 ׳•r!1 PCijilldy bis H*״, m)i 1m. hiichü RM 4c; nu 3c!Innung HIN■ CSR) ״״■׳* י* זזtpi. l5.~kM fl* Krin LAU I* II «ASM tSCH V »UlfiMnldcs. In einem Vortrag im Kulturbund sprach J)״Ihn ‘UH t mann über die Bedeutung Maimonirtrs*. ״■;־. SirlluntT >״ <icr imlischrn (JCseliiclite ist 11111־ zu vorlflt aus der gcsamliiistorischeii Siiiiation heraus; Mairfiidrs ist der Repräsentant des jüdischen Mittelalters, und r״r Je« isl.iimse ien in Gegensatz zu den luden, ‘,■linder Christ liehen M׳clt IcbUm, nähme״ die Jude״ in! 1״.,׳isrheii Ktilüirkms auf Grund ihrer politischen SteHium r1, |It>rvorr.־me1nle'11 _ Anteil am Kullurgesclicheii ihrer /eit 1,111ni1i!l('s konzentrieil in sieh dieses ganze Kulturleben ,1 schreibt •״mell arabisch wir die Welt, aus der er stauuut 11׳r(lin1׳s verkörpert sich in ihm nur der theoretische Zwei״ hiiHiirellen Lebens, Dichtung 11ml Literatur waren ili״? (iepeusat1ת ׳׳ Jehuda llalevi, fremd. Zur Zeit seiner ■,!!,!ז! (liD) lebten die Juden in der islamische״ Welt in Freiheit. billige Jahre spater jedoch entstand eine vielen, aber meist rasclr vorübergehenden (ilauhens- ,nfqimpeii, slie mit Gewalt alle AiulerNgläubmen bekehren ,V־licn. Md d" Eroberung Cordovas (1118) mußte die La- ״;lf ,Mamioii mit vielen lausenden /um Waiuferstah greifen, di /0|| sie nicht, wie die Masse der Juden, nach Siulkrcieli und Nordspnnien, sondern nach Nordafrika. 1105 h lieft sich M.'iimoiiides in Aegypten nieder, wo er Ar/t am lüde und als Gelehrter im jüdischen Leben i1n,l1|׳(*nchtcle Stell mig einiirilun. Maimonides ist als ׳,״..tirilier nicht minder bedeuleml denn als Talmudist und r״jo,npl1. Seine Leistung he ruht darin, daß er ins Tal- :,!,11111111111 eine wisseiiselialHiclie Systemalik hinein/iihrin* ״;,irlile, indem er die verstreuten (iesetzespartien unter :־hciiliilien Gesichtspunkten ziisnmmcilfaßte. Unter dem '1fl ״Misehnc I liora“ ist diese (icset/cssammlung allgemein ■ kamit, wenn sie auch nicht immer anerkannt wurde. — u PhitoMipli hatte sich Mniiunnidcs mit der lierrsehenden j-.-toteli'-eheu Philosophie nusrinaiider/usetzcii mul sein Werk Sinfe Ni inu'lüiu“ soll ein Führer vierer sein, die zwischen;;׳!osnphie und Religion schwanken. Die umhainmedaiiisehe n:iosnphie hatte die Lehren des Islam einfach so gedeutet, gl sie mir eine Anpassung au die Philosophie waren. Mai-?ciiles geht einen MPIelwcg, iiulem er eine Linhcit zwiihn k’elipimt und Philosophie zu schaffen sucht. Als »äünii.ilht sicht er in der ITkcnntuis die letzte Kraft der Kdic'ion. Das Denken beruht *Inrauf, daß höhere Kriiftc gs! Denker Zuströmen. So wird ihm auch die Prophetie 71 filtern 11,ifiir,liehen Vorgang. |cder soll Anteil an der reli-;011׳׳ Vt'alirlieit liahen. — V/ylcfte Bedeutung das Werk Lmnniiiilis’ auch für die ctiropiiisehi’ Kultur bis in die Neuzeit Ml'f, ziid die Tafsaelie, dali sieh Denker wie Leibniz und . irama direkt oder indirekt mit ihm auscinandcrsctztcn. N. Pul)׳ David und seine Zelt. Die Reihe der Montagswk,w1;;e!1 der Lehranstalt für die Wissenschaft des Juden- 1-atis Ihmhlull Dr. Max Wiener mit einem Vortrag über 1111 ו,'!