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Jüdische Rundschau · 1920-01-09 · Heft 2 (9.1.1920) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 2 (9.1.1920)
Date
1920-01-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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\ f I i f Jiidi Zentrale für Deutschland Berlin W.15, Sächsische Str. 1 X h y־/ .T' \TCO\‘'. ^■״״'SS§ik für Deutschland: auf das Postscheckkonto Berlin 28247 für Groß-Berlin: auf das Postscheckkonto Berlin 65152 Der Jüdische Nationalfonds bezweckt den Erwerb von Grund und Boden In Palästina als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes Der Landfonds des Jüdischen Nationalfonds!>׳״ Konferenz der Nationalfoiuls-Vertrnmushüte Deutschlands vom ■I. Januar F»2(>, an! ־der, ״■io wir bereits 1nitteilte!1, fast alle größeren Städte Deutschlands vertreten waren, hat üue wertvolle Grundlage für die Arbeit des laufenden Jahres ״eschaffen. Nach einein Bericht des Leiters der Zentrale Wo liste in er über die Tätigkeit im laltre l‘)B> hielt das Mitglied der N.-F.-Kommi'ssion U1\ llaer ein Referat üIht die koloni- -;dorischen Aufgaben des Nationalfonds in Palastina. Daran schloß sich das Referat ran Adolf i'ollak, der als Vertreter des Hauptbüros über 1 )rgnnisation und Propaganda sprach. Den Sehl.111 bildeten die Ausführungen des Sekretärs Weit/- 111 > u 11 über den Aushau der Sammeltätigkeit im l.iiire lü2U. An diese Referate knüpfte sieh eine /um grollten Teil sehr fruchtbare Debatte, die eine grolle A1׳.׳al1l von Anregungen für die praktische Arbeit brachte. Diese Anlegungen werden schon in allernächster Zeit praktisch durchgeführt w erden. Den Mittelpunkt der Debatte aber bildete der \ ni der Zentrale vorgesehlagene Beitrag r u 11! I ,and Fonds des Jüdischen Nationalfonds. Dieser I.andfonds soll die Grundlage unserer Linlubmcn im laufenden Jahre wyrden. und die Konfereii/ war sieh darüber einig, dall wir unser Ziel, I Millionen Mark in diesem Jahre aufztibringcn, nur erreichen können, wenn der Beitrag zum Landfonds in Bonn einer festen Steuer entrichtet, d. h. wenn er genau wie die Sclbsthcstcuonmg des vorigen Jahres betrachtet wird, nur mit dem l iitersehied, dall sich nicht nur eine geringe'Zahl 111.ו Gesinnungsgenossen, sondern wirklich jeder Zionist und darüber hinaus alle Freunde des N. 10 daran beteiligen. Wir haben den Namen Sclbstbcsteucrung nicht beitnhaUen, weil wir durch die Bezeichnung ״Land fonds“ gleichzeitig allen, besonders aber den uns fernstehenden Kreisen die dringende Aufgäbe vor Augen führen wollten, für die dieses Geld bestimmt ist. Denn der Landerwerb in!Jalastina muH in der allernächsten Zeit praktisch durchgeführt werden, da er die Voraussetzung für jede kolonisatorische Tätigkeit bildet, mul es wird daher von dem Erfolg dieser Aktion abhäiigcu, ob der N. F. die Erwartungen, die die ganze zk>- tustisehe Welt in ihn setzt, wird erfüllen können. Die Vei trauensiiiäimcr-Koiiferenz hat ausdrückheit beschlossen, dall jeder organisierte Zionist und uomög/idi jeder an der Entwicklung Palästinas interessierte Jude sieh mit einem festen Jahreslicitrag zum Landfonds besteuert, der auf minde-teils 200 M. pro Jahr festgesetzt wird. Gelangt dieser Beschluß zur Durchführung, dann ^isl ein großer Teil der aufzubringenden l Millinnen bereits durch den Beitrag zum Landfonds garantiert. Die Zahl der Zionisten in Deutschland ist gerade in den letzten Jahren so erfreulich gewadisen, daß sich bei einer wirklich den finandeilen Kräften entsprechenden Beteiligung aller Zionisten durch diesen Beitrag der größte Teil der aufzubringenden Summe ergeben dürfte. SeJum die