Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahres weite Kreiße der jüdischen Jugend. Im Frühjahr 1929 kamen ca. 40 Menschen neu zur Hachscharah; fast alles Menschen des JJWB, des einzigen Jugendhundes, der trotz Krise und Alrjahsperre den Charakter eines Chaluzhundes nicht verloren hat. Im Frühjahr 1930 aber kamen außer der orthodoxen Chaluzim neu zur Hachscharah 150 Menschen, darunter Chawerim der Kadimah, der Zophim, vom Arbeitsjkreis der Jugendgruppen der Berliner jüdischen Gemeinde. Die Diskussion über Fraigen der Chaluiziiuth wird heute in sämtlichen zionistischen Jugendsünden geführt. Der Chaluzgedanke beginnt immer mehr eine entscheidende Rolle dm Lehen der jüdischen Jugend Deutschlands zu spielen. Als das stärkste Positivum dieses Jahres ist die Schaffung der Gruppe des JJWB in Giw'ath Brenner bei Rechowoth zu verzeichnen. 70 deutsche Chaluzim leben in Gemeinschaft ostjüdischer Chawerim als Teil des Kibhuz Hameuchad, der großen Vereinigung der Kibbuzim, sprechen hebräisch, sind Arbeiter in Erez Israel geworden. Die vom Mißlingen der Alijah des Blau- Weiß herrührende Auffassung, eine Einordnung deutscher Chaluzim wäre kaum durchführbar, ist widerlegt worden. Damit ist die größte Schwierigkeit für das Wachsen der Chaluzbewegung in Deutschland überwunden. Das andere wichtige (Positivum war die völlige Umgestaltung der Hachschara. Während zur Zeit der vorigen Konferenz die meisten Chawerim des Hechaluz nicht in Kibhuzim zusammengeschlossen waren — ist jetzt die gesamte landwirtschaftliche Hachschara in Kollektiven (Kiibuzim) gestaltet. Die Verbindung der deutschen Chaluzbewegung mit der Ki'bbuzbewegung im Lande kam zum Ausdruck in der einstimmig angenommenen Entschließung, daß die Konferenz »in der Erweiterung der Kibbuzhewegung und der Befestigung ihrer Wirtschaften die notwendige Voraussetzung für die Entwicklung der Chaluzbewegung sieht«. Die Weidah hatte sich mit den Fragen der Reorganisierung des Hechaluz, der Werbearbeit, der Hachschara für jüngere Menschen, der .für die wachsende Bewegung notwendig gewordenen Verstärkung der kulturellen und Aufklärungsarbeit, zu beschäftigen. Es ist beschlossen worden, den Rahmen des Hechaluz zu erweitern. Es sollen Ortsgruppen des Hechaluz gegründet werden. Menschen, die zur Hachscharah überzugehen beabsichtigen, sollen von der Erziehungearbeit des Hechaluz erfaßt und den Ortsgruppen angeschlossen werden. Durch diese Ortsgruppen wird es auch möglich sein, eine Werbearbeit zu leisten. Es ist notwendig geworden, die kulturelle Arbeit durch Herausgabe von Literatur zu verstärken. Die wichtigste Aufgabe des nächsten Jahres soll es sein, Bücher und Broschüren über Fragen der Arbeiterbewegung iPalästinas, die bis jetzt nur in hebräisch und jiddisch vorhanden sind, ins Deutsche zu übertragen und herauszugeben. Die bis -jetzt von den Palästinensern geleistete Arbeit hat sich als wichtig erwiesen und soll durch Heranziehung von noch mehr Menschen aus Palästina erweitert werden. Auf der Weidah sah man fast nur neue und vor . allem auch jüngere Menschen. Durch die Alijah von über 150 der alten Chaluzim und Chaluzoth hat sich das Gesicht des Hechaluz seit der letzten Weidah vollkommen geändert. Die Weidah wählte dieses Mal einen sehr großen Merkas: Aus jeder Hachscharahgruppe sind Menschen in den Merkas geschickt worden. Auf diese Art und Weise hofft man die Verbindung des Merkas zur Bewegung zu festigen. Arthur Israelowitsch, Eliesar Liebenstein, Moscheh Schapiro, arbeiten im Büro. Menachem Dormann, Schimon Groß, Schura Oscherowitsch, Aron Rotstein und David Tanne 'bilden gemeinsam mit den Chawerim, die im Büro arbeiten, den engeren Merkas. Auch auf dieser Weidah wurde wieder festgestellt, daß die Beteiligung der Chaweroth an der Arbeit in der Bewegung eine sehr geringe ist. Man wählte eine besondere Waadah für Mädchenarbeit und Mädchenfragen, bestehend aus: Ruth Kestenberg, Channah Müngelgrün, IIa Ryndsunski und Irma Salm. 110