ן ׳tch 1 liehe Bed»11־hmg und die Persönlichkeit des Ni;« I),nid. Die geschichtlichen Nachrichten, die wir aus t'i Bibel liahen, erlauben uns, wenigstens in den Grundwjtn diese < ieslalt zu rekonslrliieren. Babylonien und Acjjvp* kn sind die beiden großen Kiilturiiiäehte, gegen die sich ' das kleine Israel wehren mußte, um seine Eigenart zu bc- «ähren. I '1111 zudem sind die Herren im Lande die Philister, pju die der König Saul einen erbitterten Kampf führt. .);![1ד11!1י)|ז Davids nach außen stehen freilich keine Erfolge ׳!di innen gegenüber. Das Abenteuer mit Bathseba und Ae Tötung des Hria lassen die Schwächen des Charakters 1)1״'(!« erkennen. Dennoch ist David bei all seinen Schwächen מי imlN Iien Volksbewullfscin haften gehliehen als der ge- *aJiige Ih ld und als der begnadete Sauger, dem selbst die mirrfii Psalmdielder ihre Poesien ziiselireihcn; David ist w Held, der wiederkehren muß, um die Welt zu erlösen, Ar Mcsdas. Die naehbihlisehe I egende hat um ihn einen Teichen_ Sagenkran/, gewoben und die Unebenheiten seiner Pfpönliciikeit nuszugleichen versucht. — Von den vorherrehenden Vorträgen hörten wir noch die Vorlesung von Ch. AI heck über den Talmud. Er schilderte die bWeliiing und die Fortentwicklung dieses Werkes und gab!um Uchcrhlick über die Gesamt anschnuung der taimmli- 1Acn Lehre an I fand sehr instruktiver Beispiele. Das tag- Ac Taltmidslmliiim im Mittelalter war das einzige Mittel >gcn die ,,geistige Arbeitslosigkeit“. In der Umwelt ist »(r Talmud nie richtig Begriffen worden; Dr. Albcck for- "dierte cs sehr schlagkräftig so: ,,Dem Talmud ging cs *1e den Juden: sie wurden beide nicht verstanden.“ Daß k׳r die Juden unserer Zeit (und nicht nur für die Fern- Chemien) der Talmud ein versiegeltes Buch ist, bedarf )Alles Beweises. N. Purim im Israelitischen Heimafhaus. Am 4. Mürz vor- *"'taltete d;!s 1 Icimathnus eine Puriinfcier. In den Räumen ,״׳Volksküche, wo täglich mehrere hundert Leute speisen, :11'inten viele alte Leute den Darbietungen von sechs ►unstlcrn des Kulturbundes deutscher Juden, Vorträge von 1״'la K o e p p I e r, Waller Spiro und l.illi II c i n e in a 11 n 'üfvutcn die Zuhörer. Jüdischen Humor braclitc Max Ko*!״lski. Linst Lcnart konferierte und rezitierte. Sc 11 a Cohn. Purimfeicr der Ad iss Jisrocl-Volksschulc. Nach der Bc- ‘r1|l11u1g.',ans|11׳acho von Rektor Sitiasohn wurden Lieder, _ürecl1ch(,1 r- ן1״״ Theaterstücke in hebräischer, deutscher und Tischer Sprache aufgefiihrt. Es fiel auf, dali Hebräisch 111 sephardiseher, teils in aselikcnasischcr Aussprache ׳'wacht wurde. Das Publikum folgte mit größtem Inter- 1 den ciazelncn Darbietungen. L. R• |. In der Freien Jüdischen Volkshochschule beendete Rabb. 1!.[׳.,s 111 u el den Zyklus: ״Ein (lang durch die ncuhehräische j 1Cl1lu1|ן _״״)jc ן |(Hcr wurden mit der llaskalah, dem Kreis j, '■Innvcwe Zion, den Klassikern mul den jüngsten Ver- U,1״, (|cr neiihebräischcii I »ichtimg bekannt gemacht. Ausj wählte Proben wurden von I rl. Pcltcmann wirkungs- Chawa Joalith, David Vardi t ge Mitglieder der ״Habirna“ Sonnabend•! den 341• Hän« 30 llhf HxirlmU FsiliiU. N*״« Ffi*drich*tr»(t« 35 Programm: 1•An* Jehuda Halavy |hehräi1.ch) * Der kranke Jung« yon J. L. Feret . Lied der Lieder Kap. V (hrbri״»rh) A״* J<'r״nl** Kap.IV (hehräiaeh) 3c«»|ah Kap. XII und XIV (hebraiaeh) T N«»l" Sketch au* dem amerikaniach - jüdiicheo Leben^ von א• BerknwIUch (iiddi.ch) * Hum ort »lache Bild er I{|״)d1*eh) ״l« lödl.che Müller. Der Skrptlker. Der Japaner. Da• ollramodern• Mbdcben. ScbllacbJ und Reell * Melaweh Melk» h'd.liiek) . Eine Nach» In Er« l»r»el (hrbrSueh) S'•"• an» dem ״Dyhak" y<m Anahy (bet rSi.cW "'«״. ׳:V־»*« ״"׳ ״•'׳Cie. von M׳״k 1.