Selbstbesteucrung des vorigen Jahres, der sidi, wie gesagt, nur ein kleiner Teil unserer Freunde unterzogen hatte, ergab ein Viertel der Gesamteiimahme des Jahres 1010; es ist daher keine Frage, daß der Beitrag zuin Landfonds einen bedeutend höheren Prozentsatz der diesjährigen Forderung bringen wird, wenn nur jeder die Dringlichkeil gerade dieser Spende verstanden hat. Freilidi werden unsere jüngeren Gcsinmingsgenossen, die noch keinen eigenen Beruf haben, nidu in der Lage sein, aus eigenen ,Mitteln 200 M. beizusteuerii. Für diese Gesinnungsgenossen ist die Resolution der Konferenz dahin aufztifasscii, daß sie, wenn nicht aus eigenen Mitteln, so doch aus ihren nichtzioiiistischen Bekanntenkreisen die verlangten 200 M. mifbringen. Natürlich können dem einzelnen diese Beiträge nur wenn sie von Nidd/ionisten eingehen, in Anrechnung gebracht werden. Wir sind überzeugt, daß es auf dem so anangegebenen ,Wege tatsächlich jedem unserer Gesinnungsgenosse.il gelingen wird, für die Zahlung eines festen Beitrages zum Landfonds von mindestens 200 M. zu sorgen. Es ist seibstverstiüidlieh, daß diese 200 M. mir eine untere Grenze darstellen, und es ist Ehrenpflicht aller derjenigen, die über ein höheres Einkommen und Vermögen verfügen, ihren Beitrag im genauen Verhäilnis zu ihren finanziellen Mitteln zu erhöhen. Es muß unbedingt verlangt werden, daß jeder hierbei bis au die äußerste Grenze seiner Leistungsfähigkeit geht. Die Aufgaben, die wir in Palästina zu lösen haben, sind außerordentlieh schwierig und können überhaupt nur gelöst werden, wenn sich jeder nach Maßgabe all seiner Kräfte daran beteiligt. Im einzelnen sei n.scli bemerkt, daß wir für alle unsere Vertrauensleute schriftliche Zeiclmungsfoiamilare vorrätig halten und daß auch jedem einzelnen ein solches Formular zur Verfügung gestellt werden wird. Auch kann der Beitrag wieder, wie dies schon im vorigen Jahre der Fall war, in monatlichen oder Vierteljahrliehen Raten gezahlt werden. Bedingung ist aber, daß die Zeichnungen sofort erfolgen und daß unsere Freunde nicht erst warten, bis sie wieder und wieder dazu gedrängt werden. Denn nur wenn unsere Leitung schon jn den ersten Wochen dieses Jahres einen Ueberblick über die Mittel hat, die ihr im Ltufc des Jahres 1020 zur Verfügung stehen werden, kann sie wirklich fruchtbare Arbeit leisten. Neben dem Landfonds sollen gewiß auch unsere altbewährten Sammclmittel nicht vernachlässigt werden. Besonders die Sammelbüchse muß die größte Verbreitung■ finden und bei jedem sieh bietenden Anlaß mit Spenden bedacht werden. Hier kann der einzelne der Gesamtheit sehr dadurch nutzen, daß er den Vertrauensleuten seines Ortes immer von neuem Adressen seines Bekam!- tenkreises aufgibt, bei denen eine Büchse unter/ 1bringen ist. Jede festliche Gelegenheit muß ferner immer wieder dazu benutzt werden, für unsere übrigen Spendenzweige, Goldenes Buch, Baumspende usw. zu sammeln. Denn diese Sammlungen sind, abgesehen von dem finanziellen Ertrag, auch ein vorzügliches Mittel, iiidit/iimistisdie Kreise immer wieder auf den N.-F. aufmerksam zu machen und für seine Ziele und Aufgaben zu interessieren. Immerhin aber ist der Landfonds die sicherste Grundlage für die Verwirklichung der an uns gestellten Forderungen. Er ist daher im laufenden Jahre unser wichtigstes Sanimelmittcl und ihm in erster Linie muß unsere Propaganda gelten. Wir fordern daher nochmals alle unsere Freunde auf, sich für den Lindfonds des Jüdischen Nationalfonds zu besteuern und dem Vertrauensmann ihres■ Ortes ihre Zeichnung sofort zugehen zu lassen. Nur daun, dann aber auch mit ziemlicher Gewißheit wird es uns möglich sein, die für den Aufbau Palästinas im laufenden Jahre aus Deutschland aufzubringen• den 4 Millionen Mark zu erreichen. Die Nationalfonds-Kommissionen Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Konferenz der Vertrauensleute einen besonderen Beschluß über die Bildung von Nationalfonds-Komniissioncn gefaßt hat. Die hier* 11er gehörigen Resolutionen lauten: Die Ausgestaltung ilcr N.