Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE ABSORPTIONSKRAFT DER PLANTAGEN- WIRTSCHAFTEN- Das zweite Absorptionsgebiet war die jüdische Landwirtschaft. Das absolute Wachstum der jadischen Arbeiter in den privaten Kolonien betrug in den Jahren 1927/28 500 Mann. Aber in der Zwischenzeit sind in den Kolonien Prozesse eines Arbeitertausches vor sich gegangen. In den zwei Jahren sind 150 Mann aus den Privat-Kolonien durch die Neu-Kolonisation in selbstständige Wirtschaften übergeführt worden. 850 Leute haben das Land verlassen, sodaß in dem erwähnten Zeitabschnitt 1000 neue Arbeiter von den Kolonien absorbiert wurden. Im Zusammenhang mit der Vergrößerung der jüdischen Plantagenwirtschaft wurde die tote Saison in den Kolonien auf 2 bis 3 Monate im Jahr reduziert und dadurch die Lage der in den Kolonien beschäftigten Arbeiter verbessert und gefestigt. Allerdings weist das Wachstum der jüdischen Plantagenwirtschaft eine Erscheinung auf, die die nationale Zukunft dieses blühenden Wirtschaftszweiges iecht gefährdet: Die Vermehrung der billigen arabischen Arbeit in den bereits fruchttragenden Orangengärten und die Verbreitung der billigen Arbeit in den neuen Pflanzungen. Die Kolonien hätten mehr als die Tausend neu hinzugekommenen Arbeiter im Verlauf der zwei Jahre aufnehmen können, was nicht nur die Krise im Lande und im Zionismus verringert, sondern auch Einwanderungsmöglichkeiten eröffnet hätte. Die Arbeiterinnen-Genossenschaften und Wirtschaften bildeten eine recht wichtige, wenn auch nicht große Absurptions-Quelle. Sie haben gegen 200 Arbeiterinnen aufgenommen. BAU UND ÖFFENTLICHE ARBEITEN IN DEN KRISENJAHREN. Die Bauwirtschaft und die öffentlichen Arbeiten haben in der Krisenzeit 1050 neue Arbeiter aufgenommen. In diesem Wirtschaftszweig hat die Krise begonnen. Als die Bautätigkeit und die öffentlichen Arbeiten sich verringert haben, wurden im Laufe von wenigen Monaten in Tel-Awiw allein mehr als 1000 Arbeiter arbeitslos. Im Jahre 1927/28 setzie ein Gesundungsprozeß ein, der gemeinsam mit der großen Aktion der allgemeinen Arbeiterorganisation zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit und zur Erschließung neuer Arbeits quellen dazu geführt hat, daß die Zahl der Bauarbeiter am Ende des Jahres 1928 gegenüber 1926 um 1000 gestiegen war» Die Hauptaufnahmequeilen sind folgende gewesen: Die verstärkte Bautätigkeit in Jerusalem und an verschiedenen Stellen im Norden des Landes, das Eindringen der jüdischen Arbeiter in fremde Bauunternehmen (bei arabischen und englischen Unternehmen und Ee Gerungs arbeiten.) Die Verstärkung der Bautätigkeit in Jerusalem steht im Zusammenhang damit, daß ein beträchtlicher Teil der jüdischen Bevölkerung die alte Stadt verläßt und neue Häuser in dem neuen Stadtviertel bezieht und ferner mit dem Bau einer Keine von nationalen Anstalten, der Universität, des Lehrerseminars, des Gesundungsheimes, des Gymnasiums u. a. Der Baumarkt in Jerusalem beschäftigte im Laufe der letzten 2 Jahre fast unaufhörlich 1100 jüdische Arbeiter. Vor 6 Jahren war die Zahl der jüdischen Bauarbeiter in Jerusalem zirka 100—200. Diese Gegenüberstellung kennzeichnet die Eroberungen der jüdischen Bauarbeiter in Jerusalem. Besonders macht sich das Eindringen des jüdischen Arbeiters in nichtjüdische Bauarbeit bemerkbar. Dank der guten fachlichen Ausbildung bekommen Gruppen und Einzelarbeiter verschiedene Arbeitsmögiichkeiten Dei arabischen Bauunternehmern und werden auch bei den Bauten englischer und amerikanischer Gesellschaften beschäftgit. 61