-, 0.T5 0.50 im B4r• «I« t'*‘n;׳״ KeprcO, Frledrldi.lral« 100 (direkt S-naH״). A. Lnck.r. '1״C ״'!» •1 '6 '° ״ Ileimrn der IV/.V, Charlollenburj. KanlalraO« 54, 50 I», und in der Aheidk•••* ,'lUUlB IlONIIYltCMS VCBklliaiOUBfO Ijl'ldijehl ..Epha H. ״ A N.l Dl. Chawa Joalith und David Vardi m dm BZV-Vßranstcdtunge.n f/ \ Chmm Joalith trügt aus Jeremias ״K/c/m" vor. Es ist citnsehr begrüßenswerte Idee der B. Z.V. gewesen, zwei ehemalige Milgliederder llahimali anläßlich ihrer Durchreise durch Berlin, nämlich U.liawa Joalith und David Vardi fiir einige Abende jüdischer Dichtung uml jjidischen I himoi's zu verpflichten. I )ic beiden Künstler, deren Reiseziel Palästina ist, stellten sich dem Publikum, »las allerilings noch etwas za hl reicher hätte sein könne״, am ersten Abend im Ibüdmcrcmshaus vor. Der Abend war sowohl in seinem hebräischen wie auch in seinem jiddischen Teil voll gelungen. Das beste Lob, das man »len Künstlern ausstcllcii kann, ist wohl dieses, daß sie ohne alle Re<|111sitcn, nur durch den Eindruck ihrer starken Persönlichkeit, »las Publikum, und zwar auch diejenigen, die ihnen sprachlich nur unvollkommen folgen können, in ihren Bann zu ziehen vermochten. Ganz besonderen Beifall halte David Vardi mit seinen lunuoristischen jiddischen Vorträgen. Seine ״jiddische Mumme“ gefiel nicht weniger als die ergötzliche Szene vom ״Japaner“, die Parodie einer keile Bialiks maß sich mit Sclilichi und Rcvii, das ,,uliraniodernc Mädchen“ stand würdig neben der ״Mclawcli Malka“. Auch die ״Nacht in Eres Israel" war Dat'id Vnrili als ,,jiddische Maua ne", Foto H. S, Fan15#nfi>M äußerst eindrucksvoll. Zusammen mit Chawa Joalith stellte er eine Szene aus dem hebräischen ״Dy buk“ sehr eindrucksvoll dar. David Vardi ist ein Komiker von stärkster Wirlumg, voll ursprünglichen Temperaments uml gleichzeitig auf eine wohltemperierte Wirkung bedacht. Chawa Joalith bestritt in der Hauptsache den klassisehen Teil des Programms. Wir bürten sic in jiddisch im ״kranken Jungen“ von l’ercz und hebräisch in drei Teuach- Abschnitten aus Jeremias ״Ljelia“, aus Jesaja und Schir I Inschi rim. Unter Benutzung der Nigimmnlive gestaltete sie die Texte äußerst dramatisch und erzielte damit eine eimlriugliehe Wirkung. Am schönsten war vielleicht die Wiedergabe aus Hir llaschirim, nicht zuletzt deshalb, weil hier der Text gegenüber dem Mekxlischeii etwas stärker in den Vorder* grund trat als bei den übrigen Rezitationen. Der Abend war nicht nur ein voller äußerer Erfolg, sondern ein ernsthafter Baustein zur Gestaltung wirklicher* jüdisch •kultureller Veranstaltungen, die diesen Namen verdienen. oe. voll vorgetragen. Eine besondere Note erhielt dieser Zyklus dadurch, daß ein großer Teil der Werke der Allgemeinheit in deutscher Sprache noch nicht zugänglich ist und von Dr. Samuel ins Deutsche übertragen wurde. Hans Ehrlich. Jüdische Wirfschnfismoral. In