-h.-Organisation erforilerl, daß an jedem Orte, wo Juden wohnen, mmdestens ein Vertrauensmann tätig ist. Ist eme /ionistisclie Ortsgruppe von mindestens 50 Mitgliedern voiliandcn, so betraut die Generalversammlung der Oitsgruppe ein Mitglied des Vorstandes mit der l eitinig der dortigen N.-F.-Arln-it. I i'tr je 50 weitere Mitglieder ist ein neuer N.-l .־Kommissar zu ln׳- stimmen; an Orten mit mindestens 200 /*misten muH eine N.-l ־.-Kommission bis /ur lloelist/ahl von fünf Mitgliedern gebildet weiden. Sind in einem Orte mehrere zionistische Vereine vorhanden, so soll jeder Verein veranlaßt werden, ein Vorstandsmitglied in die Kommission zu entsenden. Jede N.-l ׳'.-Kommission gliedert sieh in folgende Ressorts: a> Vorsitz (der Vorsitzende muß dem Vorstand der Ortsgruppe angehören), b) Kassenvcrsvaltung, c) Sammeliiiittel und Vertrieb der N.-l'.-Literatur, dj Palästina-Referat. Wir richten daher an alle ()rtsgrtippen, auf welche die in den Resolutionen angegebenen Ziffern Anwendung finden, die dringende Bitte, so weit dies noch nicht geschehen ist, die Bildung einer N.-F.-Koininission nach obigem Beschluß sofort vorztinehnien. Wir legen besonderen Wert darauf, daß für jede derartige Kommission auch ein Palästina-Referent bestimmt wird, d. h. ein Gesinmmgsgenosse, der sich systematisch mit allen praktisch-kolonisatorischen Prägen beschäftigt. Es ist unbedingt erforderlich, die engeren Mitarbeiter des Nationalfonds dauernd durch regelmäßige Referate über die praktischen Aufgaben des Nationalfonds in Palästina und die Möglichkeiten ihrer Lösung zu informieren. Das hierzu erforderliche Material stellt die Zentrale dem Referenten gern zur Verfügung. Eintragungen ins Goldene Buch Laut Beschluß der Konferenz der Vertrauensleute ist die Eintragung ins Goldene Budi für Deutschland auf 600 Mark erhöbt worden. Dies gilt nicht für diejenigen Eintragungen, die bereits im Vorjahre begonnen wurden. Dagegen werden alle nach dem 1. Januar 1020 eröffneten Konten zu diesem Betrage angesetzt werden. Mitteilungen Sämtliche für den Jüdischen Nationalfonds bestimmten Sendungen, auch Einschreibc- und Wertbriefe, sind in Zukunft an den jüdischen Nationalfonds, Berlin W. 15, Sächsische Str. S, zu richten. Geldsendungen sind für Deutschland ausschließlich nur noch auf das Konto Berlin 28 247 und für Groll-Berlin auf das Konto Berlin f>5 152 einzuzahlen. An die Adresse des Herrn Wollsteiner bitten wir in Zukunft keine Sendungen mehr richten zu wollen. ■* ן An die Inhaber v o 11 N. - F. B ii c h s e 11 i 11 G ro II ־ B e r I i n. Da sich in den Kriegsjahren die Adressen sehr vieler Inhaber von N.-F.-Büchsen geändert haben, ohne daß diese Veränderungen hierher mitgeteilt worden sind, haben wir an alle uns bekannten Büchseninhaber Mittcilungcn über die bevorstehende allgemeine .Büchsenleeriuig geschickt. Wir bitten alk■ diejenigen Büchseninhaber, die diese Mitteilung nicht erhalten haben, dringend, uns ihre Adressen mitzuteilcn. Zur Leerung berechtigt sind nur die von uns legitimierten Sammler, deren Ausweis wir stets nacliznprüfen bitten. Jüdischer Nationalfonds E. V. Sekretariat für Groll-Berlin. Seydelstr. 3, 111. Femspr. Zentrum 3614/3615. CMionalfonds!

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