Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 180)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486297--8631-3495011- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
155 Parnes der jüdischen Gemeinde Ansbach, Mordeehai Model, * *) (verheiratet mit Ella, Tochter des Wolf Oppenheim nnd Enkelin des kaiserlichen Hoffaktors Samuel Oppenheim in Wien2)), der eine eigene Synagoge und einen besonderen Vorbeter hierfür unterhielt, und der im Memorbuch Buttenwiesen S. 5 ein ehrendes Seelengebet erhielt. Als er 1711 starb, entstand ein Prozeß, in den Ober- Vorsteher Elkan Frankel, der durch die Bücherkonfiskation nnd seine Verurteilung zu lebenslänglicher Gefangenschaft bekannte Rabbiner Hirsch Frankel, ferner der Parnes von Günzenhausen Isaak Seckel und der Parnes von Wassertrüdingen Salomon Oscher verwickelt waren. Ein anderer Sohn dieses Mordeehai Model, Isaak Eisik, Schwiegersohn seines Onkels Ephraim Model,3) später in Wallerstein (und wahrscheinlich auch eine Zeit lang in Dinkels- ’) In seinem Hause zu Ansbach (Neustadt A 321) habe ich zufällig sieben Jahre gelebt. Bort war damals (1886—1893) noch eine unter dem Dach eingebaute Sukkoh mit einer komplizierten Eisenkonstruktion, mittelst welcher das Dach entfernt werden konnte. Und noch eine weitere Erinnerung ans jener Zeit habe ich. Auf dem Boden befand sich eine große Kiste mit Briefen und anderen Schriftstücken in jüdisch-deutscher Schrift; einiges mag auch hebräisch gewesen sein. Diese Briefe waren alle nach Monheim adressiert, und auf diesen Ort bezogen sich auch die übrigen Sachen. Ich war damals noch sehr jung, und als ich einmal von meiner Chefin dabei ertappt wurde, als ich die Sachen lesen wollte, wurde mir dieses wegen ״Zeitvertrödelung“ ernsthaft untersagt. Vielleicht also waren die von Monheim nach Ansbach zurückgekehrten Models noch Besitzer des Hauses. Möglich ist allerdings auch, daß die Familie Pappenheimer, der zu jener Zeit das Hans gehörte und die Ende des 18. Jahrh. aus Pappenheim (nicht sehr weit von Monheim) zugezogen war, diese Papiere mitgebracht hat. Nach dem Tod des alten S. Pappenheimer fragte ich bei dem Erben, seinem Enkel Hauptlehrer Dingfelder, München, au, was mit jenen Briefen geschehen sei, erhielt aber die Antwort, daß er es nieht wisse; man werde sie sicher als wertlos weggeworfen haben. Das Haus ist seit Jahrzehnten in christlichem Besitz. *) Wolf Oppenheim war später in Hannover, ist aber merkwürdigerweise in Gronemann, ״Genealog. Studien über die alt. Familien Hannovers (1913)“ nicht auf geführt. Er wird Öfters in Urkunden zusammen mit den bekannten Jost Liebmann-Berlin und Bankier Michael David-Hannover genannt. So aneh 1711 in einer Intercession an den Bat der Stadt Kopenhagen mit diesen beiden nebst Gumpertz Behrend u. Sal. Levi (Hannover) betr. Pferdelieferung. 9) Lamm, Geschichte der Juden in Laningen (1915) S. 36, woselbst auch eine Anzahl anderer Angehörige der Modelsehen Familie genannt sind. Inabesondere in Neuburg a. Donau hatten sie Sonderrechte.