der Freien Jüdischen Volk s 11 o e 11 s c h u 1 e hielt Herbert F r a n k c 11 s t c i n eine Vorlesung über ״Ethik in der Wirtschaft“, in der er hauptsächlich auf die jüdische Wirtschaftsmornl einging. Im ersten Vortrag setzte Frankenstein die Grundlagen der Nationalökonomie, der praktischen Volkswirtschaftslehre und der Wirtschaftswissenschaften auseinander und wies der Wirtschaftspliilosopliio, der ״Ethik in der Wirtschaft“, ihren Platz an. Im zweiten Vortrag bebamlelte der Dozent die gesell* schaBlichen Bedingungen der Wirtschaft, die Kultur- und keehtuormeu. Im dritten Vortrag sprach er über die persön* liehen Bedingungen der Wirtschaft, die sozialen Triebe und die Charaktcrcigenscliaflcn. Schließlich wurden in einem vierten Vortrag »lie Stellungnahmen der großen Well,׳ui. chauungrn zur Wirtschaft Behandelt. Der Dozent hob hervor, daß »lie Ehrung der Arbeit und die Wertung der Wirtschaft altindischer Herkunft sind, daß aber damit nach jüdischer Ueberliefcrung niemals (ieKtfcimlliclikeit verbunden werden dürfe. Seinen hohen kulturellen Wert für die Menschheit habe das Judentum gerade durch seine Geistigkeit erhalten, seit Mose »las Volk zum Studium der Gesetze der Ethik in der Thora mit eiserner Energie zwang. Wie Italien wir uns erhalten? ln der ״Vereinigung für die Interessen »ler Alten Synagoge“ sprach am 17. März Rabb. Dr. Max Wiener über die Frage: ״Wie haben wir uns im Taufe unserer Geschichte behauptet?‘‘ Auf Grund einer geschichtlichen Darlegung zeigte er, wie die Juden ihircli zähes Ecsthnlten an ihren Eigenwerten in der l.agc waren, tkr Umwelt zu begegnen und trotz aller Schwierig• keilen sieh zu behaupten. J.W. Jüdische Familienforschung. ln nunmehr zehnjähriger Arbeit ist es der G e s e SI s e!1 a f t für jüdische Fam i I i e 11 f 0 r s c I! 111! g gelungen, rund ein halbes tausend Mitglieder zu gewinnen, lieber alles Erwarten groß ist »lie Zahl »ler Stammtafeln, Chroniken und Aufzeichnungen. Melirere i hindert sind schon im Archiv »ler Gesellschaft /iisamtncn* gebracht. Es ist aber ihr Bestreben, alles lückenlos zu voreinigen, was in »len jüdischen Familien vorhanden ist. Die Gesellschaft (Berlin W 0, Tirpitzufcr 12) bittet daher alle Besitzer von Stammtafeln, Chroniken usw. um Ucbcrscndung eines Exemplars. Sie erklärt sich weiter gerne bereit, fiir Interessen ton, die für die Arbeit nicht selber Zeit und Ge* lcgenheit haben, gegen mäßiges Honorar Nachforschungen sowie die Aufstellung von Vor- oder Nachfahrcntafeln zu übernehmen. ״Das Wanderungsproblem der Juden“. In der ״Arbcitsgemeinsch.ift jüdischer Wissenschaftler“ sprach am 14. März der Anthropologe Satins über dieses Thema. Es bestehe eine» starke Differenzierung des Judentums in anthropologischer Beziehung. Die heutige Struktur der Juden beruhe auf einer Verteilung der Diaspora-Jüdenheit über das ganze europäische Gebiet Nordafrikas, Vordernsicns und auch Amerikas. Man könne au« exakten Unterauehuugcn an einem möglichst viel* geiilgen Material die daraus entstehenden Typen anthro• pologisch herausarbeiten• Julius Waltet* Orchcslcrkonzcrt Im Kulturbund. Das Kulturhundorchester macht merkbare Fortschritte. Die Bläser liahen viel klangliche und rhythmische Disziplin angenommen: