Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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86 von einer alten petlerin gekaufft worden, und kenne der nit, bey vier gülden. Doran hab er 20 helbling geben, wann er sey arm, uri(£%ie andern Juden haben das übrig gelt betzalt. Und die vermelt petlerin hab Jössel Juden dasselb Cristenkind in sein hawß gepracht, und Jossel Jud hab dasselbig Cristenkind in seinen keller hinden im stall, do dann vor Juden innen waren, gefurt, und dasselbig Cristenkind sey bey dreyen jaren alt gewest. [2] Und da hab Jössel Jud dasselbig Cristenkind selb gehalten, das sie das kind gestochen und das pluet herauß gelassen haben. Und da sey er allererst dahynn und dartzu komen und hab dem kind auch ein stiech in das diech mit einen messer gethun, das daz pluet heraußgangen ist. Und sey ein sollich geschray und thäme von den Juden da gewest, das er nit gruntlich wiß, ob die marter alle mit nadeln oder messern gescheen sey. [8] Und da das kind tode was, wiß er nit anders, dann man hab dasselbig kind mitten in den keller begraben, da sie alle zugeholffen. Und haben desselben kindes pluets in einen peck gehabt und das under sich getailet, und im sey des pluets nit mer worden dann auff ein halbe airschalen, und dasselbig pluet hab er zu iren ostern auff sein mosantzen oder matzen gestrichen. *) Und seyen das die Juden, so bei sollichen vorgerurten geschichten gewesen sind, mit namen: er Sussel Jud, Straubinger Jude, Symon von Worms, Mair Schälman, Ansei Jud, Groß Abraham, Schmoel Flaischman Jud, Abraham von Kitzing, Jössel Jud, Schwartz Eberlen Jud, Ganß Jud, Leb von Kitzing und David von Kitzing. Die drey Juden sind tode.* 2 *) Nach sollichen ergangen dingen hat die kayserlich mat8) dem durchleuchtigen, hochgebornen fürsten, unnserm gnedigen herrn hertzogen Ludwig etc. in Nydern und Obern Bayern, auch uns gestrichen, am Rande steht: und wiß nit, wer das kaiifft hat. Oben links zum Anfang des Geständnisses: besteet der sag. In einer Abschrift sind die Worte nicht gestrichen, hinter ״petlerin“ folgt das in der Niederschrift Fehlende : gekauft haben. *) Niederschrift: und im sey des pluts ein wenig worden, das er auff die matzen gestrichen. 2) Bezieht sich auf Ganß, Leb und David. In Hdschr. als Schleifennotiz. *) Majestät.