Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 356

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 356)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486297--8807-3495187
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

WirkungsmÖgliehkeiten und die Fehler seiner bis damals last systemlosen Idee. Last not least aber: der Streit für den Mnssar gab seinen einzelnen Gläubigen für alle Zeiten den Mnt der Unbedingten, der Kämpfer. Jeschiwa. Als der Mnssar im Kampf auf der Gasse nnterlegen war, hatte er auch erkannt, weshalb: weil die uneingegrenzte Offen!- lichkeit nicht sein Schauplatz sein konnte. Bis zum finde des Kampfes noch haben die Mussarnikes in den verschiedenen, ja in fast allen Bethäusern der Städte, besonders in Kowno, gelernt, also vor den Augen der StraBenpassanten und aller Beter. Nun zog man sie von dort zurück, enthob sie der Aufgabe, sehon in ihrem Werden lebendige Muster ihres Prinzips zu sein und als solche der Kritik der Straße zu unterliegen. Man schuf die Jeschiwa als selbständiges, in sich abgeschlossenes Institut. Auch technisch vollendete man, was Babbi Israel begonnen hatte: die Exklusivität des Kreises. In Keim, in Slobodka und später überall hat man mit der Praxis, das Beth-Hamidrasch der Stadt mit dem Lehrhaus der Nurlernenden identisch sein zu lassen, gebrochen und damit den ersten Schritt zu dem getan, was der Mussarjeschiwa ihren Charakter und ihre meschlische Funktion gab. Denn nun war sie geschlossene Anstalt, nun war es nicht mehr möglich, daß, (wie vielfach noch im heutigen Polen), im Beth-Hamidrasch hernmsaß, wer gerade wollte, an Impulsen hineintrug, was er gerade mit sich brachte und dort so lange blieb, als er wo anders nicht notwendig war. Der Eintritt in die Jeschiwa hatte von nun ab das Gewicht einer Entscheidung. Sofort auch fiel fort, was vorher nur allzu verständlich gewesen war: die Schauspielerei, ln der Folge wurde der Zusammenhaug zwischen Jeschiwa und Städtchen so lose, daß kein Lernender mehr mit der besonderen Beachtung und Würdigung durch die Stadtväter kalkulierte. Erst im so geschlossenen Kreis auch war die Jeschiwa eine ״Gemeinschaft“ und brauchte, wie jede Gemeinde, ein festumrissenes Zentrum. Wie das einzelne Glied an der Peripherie sich zum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.