sic beginnen, sich »lern kainmerimisikaliscli beweglichen und weichen Spiel »ler Streicher an/iigleichen. Die Arbeit der beiden Dirigenten Rosciistock und Taube war ungewöhnlich fruchtbar; sie hat ein ungezügeltes Nebeneinander junger Temperamente in ein organisiertes Miteinander vcrwantlclt, dessen Entwicklung keineswegs abgeschlossen ist. — Die Schottische Symphonie von Mendelssohn bietet fiir dieses junge Orchester keine leichte Aufgabe. Es gehört eine feine, beherrschte Zeichengrbung dazu, eine Fälligkeit zum Heranholen und galanten, aber strengen Führen — wie sic gerade R״«enstock besitzt —, um »lie zarfgezeichncte Partitur zart erstehen zu lassen. Statt der ״Verklärten Nacht" von Srhniihcrg hörte man eine Kom* Position von Scetig-Baß, einem jungen Musiker, »ler im Gr* ehester sitzt. Diese ״kleine Streichmusik", wie sie sieh nennt, hat Niveau im Formalen. Sie besitzt Kontrastwirkungen, kleine und große, die geschickt mul manchmal geistreich zu nennen sind; an lebhaften Stellen — wenn die melodische Erfindung etwas stärker ist - gebt die gute Laune sogar in läsprit über. Solist des Abends war Willi Frey mit Beethovens Violinkonzert. Eine bewegende Leistung! Man kann mit cinigen zu entspannlen Takten nicht einverstanden sein, man kann sich an Huherman und Kreisler erinnern, die den letzten Satz viel weniger gutmütig genommen haben — »las alles verschwindet hinter mächtigen Eindrücken, die von einer Reinheit in Klang und geistiger Haltung ausgingen. I >r. Hans N a 111 a n, Für eine jüdische Splcltruppc. Es soll zur Gründung einer Spie I truppe mit unbedingt positiv jüdischer Haitunp und Zielsetzung aufgcrufcii werden. Die Truppe soll jüdisch sein nicht nur nach ihren Mitgliedern und ihrem Publikum, sondern auch in ihren Themen, ihren künstlerischen» Mitteln und ihren Ansdnicksforroen. Die Truppe wird nicht einfach ״cinstudiercn“ und ,,aufführeu“ können. Der Cicist, der sic tragen soll, wird eine intensive jüdische Erziehung nötig machen. Wer soll in dieser Truppe spielen? Ihre Menschen brauchen nicht alle a u s g e b i I d c t c Künstler zu sein ~ wenn berufsmäßige Künstler zti ihr stoben werden, »lie das innere Eener für die Sache besitzen, um so besser — das Gros dieser Truppe darf sogar zunächst nicht einmal aus Beriifskünstleru bestehen. Was wird die Truppe spielen? Das jüdische »Irainafischc Schaffen hat erst sehr spät eingesetzt und ist datier nicht sehr reich. Aber es ist auch nicht so arm, wie manche Beurteiler meinen, und für einen Anfang ist genügend da. Wird eine Truppe so arbeiten, dann wird sie cs mit Erfolg tun. Menschen mit einem starken jüdischen Wollen, mit l iebe zu künstlerischen Dingen, mit Künstlerischen Fähigkeiten (auf den verschiedenen Gebieictt einer Spicitruppc), Bcrufskimstler und Laien, mögen sich zur M itarbe it bei der Kulturabteilung der BZV.,Meineke* Straße 10, oder bei dem Unterzeichneten (Berlin NW 87, Lessingstr. 4) melden. Dr. Arie Sborowitz, Familien - Nachrichten Herr!יי■ Mmdmitön Goldschmidt und Frau Else, geb. Pod* ichubüki, feiern »m 26, Miirr ihre Silberne Hochzeit. Herr Carl K n 0 p I, Berlin W 62, Lulheritr. 19, wird im 83. Min 88 Jahre alL

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