Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 248)
- Language
- German
- Belongs to
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Erzählungen und Legenden über Esra Hasofer. Von Dr. Michael Munk in Berlin. Vorwort. Das Bild der Persönlichkeit Esras, wie es die rabbinische Tradition zeigt,1) erfährt mannigfache Ausschmückung im Volksmund, in Legenden und Erzählungen. Auch nichtjüdische Quellen wissen von ihm zu berichten. Wir hören von prophetischen Wundertaten, die er vollbracht, von der Verehrung, die ihm bezeugt wurde. Wir erfahren von einem Volksstamm, der sich geweigert habe, ihm zum Heiligen Land zu folgen. An verschiedenen Orten zeigt man seine Grabstätte. Es gibt Synagogen, deren Gründung ihm zugeschrieben wird, Torarollen, die von ihm stammen sollen, und Inschriften, die auf ihn Bezug nehmen. Auch im Koran nimmt Esra eine besondere Stellung ein. Alles dies soll im folgenden dargestellt werden.2) Man darf solchen legendären Erzählungen insofern auch einen historischen Wert beimessen, als sie die typischen Merkmale populärer Menschen aufzeigen. l) Vgl. ״Esra Hasofer nach Talmud und Midrasch“ in Jahrbuch XXI 1930, S. 129—198. *) Wo im Text auf Noten verwiesen wird, beziehen sich diese auf die Fußnoten der in Anm. 1 zitierten Arbeit, in welchen jeweils die Quellen aus der talmudischen Literatur angeführt werden.